Schloss Schmeilsdorf

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Das Schloss Schmeilsdorf befindet sich in der Siedlung Schmeilsdorf, einem Ortsteil des Marktes Mainleus im Landkreis Kulmbach in Oberfranken (Bayern).

Schloss Schmeilsdorf

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das von Wassergräben umgebene Schmeilsdorfer Schloss liegt mit seinem Park mit altem Baumbestand mitten im Ort am Zentbach, etwa 1,5 km nordwestlich des Hauptortes Mainleus. Die Kreisstadt Kulmbach ist etwa 4 km östlich gelegen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1398 wurde ein Rittersitz im Besitz der Freiherren von Künsberg erwähnt.[1] Als 1571, der damalige Eigentümer der Kemenate Hans Friedrich von Künsberg starb, hinterließ er seiner Frau Ursula nicht nur das Anwesen in Schmeilsdorf, sondern auch seine Güter Hain und Wernstein. Ursula heiratete den Vetter ihres verstorbenen Gatten, Georg Siegmund von Künsberg.[2] 1644 zerstörte ein Brand den Rittersitz. Christian Joachim von Künsberg ließ ihn 1647 wieder aufbauen und lebte dort bis zu seinem Tod 1664.[1] Danach entstanden langwierige Erbstreitigkeiten zwischen dessen Witwe und Tochter mit dem angeheirateten Christoph Siegmund von Streitberg zu Veilbronn einerseits und denen von Künsberg auf Wernstein andererseits.[3]

Das bisher in Ganerbenbesitz befindliche Anwesen kam 1738 in den alleinigen Besitz Friedrich Erdmann von Künsbergs, der um 1750 das heute bestehende Schloss an der Stelle des alten Rittersitzes errichten ließ. Friedrichs Erbe Ludwig von Künsberg gab 1847 das Anwesen auf und verließ Schmeilsdorf. Der Leerstand setzte dem Gebäude stark zu. Um 1970 wurde es notdürftig renoviert.[2] Anfang des 21. Jahrhunderts wurde das Schloss von privat erworben, grundlegend renoviert und zum Mehrgenerationenhaus ausgebaut.[4]

Brücke zum Schloss

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das rechteckig angelegte Schloss ist ein schlichter, dreigeschossiger Bau mit sieben auf drei Fensterachsen. Die Südfassade zur Zufahrtsallee hin schmückt ein dreiachsiger Mittelrisalit mit Balkon und flachem Dreiecksgiebel. Das sonst schmucklose Gebäude mit Sandsteingliederung ist durch ein Mansarddach mit verschiedenen Dachgauben gedeckt.[2]

Der östliche Zugangsweg zum Schloss führt über eine Brücke mit Torpfeilern aus dem 18./19. Jahrhundert.

ehemalige Kapelle

Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenige Meter östlich des Schlosses steht ein eingeschossiger Satteldachbau aus Bruchsteinmauerwerk, die Anfang des 17. Jahrhunderts errichtete ehemalige Schlosskapelle. Ihr Nordgiebel wird durch ein Krüppelwalm geschmückt. Über dem Osteingang ist ein Allianzwappen aus dem Jahr 1603 eingelassen. Es trägt neben der Jahreszahl die Kürzel „GVK+UVKGZT“ (= „Georg von Künsberg und Ursula von Künsberg geborene zu Thurnau“), die somit als Erbauer der Kapelle gelten. Auf dem Dach der ehemaligen Kapelle befindet sich ein später aufgesetzter, achtseitiger Dachreiter mit geschwungener Haube. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts dient die ehemalige Kapelle als Scheune.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Elstner: Die von Künsberg: die Geschichte eines fränkischen Adelsgeschlechtes. Verlag Heim, Darmstadt 1972.
  • Fritz Mahnke: Schlösser und Burgen im Umkreis der Fränkischen Krone, 2. Band. Druck- und Verlagsanstalt Neue Presse GmbH, Coburg 1978, S. 171–172.
  • Hellmut Kunstmann: Der Burgenkranz um Wernstein im Obermaingebiet. Kommissionsverlag Degener & Co, Neustadt an der Aisch 1978, ISBN 3-7686-4083-3, S. 29–34.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Fritz Mahnke: Schlösser und Burgen im Umkreis der Fränkischen Krone. 2. Band, S. 171
  2. a b c d Fritz Mahnke: Schlösser und Burgen im Umkreis der Fränkischen Krone. 2. Band, S. 172
  3. Dieter Zöberlein: Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie. Selbstverlag, Burggrub 2018, Teil 2, S. 365–367
  4. www.mainleus.de/Schloss Schmeilsdorf

Koordinaten: 50° 6′ 52,5″ N, 11° 21′ 40,5″ O