Schloss St. Andreas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schloss St. Andreas
Schloss St. Andreas

Schloss St. Andreas

Entstehungszeit: 858 erstmals erwähnt
Erhaltungszustand: Erhalten
Ort: Cham
Geographische Lage 47° 10′ 43,5″ N, 8° 27′ 58,5″ OKoordinaten: 47° 10′ 43,5″ N, 8° 27′ 58,5″ O; CH1903: 677895 / 225820
Höhe: 430 m ü. M.
Schloss St. Andreas (Kanton Zug)
Schloss St. Andreas

Das Schloss St. Andreas ist ein Bauwerk im Stil des Historismus in Cham im Kanton Zug in der Schweiz. Das von Dagobert Keiser gestaltete Schloss liegt auf einem kleinen Hügel auf einer Landzunge am Nordufer des Zugersees. Es ist im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung aufgenommen worden und ist öffentlich nicht zugänglich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die damalige Burg St. Andreas wurde wegen ihrer strategisch bedeutsamen Lage im 14. Jahrhundert zu einer Festung umgebaut. Gegen das Ufer wurde ein Wassergraben gebaut. Bis 1370 gehörte die Burg den Herren von Hünenberg. Sie mussten aus finanziellen Gründen alle Güter, darunter auch die Burg, verkaufen. Sie kam in den Besitz der Habsburger, mit denen die Eidgenossen seit Jahrzehnten wegen ihrer Rechte im Kriegszustand lagen.

Dem Bund der Eidgenossen trat die Stadt Zug 1352 bei. Am Zugersee lagen vier kriegswichtige Häfen. Die Häfen Immensee, Zug und Arth waren bereits unter Kontrolle der Eidgenossen, der vierte und auch bedeutendste Hafen St. Andreas jedoch nicht. Im Jahre 1382 belagerten die Zuger die Festung und versuchten sie unter ihre Kontrolle zu bringen. Vier Jahre später konnte die Festung im Zusammenhang mit der darauf folgenden Schlacht bei Sempach mit Hilfe der Schwyzer eingenommen werden.

Der Besitzer wechselte in den folgenden Jahrhunderten mehrmals. 1775 brachte der Zuger Landschreiber Franz Fidel Landtwing sein grosses Vermögen aus Diensten in Frankreich, darunter auch das 1747 erworbene Schloss, in ein Fideikommiss ein.[1]

Das Schloss wurde während der Besetzung der Schweiz durch die Franzosen 1798–1815 als Pferdestall und Gefangenenlager gebraucht und verfiel. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Bewohnbarkeit durch den neuen Mieter, Architekt und Oberstdivisionär Heinrich Viktor von Segesser, wieder hergestellt. Heinrich Viktor von Segesser verstarb im Jahr 1900.

1903 kaufte Adelheid Page-Schwerzmann die Schlossanlage. Die katholische Kirchgemeinde Cham-Hünenberg übernahm die Kapelle und Kaplanei. Der westlich gelegene Hirsgarten, die öffentliche Badeanstalt, ging an die Einwohnergemeinde Cham. Schloss und Park samt Nebengebäuden sind heute Privatbesitz einer Erbengemeinschaft aus der Familie von Schulthess Rechberg.

Parkanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der über 67.000 m² grosse Englische Park mit bemerkenswerten Baumbestand wurde von Otto Fröbel, Sohn Theodor Fröbels, gestaltet. Heute gehört er zu den wenigen, weitgehend in der ursprünglichen Form erhaltenen Anlagen seiner Zeit. Der Park liegt auf dem Schlosshügel und öffnet sich zum Zugersee. Die Bepflanzung ist vielseitig, wobei nordamerikanische Pflanzenarten einen Schwerpunkt bilden. Der Park wird zweimal jährlich, zur Zeit der Rhododendronblüte und zum Nationalfeiertag der Schweiz am 1. August, für die Öffentlichkeit geöffnet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss St. Andreas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Renato Morosoli: Landtwing, Franz Fidel. In: Historisches Lexikon der Schweiz.