Schloss Planitz

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Planitzer Schloss, Eingangsseite

Schloss Planitz ist ein Schloss im Zwickauer Stadtteil Planitz, dessen Ursprünge in das 12. Jahrhundert zurückreichen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war im 12. und 13. Jahrhundert im Besitz der Vögte von Weida, welche die Herren von der Planitz damit belehnten. Sie wurden ab 1406 Vasallen des Markgrafen von Meißen. Im Januar 1430 wüteten die Hussiten im Dorf und brannten neben der Burg auch etliche Gehöfte und Häuser nieder. Die Familie von der Planitz ließ das Schloss anschließend neu errichten.

Christoph von der Planitz musste 1572 den Stammbesitz für 40.000 Gulden an Georg von Schönburg auf Glauchau und Waldenburg verkaufen, der ihn bereits 1579 für 40.500 Gulden an den Wittenberger Rechtsprofessor Joachim von Beust (1522–1597) weiterveräußerte. Zum Gut gehörte Grundbesitz auch in Hirschfeld, Lauterholz, Wolfersgrün, Haara, Wiesen und Leutersbach. Der Sohn, Heinrich von Beust, tauschte den Besitz 1617 gegen Schloss Netzschkau mit Christoph von Reibold, der ihn ein Jahr später an den Oberkämmerer Rudolph Apel von Vitzthum von Eckstedt abtrat, von dem ihn wiederum der Zwickauer Rat erwarb. Kurfürst Johann Georg I. kaufte das Planitzer Gut mit Voigtsgrün 1623. Im August 1632 plünderte der kaiserliche General Holk (1599–1633) bei der Besetzung Zwickaus auch Planitz. 1640 brannten schwedische Reiter des Generals Banér (1598–1641) bei einem Ausfall aus Zwickau gegen die kaiserlichen Truppen Schloss und Rittergut nieder. Es folgten diverse Verpfändungen des Gutes.

Schloss mit Schloss- und Lukaskirche
Eingangsseite mit Schlosskirche

Johann Georg III. tauschte das Rittergut Planitz und weitere zwei Kammergüter mit drei Brüdern von Arnim 1689 gegen Schloss Pretzsch bei Wittenberg ein. Der Neubau von Schloss und Gutsgebäude, die man nun in einem Viereck zusammenfasste, wurde 1691–1712 durch den Kammerherrn Johann Georg von Arnim in Angriff genommen. Die Arnims lebten später jedoch meist auf Schloss Gröba. Hans Christoph von Arnim (1736–1772) nahm als erster seiner Familie 1768 ständigen Wohnsitz auf Planitz. Er ließ den südlichen Gartenteil in einen Lustgarten im Rokokostil umwandeln. Zwischen 1868 und 1872 ließ Isolde von Arnim die Anlage vergrößern und in einen englischen Landschaftsgarten umwandeln. Georg Heinrich Wolf von Arnim (1800–1855) erschloß 1835 ein Steinkohlenrevier auf seinem Gutsland. Der königlich sächsische Kammerherr förderte den Steinkohlenbergbau und die heimische Industrie. Die Gründung der Königin-Marien-Hütte in Cainsdorf geht auf seine Initiative zurück.

Ende des Jahres 1933 wurde die Herrschaft Planitz geteilt. Der Planitzer Teil mit Schloss und Parkanlage ging für 100.000 Reichsmark an die Planitzer Sparkasse. Im März 1935 wurde das Schloss, nach einem Umbau, zum Rathaus umfunktioniert, in dem auch die Sparkasse untergebracht wurde. Spätere Nutzungen waren ein Kriegslazarett, dann kurzzeitig eine Kaserne für etwa 60 Sowjetsoldaten und ab etwa 1948 diente das Schloss zeitweilig als Unterkunft für Wismut-Arbeiter. Ab 1955 folgte dann die Nutzung des Schlosses als eine Schule der Deutschen Volkspolizei und als Zentrale der Transportpolizei.[1]

Nach der Renovierung und Restaurierung in den Jahren 1991–1993 zog in die Gebäude des Planitzer Schlosses das Clara-Wieck-Gymnasium ein, eine Bildungseinrichtung mit musischem Schwerpunkt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Norbert Peschke: Die historische Entwicklung von Planitz, abgerufen am 30. November 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Planitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 41′ 9″ N, 12° 28′ 20″ O