Schloss Les Milandes

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Schloss Les Milandes (2010)
Schloss Les Milandes - Parkanlage
Schloss Les Milandes - Anbauten im neugotischen Stil

Das Schloss Les Milandes liegt mitten in einer terrassierten Parkanlage am linken Ufer der Dordogne in der französischen Gemeinde Castelnaud-la-Chapelle im Département Dordogne.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss wurde 1489 von François de Caumont, Graf von Castelnaud, auf Initiative seiner Frau Claude de Cardaillac erbaut. Ihm gehörten auch die Festungen Castelnaud und Berbiguières, zwischen denen das Schloss situiert war. Bis 1535 blieb das Schloss der Hauptwohnsitz dieser Familie. In der Französischen Revolution wurde es enteignet. Danach ging es durch mehrere Hände, wurde jedoch nicht bedeutend verändert.

1870 erwarb der Industrielle Charles Claverie das ursprünglich aus einem Hauptgebäude und einem viereckigen Turm bestehende Schloss. Er renovierte das Bauwerk komplett und baute es um; unter anderem wurden zwei zusätzliche Türme und ein weiteres Hauptgebäude errichtet. Auch ein neuer Weinkeller wurde angelegt. 1908 beauftragte Charles Claverie den Gartenarchitekten Jules Vacherot mit der Umgestaltung des im 15. Jahrhundert erstmals angelegten Gartens.

Gotisierende Elemente an den Arkaden der Terrassen und den allegorischen Figuren auf den Balustraden bilden eine angenehme Mischung mit den Stilelementen der Renaissance. Der Wohntrakt wird von runden und viereckigen Türmen mit Treppentürmchen umrahmt. Giebelfenster mit reich dekorierten Frontispizen und steinernen Fensterkreuzen zieren das Dach.

Josephine Baker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1938 wurde das Schloss von Josephine Baker zuerst gemietet und dann 1947 gekauft. Sie veranlasste Strom- und Wasseranschluss im Schloss sowie im angrenzenden Dorf Milandes, welches damit das erste Dorf im Périgord mit diesen Annehmlichkeiten wurde. Josephine Baker beauftragte zudem eine völlige Erneuerung der Innenausstattung.

Josephine Baker meldete sich während des 2. Weltkrieges zum Dienst als Rot-Kreuz-Schwester am Pariser Gare du Nord. Sie sammelte Geld für De Gaulles Freies Frankreich und arbeitete heimlich nebenher als Kurier für Resistance und Geheimdienst. Sie versteckte sogar jüdische Flüchtlinge in In Les Milandes, das einige Zeit in der unbesetzten Zone lag. Nachdem sie ihren Pilotenschein gemacht hatte beendete sie den Krieg im Rang eines Leutnants der französischen Armee und wurde in die Ehrenlegion aufgenommen. In Frankreich wird sie heute noch als Künstlerin und Heldin verehrt.

Ab 1950 adoptierte sie mit päpstlichem Segen zehn Jungen und zwei Mädchen aus Waisen- und Armenhäusern von fünf Kontinenten. Das Schloss diente als Zuhause für ihre „Regenbogen-Familie“.

Das Schloss kann heutzutage besichtigt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean-Luc Aubarbier, Michel Binet: Geliebtes Perigord. Ouest-France, Rennes 1990, ISBN 2-7373-0299-4, S. 41.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 44° 49′ 25″ N, 1° 6′ 48″ O