Schloss Wachendorf

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Schloss Wachendorf
Schloss Wachendorf, Luftaufnahme (2015)

Das Schloss Wachendorf steht in Wachendorf, einem Stadtteil von Mechernich im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen.

Das Schloss entstand in seiner heutigen Form etwa um 1780. Im Jahr 1883 wurde es letztmals nach dem Vorbild eines maison de plaisance aus- bzw. umgebaut. Im Zuge dieser Umbaumaßnahmen entstanden das repräsentative Haupttreppenhaus und großzügige Säle. Heute ist das Gebäude ein ungewöhnlich großes dreigeschossiges Herrenhaus mit rund 60 Räumen, hohem Mansarddach und sechsgeschossigem Mittelturm, teilweise umgeben von den Resten einer ehemals eindrucksvollen Befestigung mit Wällen und Wassergräben.

Wachendorf ist erstmals im Jahre 1190 als Vogtei erwähnt. An der Stelle des Wachendorfer Schlosses stand ein Rittersitz mit bergfriedartigem Turm, ursprünglich mit spätgotischem Turmhelm. Dieser Bergfried ist als Mittelrisalit im Schloss erhalten, nun mit einem Mansarddach. Zumindest die Untergeschosse des Mittelturms und erhebliche Mauerpartien der nordwestlichen Herrenhaushälfte stammen von der mittelalterlichen Burg.

Im frühen 16. Jahrhundert gelangte die damalige Burg durch Heirat in den Besitz der Adelsfamilie Palandt. Johann von Palandt gehörte zu den wichtigsten Rittern der Jülicher Herrschaft. Im Jahre 1628 führten Hexenprozesse unter dem Burgherrn Marsilius III. von Palandt zum Tode von 16 Menschen. Ab 1687 kam die Liegenschaft durch Vererbung an das Geschlecht von Hatzfeld, welches sie 1768 an Anna Maria von Hallberg geb. von Holtzweiler, die Mutter des kurpfälzischen Gesandten Heinrich Theodor von Hallberg, verkaufte.[1][2] 1780 wurde Burg Wachendorf vom bayerischen Generalmajor Adolph Freiherr von Ritz erworben. Durch den Euskirchener Landrat Johann Peter Schroeder kamen das Anwesen und die Ländereien 1877 an den Freiherrn Solemacher-Antweiler, der das Schloss zu seiner heutigen Form umbauen ließ. Sein Sohn verkaufte 1896 den Besitz an Paul von Mallinckrodt. Das Schloss ist heute Privatbesitz seiner Nachkommen, der Familie von Blumencron. Es dient unter anderem als Trauort des Standesamts Mechernich sowie als Zen-Tempel.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archiv für das Civil- und Kriminalrecht der Königlich-Preussischen Rheinprovinzen, Neue Folge, 28. Band, 1. Abteilung, S. 145 u. 146, Köln, 1843; (Digitalscan)
  2. Jakob Katzfey: Geschichte der Stadt Münstereifel und der nachbarlichen Ortschaften, Band 2, S. 232, 234, 235, Köln, 1855; (Digitalscan)

Koordinaten: 50° 35′ 46″ N, 6° 44′ 39,1″ O