Schloss Lauenau

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Schloss Lauenau, früher Wasserschloss

Schloss Lauenau ist ein ehemaliges Wasserschloss in Lauenau in Niedersachsen, das im 16. Jahrhundert im Baustil der Weserrenaissance auf den Resten einer Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert errichtet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung von Schloss Lauenau um 1520 während der Hildesheimer Stiftsfehde, Zeichnung von Johannes Krabbe von 1591

Um 1190 ließ Herzog Heinrich der Löwe nach seiner Rückkehr von einem Kreuzzug die Burg Lauenau als Wasserburg errichten. Sie diente als Grenzfeste gegen die Schaumburger Grafen, die während seiner Abwesenheit seine Ländereien vereinnahmt hatten. Er verjagte die Schaumburger mit seinen Söhnen und etablierte die Burg, die auch bald zur herzoglichen Gerichtsstätte wurde. 1307 wurde die Burg erstmals urkundlich erwähnt. Die Welfen verpfändeten die Burg weiter an Burgmannen und auf diese Weise kam sie 1331 an Graf Adolf von Schaumburg. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Burg bis 1512 regelmäßig von den Braunschweiger Herzögen an Burgmannen verpfändet. Dabei gab es häufiger Konflikte um die Pfandhöhe und die politische Gesinnung der Pfandinhaber. 1512 wechselte der Burgbesitz von den Schaumburger Grafen zurück zu den Welfen. Während der Hildesheimer Stiftsfehde wurde die Burg vom schaumburgischen Feldobersten Ludolf von Münchhausen belagert. Die Burgbesatzung ergab sich gegen freien Abzug. Die Schaumburger zerstörten die Burg bis auf die Grundmauern, damit sie nicht erneut gegen sie eingesetzt werden konnte.

Wasserschloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasserschloss als Ausschnitt des Merian-Stiches 1654 von Lauenau

Den Wiederaufbau ließ Graf Otto IV. von Schaumburg und Holstein von 1565 bis 1572 vornehmen. Dabei entstand auf den Grundmauern der Wasserburg ein Wasserschloss im Stil der Weserrenaissance. Es wurde zweigeschossig als Vierflügelanlage errichtet. Der geschlossene Innenhof maß 21 × 18 m. Das Schloss war von drei Seiten von einem Wassergraben umgeben, der auf dem Merian-Stich von 1654 erkennbar ist. Der Westflügel der Anlage war der Wohnbau, der einen Keller mit Kreuzgewölbe aufwies. Im Ostflügel wurde ein Festsaal eingerichtet.

1694 und 1695 wurde Prinzessin Sophie Dorothee als Ehefrau von Georg Ludwig von Hannover drei Monate lang auf Schloss Lauenau festgehalten. In dieser Zeit fand ihr Scheidungsprozesses wegen eines nachgesagten Liebesverhältnisses zu Graf Philipp Christoph von Königsmarck statt, nach dem sie auf Schloss Ahlden verbannt wurde.

1727 erhielt die Schlossanlage seitliche Stützpfeiler, da die auf Eichenpfähle gegründeten Fundamente durch die Gebäudelast beschädigt waren.

Bis 1852 hatte das Amt Lauenau seinen Sitz im Schloss. 1866 wurden das Schloss mit seiner landwirtschaftlichen Domäne von Preußen verstaatlicht und verpachtet. Um 1950 kam die Schlossanlage in Privatbesitz und verkam zusehends. Die heutigen Besitzer, Ehepaar Brenneisen, bemühen sich um die Erhaltung der Anlage.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Lauenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 16′ 27,1″ N, 9° 21′ 49,9″ O