Schloss Thalstein

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Tümpling Exlibris, Thalstein 1895
Schloss Thalstein im April 2014

Das Schloss Thalstein ist ein Schloss am Jenzig bei Jena.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschossbuch der Stadt Jena von 1406 nennt auf Seite 163 einen Albrecht Tümpling mit Gütern am Jenzig undir und bie dem Talensteyne. Auf entsprechenden Plänen sind bis 1846 keine Gebäude an der Stelle von Gut Thalstein zu erkennen. Nachweislich erster Besitzer ist Rentamtmann Eduard Steinert, der seit 1841 die Obstnutzung auf seinen Grundstücken verpachtete und 1853 eine Holzauktion auf Thalstein veranstaltete. Bis Mitte 1853 lassen sich seine Zeitungsanzeigen für den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte und einen Weinberg verfolgen, bis er das Anwesen allerdings bereits 1858 wieder zum Kauf anbot. Danach soll sich auf dem Gelände eine Manufaktur für Holzstifte befunden haben. In der Zeitung wurden dazu Stellenanzeigen veröffentlicht. Der nächste Eigentümer hieß Gerstung, ebenfalls Landwirt, der das Gut mindestens bis 1864 besaß. Bis 1868 sprach man vom Gut, nicht vom Schloss Thalstein. In der Folgezeit wurde das Anwesen von der Familie von Tümpling erworben. Bereits 1891 erwarb sie von der Gemeinde Wenigenjena den Hang des Jenzig südöstlich des Anwesens und einen Teil des Plateaus für 1.400 Mark und ließ das Grundstück besteinen. Hinter der Berggaststätte "Jenzighaus" findet man heute noch einen Grenzstein mit der Jahreszahl 1891.[1]

1960 verkaufte die Familie ihren Besitz an den VEB Fernmeldewerk Arnstadt, der es als Ferienheim nutzte.[1]

Nach der Wende stand das Gebäude leer.[2] Seit es 2002 durch das Bundesvermögensamt veräußert wurde,[3] verfällt das denkmalgeschützte Schloss zunehmend. Aus diesem Grund wurde der Besitzer, ein Steuerberater aus Jena, 2010 vom Denkmalverbund Thüringen mit dem Negativpreis „Schwarzes Schaf der Denkmalpflege“ ausgezeichnet.[4][5]

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss befindet sich zwischen den Siedlungen von Wenigenjena und Kunitz, zwischen Jenzig und Saale und nur wenige hundert Meter nördlich der Erlkönig-Statue.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. von Tümpling: Thalstein - ein Stück Nachkriegsgeschichte einer Thüringer Familie. In: J. Sobotka (Hrsg.): Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Thüringen. Veröff. Dtsch. Burgenvereinig. e.V., Reihe C. K. Theiss Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1123-X, S. 162–167.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Thalstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Der Thalstein auf viagegia.org
  2. Wanderung auf dem "Dach nordöstlich von Jena" auf geraer-wanderverein.de
  3. Anfrage zur 3. Sitzung des Stadtrates am 30. September 2009 auf spd-jena.de
  4. Schwarzes Schaf der Denkmalpflege 2010 des Thüringer Denkmalverbunds
  5. Schwarzes Schaf der Denkmalpflege 2010 geht an den Schloss-Thalstein-Besitzer, Bericht von JenaTV auf youtube.com

Koordinaten: 50° 56′ 37″ N, 11° 37′ 3,7″ O