Schloss Schaudichnichtum

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Schloss Schaudichnichtum
Reste des Jagdhauses Schaudichnichtum

Reste des Jagdhauses Schaudichnichtum

Daten
Ort Bad Dürkheim
Bauherr Jakob Tillmann von Hallberg
Baustil Barock
Baujahr vermutlich 1730
Abriss um 1793 bis auf wenige Reste

Das Jagdhaus Schaudichnichtum südwestlich von Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) war wie die benachbarten Jagdhäuser Kehrdichannichts, Murrmirnichtviel und Jägerthal eine Unterkunft für den kurpfälzischen Adel des 18. Jahrhunderts, wenn dieser im Pfälzerwald der Jagd nachging.

Heute ist das Jagdhaus eine Ruine; es sind nur noch geringe Grundmauerreste, Geländespuren und ein Gedenkstein erhalten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich 1730 wurde das Jagdhaus durch den Freiherrn Jakob Tillmann von Hallberg aus Fußgönheim erbaut, der das entsprechende Jagdrevier vom Kurfürsten gepachtet hatte. Die Zerstörung erfolgte wohl 1793, als die Französische Revolution auch auf die heutige Pfalz übergriff.

Der ursprüngliche Name des Jagdhauses ist nicht mehr bekannt. Die örtliche Bevölkerung gab der Ruine im 19. Jh. einen neuen Namen, der an die bereits existierenden Namen der Nachbarhäuser Kehrdichannichts und Murrmirnichtviel angelehnt war, und so entstand „Schaudichnichtum“.

1963 wurde das Jagdhaus, das ab 1816 zum ehemaligen Königlich-Bayerischen Forstareal gehört hatte, der Staatlichen Schlösserverwaltung Rheinland-Pfalz unterstellt.

In Anlehnung an die historischen Pfälzer Jagdhäuser Kehrdichannichts, Schaudichnichtum und Murrmirnichtviel nannte der Pfälzische NS-Gauleiter Josef Bürckel sein um 1935 bei Ramsen errichtetes Jagdhaus Lassmichinruh.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Magnus Backes, Heinz Straeter: Staatliche Burgen, Schlösser und Altertümer in Rheinland-Pfalz. Schnell & Steiner, Regensburg 2003, ISBN 3-7954-1566-7.
  • Jürgen Keddigkeit: Schlösser in der Waldeinsamkeit: von kurpfälzischen und leiningischen Jagdschlössern im Pfälzerwald. In: Die Pfalz am Rhein 1991, 2, S. 14–15.
  • Walter Eitelmann: Rittersteine im Pfälzerwald. 4. Auflage. Pfälzerwald-Verein, Neustadt/Weinstraße 1998, ISBN 3-00-003544-3.
  • Günter Stein: Burgen und Schlösser in der Pfalz. Weidlich, Frankfurt/Main 1976, ISBN 3-8035-8356-X.

Koordinaten: 49° 25′ 39,4″ N, 8° 5′ 5″ O