Schloss Rothestein

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Schloss Rothestein
Schlossansicht

Schlossansicht

Alternativname(n): Gilsaburg, Osterburg
Entstehungszeit: erwähnt 1357, Schloss ab 1891
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: vollständig
Ständische Stellung: Adlige
Ort: bei Kleinvach
Geographische Lage 51° 15′ 29,6″ N, 10° 1′ 0,8″ OKoordinaten: 51° 15′ 29,6″ N, 10° 1′ 0,8″ O
Höhe: 308 m ü. NHN
Schloss Rothestein (Hessen)
Schloss Rothestein

Das Schloss Rothestein bei Bad Sooden-Allendorf ist eine neogotische Schlossanlage an der westlichen Abdachung des Höhenzuges Gobert im Werra-Meißner-Kreis in Hessen (Deutschland). Der Name leitet sich vom roten Sandstein des Bergs ab, auf dem das Schloss steht.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Rothestein steht 3,25 km südöstlich von Bad Sooden-Allendorf und etwa 1,2 km des westlichsten Gobert-Gipfels „Hörne“ (ca. 515 m ü. NHN) auf dem etwa 308 m ü. NHN[1] hohen Schlossberg im Naturraum Südliches Gobert-Vorland.[2] Etwa 500 m westlich, aber rund 150 m tiefer, passiert die Werra mit einer Flussschleife unterhalb Kleinvachs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turmspitze des Schlossturmes
Schloss Rothestein in umgebender Landschaft

Am 13. August 1891 erfolgte durch Adolph Freiherr von und zu Gilsa, dem Intendanten des Kasseler Theaters, die Grundsteinlegung für den Schlossbau, auf dem Gelände einer abgegangenen mittelalterlichen Burganlage, wahrscheinlich der sog. „Osterburg“. Die Pläne für die Anlage stammten von dem Kasseler Architekten Georg Kegel. Mit Beginn der Bauarbeiten wurde zuerst am Hörnefuß die Gärtnerei errichtet und eine Villa mit Nebengebäuden, die zunächst der Bauherr bewohnte und so den Fortschritt der Arbeiten verfolgen konnte. Diese gingen nur langsam voran.

Im Jahre 1897 wurde der gesamte Besitz an den deutschstämmigen Großindustriellen Baron von Knoop aus Manchester verkauft, der das Schloss 1911 durch einen Anbau erweitern ließ. Das Hauptschloss wurde dann 1927 von dem Freiherrn von Lüninck erworben. Seine Familie war bis 1989 im Besitz der gesamten Anlage. Heute gehören ihr noch die Gebäude der Gärtnerei. Im Jahre 1994 wurde das Schloss von Theo Becker aus Bergisch Gladbach gekauft, der 2010 verstarb.[3][4] Er investierte sowohl in das Gebäude als auch in die Zufahrtsstraße.

Becker hatte es öffentlich zugänglich gemacht, nachdem das Gebäude zwischenzeitlich nur in seltenen Fällen besichtigt werden konnte, und im Sommer 2009 mit einem örtlichen Gastronomen ein Café eröffnet. Von dessen Terrasse bietet sich der Ausblick auf das Werratal und den Hohen Meißner.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio: Handbuch der Kunstdenkmäler. Hessen I, Regierungsbezirke Gießen und Kassel, Deutscher Kunstverlag, München 2008, ISBN 978-3-422-03092-3, S. 76.
  • Georg Ulrich Großmann, Katharina Hoppe: Nördliches Hessen. Zwischen Lahn und Werra, Reinhardswald und Rhön. Rundfahrten im Land des Fachwerkbaues. 2. Auflage. DuMont, Köln 1991, ISBN 3-7701-1874-X.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 55.
  • Rolf Müller (Hrsg.): Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0, S. 36–38.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Rothestein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TK 10 - das Schloss liegt oberhalb der 305 m-Höhenlinie, etwas nördlich befindet sich eine Höhenmarke von 302 m ü. NHN
  2. Karte und Legende zu den Naturräumen Hessens (Online-Kopie von Die Naturräume Hessens, Otto Klausing 1988) im Umweltatlas Hessen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie
  3. http://www.hna.de/nachrichten/werra-meissner-kreis/witzenhausen/gondel-aufs-schloss-738067.html
  4. http://www.hna.de/nachrichten/werra-meissner-kreis/witzenhausen/chinesische-unternehmer-habenschloss-rothesteinim-blick-1318495.html