Schloss Marbach (Ried in der Riedmark)

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Südseite von Schloss Marbach mit Sonnenuhr

Schloss Marbach ist ein in Privatbesitz befindliches Schloss in Ried in der Riedmark im oberösterreichischen Bezirk Perg.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss ist dreigeschossig und hat eine rechteckige Grundfläche. An der Südwestecke steht die mit dem Gebäude verbundene Schlosskapelle, die Carlo Antonio Carlone und Giovanni Battista Carlone[1] in den Jahren 1686 bis 1689 erbauen ließen. Ein Gemälde von Johann Michael Rottmayr aus dem Jahr 1704 stellt die Enthauptung der heiligen Katharina dar. Ebenfalls an der Westseite erstreckt sich nördlich des Haupttrakts und der Schlosskapelle ein zweigeschossiger Laubenflügel, der an der Nordseite in einen quergestellten Wirtschaftstrakt einmündet. Die Gebäude bilden gemeinsam mit einer Mauer an der Ostseite der Liegenschaft einen Innenhof mit einem Ziergarten und zwei Springbrunnen auf gepflegten Rasenflächen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Marbach, Stich von Georg Matthäus Vischer, 1674

Erste urkundliche Erwähnungen reichen bis ins Jahr 1145 zurück. In dieser Zeit trat Eberhardus de Marpach gemeinsam mit Dietmar von Aist als Urkundenzeuge auf. Letzter Marpacher war Ulrich de Marpach, der 1217 vom Kreuzzug nicht mehr heimkehrte. Die damalige Burg fiel an den Landesfürsten. Lehensnehmer waren in Folge unter anderem Ulrich Lichtenegger, Otto Feuchter (ab 1382), Rudolf I. von Walsee, Sighart Panhalm (ab 1398), Wolfgang von Rohrbach (ab 1484), Johann Englhofer und von 1623 bis 1873 das Stift Sankt Florian.[2]

Die Burg wurde während der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert eingeäschert und später von den Rohrbachern als Wasserfeste wiederaufgebaut. Von 1706 bis 1710 erfolgte ein größerer Umbau, bei dem das Schloss seine heutige Form erhielt. Seit 1873 wurde die Anlage mehrmals verkauft und war dann bis 1956 ein Strafgefangenenhaus der Justizanstalt Garsten. Dokumentiert ist auch die Nutzung als Feldspital kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Es pflegte ab 17. Mai 1945 meist Überlebende des KZ Mauthausen und Gusen.[3]

Es befindet sich heute in Privatbesitz, wurde samt der Schlosskapelle in den 1970er Jahren gründlich saniert, ist nach wie vor bewohnt und daher in der Regel für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.[4] Die zum Schloss gehörigen Gründe sind verpachtet, und der Wirtschaftshof wurde aufgelassen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schloss Marbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Engl: Die Stuckarbeiten Giovanni Battista Carlones in der St. Ägidius Kirche zu Vöcklabruck, in der Schlosskapelle zu Marbach, im Pfarrhof zu Ried in der Riedmark und im Stifte Reichersberg. In: Arte lombarda. Anno 11, 1966, Band 2, S. 149–154.
  2. Schloss Marbach auf burgenkunde.at, Zugriff am 20. September 2013.
  3. Rudolf A. Haunschmied, Jan-Ruth Mills, Siegi Witzany-Durda: St. Georgen-Gusen-Mauthausen – Concentration Camp Mauthausen Reconsidered. Books on Demand, Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8334-7610-5, S. 240.
  4. H. Baumert, Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Mühlviertel und Linz. Wien 1988, S. 160.

Koordinaten: 48° 15′ 43,7″ N, 14° 30′ 37″ O