Schloss Neufraunhofen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schloss mit Schlosskirche St. Johannes der Täufer
Schloss Neufraunhofen um 1700 nach Michael Wening

Schloss Neufraunhofen ist ein in Neufraunhofen in Niederbayern gelegenes Schlossgebäude mit angeschlossener Kirche.

Geschichte[Bearbeiten]

Laut einer von Georg Graf von Soden-Fraunhofen verfassten Chronik befand sich an der Stelle, wo sich heute das Dorf Neufraunhofen ausbreitet, ursprünglich ein Edelsitz mit Namen Öd, der erstmals 1180 urkundlich erwähnt wird. Das ist das Jahr, in dem Otto von Wittelsbach nach der Absetzung Heinrichs des Löwen durch Kaiser Barbarossa zum Herzog von Bayern ernannt wurde. Die Herren von Öd übten am Hof der Wittelsbacher das Schenkenamt aus, wodurch ihr Stammsitz Öd, was so viel wie Vatergut, in der Einöde liegender Erbhof bedeutet, den Namen "Schenkenöd" erhielt. Um 1390 übernahm Wilhelm von Fraunhofen den Sitz, baute die Burg neu aus und ließ sie in Neuen Fraunhofen umbenennen, während sein Vetter in Fraunhofen blieb, das nunmehr Alten Fraunhofen genannt wurde. Alt- und Neufraunhofen waren Reichslehen, die nur dem Kaiser unterstanden. Die Schlossgebäude mit Kirche in Neufraunhofen erhielten zwischen 1709 und 1720 durch teilweisen Um- und Ausbau ihr heutiges Aussehen. Ende 1805 wurden die beiden Ortschaften durch die Rheinbundakte Bayern eingegliedert. Das Schloss ist weiterhin im Besitz der Grafen von Soden-Fraunhofen.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Die unregelmäßige Dreiflügelanlage umfasst das Herrschaftsgebäude, an die sich die Kirche, das ehemalige Kapuzinerhospiz, Wirtschaftsgebäude, eine Taverne (um 1646) und ein ehemaliges Gerichtshaus anschließen. Das Schloss ist von einem Park aus dem 19. Jahrhundert umgeben. Die Schlosskirche St. Johannes der Täufer wurde 1709 bis 1714 auf den gotischen Grundmauern von 1409 errichtet und im Jahr 1753 mit einer Rokokofassade versehen. In den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche gegen Norden um ein Seitenschiff erweitert. Die Innenausstattung entstammt den Jahren 1715 bis 1750. In der Kirche der heutigen Kuratie Neufraunhofen befinden sich mehrere Grabmäler der Herren von Fraunhofen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marianne Mehling (Hrsg.): Knaurs Kulturführer in Farbe. Niederbayern und Oberpfalz. Droemer Knaur, München 1995, ISBN 3-426-26647-4.
  • Georg Graf von Soden-Fraunhofen: Alt- und Neufraunhofen: Ein Beitrag zur Orts- und Baugeschichte. Eigenverlag, Neufraunhofen 1966.

Weblinks[Bearbeiten]

48.42920112.309258Koordinaten: 48° 25′ 45″ N, 12° 18′ 33″ O