Schloss Ried

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Schloss Ried
Schloss Ried

Schloss Ried

Alternativname(n): Castel Novale
Entstehungszeit: um 1200
Geographische Lage 46° 31′ 13,9″ N, 11° 21′ 40,7″ OKoordinaten: 46° 31′ 13,9″ N, 11° 21′ 40,7″ O
Schloss Ried (Südtirol)
Schloss Ried

Schloss Ried oder Burg Ried ist eine eher kleine Burg ohne schlossartige Elemente nördlich von Bozen, am Eingang des Sarntals auf dem Gebiet der Gemeinde Ritten in Südtirol, Italien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinter dem bekannten Schloss Runkelstein verbreitert sich das Sarntal zu einem kleinen Kessel, worauf es sich wieder verjüngt. Diesen früher strategisch wichtigen Kessel machte sich die ehemalige Wasserburg Ried zunutze. Im Mittelalter wurden ihre Mauern vom Talferwasser umspült, heute fließt dieses keine zwanzig Meter am Schloss vorbei. Burg Ried gehört zu den wenigen Burganlagen, die niemals erobert wurden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage wurde vermutlich um 1200 erbaut und gegen Mitte des 13. Jahrhunderts um Wohnbauten, Zwinger und eine Burgkapelle erweitert.[1] Gegen Ende des 13. Jahrhunderts befand sich die Burg im Besitz der Edelfreien von Wangen. 1307 wurde die Burg an die Gemahlin Herzog Ottos von Kärnten-Tirol verkauft.[1] In der Folge wurde die Burg als tirolisch-habsburgisches Pfleggericht an beamtete Gerichtspfleger ausgegeben; so fungierte im Jahr 1465 ein Lenhart Ortwegker als pfleger ym Rit bey Botzin.[2] Ab 1501 verwendete König Maximilian I. die Burg als Zollstätte am kurz zuvor angelegten Sarntaler Talweg, 1509 war die Anlage im Besitz der Liechtensteiner; im 19. Jahrhundert gelangte die Burg an die Freiherren von Ingram, die es wiederherstellen und schlossartig ausbauen ließen.[1]

Der vor den Türken geflohene mehrfache (vgl. Liste der Herrscher der Moldau) Wojwode des Fürstentums Moldau, Petre Şchiopul (auch Peter der Lahme), bekam von Wien seinerzeit hier den Aufenthalt zugewiesen. Sein Grabstein befindet sich im Franziskanerkloster Bozen.

Der Bozner Messeumzug vom Frühjahr 1921, der den Bozner Blutsonntag auslöste, hätte ursprünglich bis Schloss Ried führen sollen, wurde aber aufgrund der faschistischen Übergriffe abgebrochen.[3]

Heute befindet sich die gut erhaltene Anlage in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herta Öttl: Ried. In: Oswald Trapp (Hrsg.), Tiroler Burgenbuch. V. Band: Sarntal. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1981, ISBN 88-7014-036-9, S. 93–107.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Ried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Bolzanos. (Die Kunstdenkmäler Südtirols 3,2). Wien: Hölzel 1926, S. 179–180.
  2. Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 2. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2008, ISBN 978-88-901870-1-8, S. 133–134, Nr. 1094.
  3. Heinz Degle: Erlebte Geschichte: Südtiroler Zeitzeugen erzählen: 1918–1945. Bozen: Athesia 2009. ISBN 978-88-8266-334-6, S. 10.