Schloss Mosigkau

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Schloß Mosigkau2012.JPG
Schloss Mosigkau, Gartenfront mit Galeriesaal
Bundesarchiv Bild 183-E1129-0203-007, Dessau, Schloss Mosigkau, Großer Festsaal.jpg

Schloss Mosigkau wurde als Rokoko-Schloss in den Jahren 1752 bis 1757 im Herzen des Dorfes Mosigkau, acht Kilometer südwestlich von Dessau, als Sommersitz erbaut. Es gehört zu den letzten noch ganz erhaltenen Rokokoensembles Mitteldeutschlands. Sein Park gehört zum UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz. Im Museum Schloss Mosigkau und in der Orangerie finden regelmäßig Sonderausstellungen und Konzerte statt.

Architektur und Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die unverheiratete anhaltische Prinzessin Anna Wilhelmine, Lieblingstochter des Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau, war durch ihren Vater 1742/43 mit einer großzügigen Grundstücksschenkung von zwei Gütern und einer beachtlichen Apanage in die Lage versetzt worden, diese glanzvolle Schloss- und Gartenanlage errichten zu lassen. Die Zuwendungen sind beachtenswert, war doch Anhalt-Dessau ein wirklicher Kleinstaat und erhielten doch auch weitere Kinder des Leopold I. von Anhalt-Dessau (insgesamt zehn eheliche Kinder) ähnlich umfangreiche Apanagen. Beim Tod Leopolds I. war er der größte Grundbesitzer des Fürstentums.

Erste Entwürfe und Denkanstöße stammen vermutlich von dem Sanssouci-Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Der eigentlich Baumeister war der Dessauer Hofbaumeister Christian Friedrich Damm, den Anna Wilhelmine 1752 mit der Errichtung des Sommersitzes beauftragte. Um den Ehrenhof liegen Corps de Logis, Kavaliershäuser und Wirtschaftsbauten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tode der Schlossherrin im Jahre 1780 wurde ihrer Verfügung entsprechend im Schloss ein Stift für adlige unverheiratete Frauen eingerichtet, das bis 1945 bestand.

Walther Pflug arbeitete ab Sommer 1945 an der Rettung und Wiederherstellung des Mosigkauer Schlosses. Vom Präsidenten des Landes Sachsen-Anhalt wurde er 1947 als Kurator des Schlosses eingesetzt und war erster Direktor des Mosigkauer Schlosses von 1951 bis 1954.

Innenausstattung und Galeriesaal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1951 wurde das Schloss Museum für die Wohnkultur des Rokoko. 17 Räume sind teilweise im Originalzustand zu besichtigen. Hier befindet sich der Gobelin Der Triumph der Kirche über den Götzendienst nach einem Entwurf von Peter Paul Rubens um 1630 in einer Brüsseler Werkstatt gefertigt und ursprünglich aus dem Stadtschloss in Dessau.

Den kulturhistorischen Höhepunkt bildet der Galeriesaal. Er ist mit reicher Stuckatur verziert und beherbergt in vertieften Wandfeldern in einer in Deutschland einzigartigen originalen barocken (lückenlosen) Hängung bedeutende Gemälde überwiegend flämischer und holländischer Meister des 17. Jahrhunderts aus der „Oranischen Erbschaft“, so Zephyr und Flora von Peter Paul Rubens, Die Prinzen von Oranien von Anton van Dyck sowie Bildern von Jan Brueghel d. Ä., Jacob Jordaens, Hendrick Goltzius und Gerard van Honthorst. Das Schloss enthält außerdem eine umfangreiche Sammlung von Bildnissen anhaltinischer Fürsten.

Lustgarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Garten grenzt südlich an den Galeriesaal. In ihm befinden sich Heckenpartien mit der Kegelbahnlaube, ein Fischteich und ein Irrgarten. Anziehungspunkt des Rokokogartens ist die Orangerie mit seltenen und teils jahrhundertealten Kübelpflanzen, die in den Sommermonaten den Hauptweg zu Schloss säumen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Mosigkau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 48′ 22″ N, 12° 9′ 3″ O