Schloss Ruegers

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Dieser Artikel beschreibt das niederösterreichische Schloss Riegersburg, für die Burg Riegersburg in der Steiermark siehe Riegersburg (Burg)
Schloss Riegersburg
Schloss Ruegers

Das Schloss Riegersburg bzw. seit 2017 Schloss Ruegers ist ein Schloss im Ort Riegersburg bei Hardegg an der Grenze zur Tschechischen Republik. Riegersburg ist der westlichste Ort im niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn. Benachbarte Burgen bzw. Schlösser sind die Burg Hardegg, die Ruine Kaja, Schloss Niederfladnitz und Schloss Fronsburg und in der Tschechischen Republik Schloss Vranov nad Dyjí.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name „Riegersburg“ leitet sich höchstwahrscheinlich von dem erwähnten Rueger ab. Ein ähnlicher Name scheint zu dieser Zeit auch im Zusammenhang mit der Ruine Neudegg bei Pulkau auf. Ob es hier eine Verbindung gibt, ist nicht bekannt.

2017 änderte der Burgherr Octavian Graf Pilati den Namen des Schlosses auf Ruegers.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Riegersburg

Über die erstmalige Erwähnung von Riegersburg im Grenzbereich von Wein- und Waldviertel (Niederösterreich) gibt es – je nach Quelle - unterschiedliche Angaben: Die älteste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1212 (Besitz der Grafen Hardegg bzw. Gefolgsleuten), eine andere Quelle nennt das Jahr 1390 (eine Burg Ruegers wird genannt) und auf der Homepage von Schloss Riegersburg scheinen im Zusammenhang mit der Erstnennung 1427 noch einmal die Grafen von Hardegg auf.

16./17. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1568 erwarb Sigmund Graf von Hardegg die Burg von den Eyczingern, in deren Besitz sie sich seit 1441 befand. Anstelle der verfallenen Burg ließ er ein Wasserschloss errichteten und richtete hier seinen Verwaltungssitz für die Grafschaft Hardegg, aber auch den Wohnsitz ein. Sein Sohn Johann Wilhelm von Hardegg machte sich, nachdem er die Nachfolge angetreten hatte, daran, verschuldete Herrschaften aufzukaufen und geriet dadurch selbst in eine schwere Finanzkrise. Nach seinem Tod 1635 wurde über seinen Nachlass der Konkurs eröffnet. Sein Erbe Julius von Hardegg übernahm die Schulden und verkaufte, um diese zurückzahlen zu können, 1656 die Grafschaften Riegersburg und Hardegg.

18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Käufer waren die Grafen von Saint Julien-Wallsee, die ihrerseits am 1. August 1730 die Grafschaft Hardegg sowie die Herrschaften Riegersburg, Prutzendorf und Ober- und Untermixnitz samt allen Zugehörigkeiten an den 1725 zum Reichsgrafen erhobenen Sigmund Friedrich von Khevenhüller verkauften.

Wenige Tage später machte sich der Käufer gemeinsam mit seinem Sohn Johann Joseph Khevenhüller-Metsch, der den Kaufvertrag mitunterschrieben hatte, auf den Weg nach Riegersburg, wo er ein ramponiertes und höchstwahrscheinlich sogar unbewohnbares Bauwerk vorfand. In mehreren Phasen wurde zwischen 1730 und 1780 nach Plänen von Franz Anton Pilgram, einem Schüler von Johann Lucas von Hildebrandt das Schloss in seiner heutigen Form errichtet.

Die im Nordtrakt des Schlosses liegende Kapelle wurde 1755 geweiht.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1945 wurden erst einige Heimatvertriebene aus dem benachbarten Südmähren im Schloss untergebracht, dann bezog die russische Besatzungsmacht hier Quartier. Nach deren Abzug im Jahr 1955 war von der Originaleinrichtung nicht mehr viel übrig. Nur in der heute noch funktionstüchtigen Herrschaftsküche hinterließen sie einen neu gesetzten Küchenherd.

Für die im Jahr 1993 stattfindende Niederösterreichische Landesausstellung unter dem Motto „Familie – Ideal und Realität“ wurde das Schloss teilweise renoviert.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Anlass des 200. Todestages von Friedrich Schiller wurde 2005 sein Stück „Kabale und Liebe“ für das Fernsehen mit Götz George, Detlev Buck, Katja Flint, Katharina Thalbach und anderen unter der Regie von Leander Haußmann verfilmt. Neben Schloss Riegersburg waren unter anderem noch die Schlösser Karlslust bei Niederfladnitz, Schrattenthal, Greillenstein und Hagenberg in Loosdorf Drehorte.

Heute gehört das Schloss und der dazugehörige Besitz, einschließlich der Burg Hardegg, durch Erbgang den Grafen Pilati von Thassul zu Daxberg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DEHIO Niederösterreich - nördlich der Donau ISBN 3-7031-0652-2 (1990)
  • Burgen, Stifte und Schlösser Regionen Waldviertel, Donauraum, Südböhmen, Vysočina, Südmähren ISBN 978-3-9502262-2-5, S. 88 ff

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Riegersburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. orf.at: Schloss Riegersburg hat neuen Namen. Artikel vom 18. Mai 2017, abgerufen am 18. Mai 2017.

Koordinaten: 48° 51′ 13″ N, 15° 46′ 15″ O