Schloss Wolfurt

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Schloss Wolfurt, bei Wolfurt

Das Schloss Wolfurt ist ein Schloss in Wolfurt in Vorarlberg und war der Stammsitz der Herren von Wolfurt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Urkunden von 1217 und 1226 wird es erstmals genannt. 1402 erwarb das Kloster Mehrerau die Hälfte der Burg von den Wolfurtern. Die Burg wurde ein Sommersitz der Äbte. Noch vor der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde Wolfurt landesfürstlich. 1451 fiel es an Österreich und wurde seitdem als Lehen an verschiedene Bregenzer Patrizierfamilien vergeben. Zunächst an die Familie Kaisermann, 1463 an die Familie Leber von Wolfurt.

Im Jahr 1530 kaufte der Abt des Klosters St. Gallen, Germann Kilian (1485–1530) das Schloss Wolfurt bei Bregenz und flüchtete von St. Gallen hierher.[1][2] Nach ihm bewohnte der Abt Diethelm Blarer von Wartensee (Abt von 1530 bis 1564) das Schloss.[3]

1653 übernahm Johann Wilhelm Marius das inzwischen wieder heimgefallene Lehen, nach ihm wurde 1696 Benedikt Reichart aus Bregenz mit Wolfurt belehnt. Er veranlasste um 1707 den barocken Umbau im Inneren. Nachdem 1750 Joseph Xaver Tröndlin von Greiffenegg (1705–1765) den Bau erworben hatte, gelangte er zwei Jahre später in bäuerlichen und danach in bürgerlichen Besitz. Dessen Enkel Hermann Gottlob von Greiffenegg (1775–1847) benannte sich dann zusätzlich als von Wolffurt. Nach 1856 kam es durch einen Bregenzer Kaufmann zu einem Umbau im neoromanischen Stil. Weitere Umbauten wurden ab 1937 nach Plänen von Johann Anton Tscharner durchgeführt.

Friedrich Wilhelm Schindlers Sohn Fritz Schindler erwarb 1936 Schloss Wolfurt und übersiedelte 1950 von der Villa Grünau in Kennelbach nach dort. 1939 wurde es durch einen Brand zerstört, wobei der 1940 erfolgte Wiederaufbau in gotischen Formen nach Plänen des ehemaligen Architekten durchgeführt wurde. 1945 wurde die zum Schloss umgestaltete Burg bis zum Jahr 1953 vorübergehend zum Wohnsitz des Chefs der französischen Militärregierung für Vorarlberg.[4][5] Anschließend wurde das Schloss an die Familie Schindler zurückgegeben und verblieb bis 2017 in Familienbesitz. Im März 2017 beschloss die Wolfurter Gemeindevertretung, das Schloss zum Preis von 4,1 Millionen Euro zu kaufen und dieses damit ins Eigentum der öffentlichen Hand zu bringen.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alois Niederstätter: Die Vorarlberger Burgen. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2017, ISBN 978-3-7030-0953-2, S. 171–174.
  • Patrick Schicht: Buckelquader in Österreich. 2011.
  • Volkmar Dieth: Steinerne Zeugen. 1995.
  • Georg Clam Martinic: Österreichisches Burgenlexikon. 1992.
  • Franz Josef Huber: Kleines Vorarlberger Burgenbuch. 1985.
  • Dehio: Vorarlberg. 1983.
  • Gerhard Stenzel: Von Schloß zu Schloß in Österreich. 1976.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Wolfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Germann, Kilian
  2. Äbte des Klosters St. Gallen
  3. Bertz, Ulrich
  4. Ulrich Ilg: Meine Lebenserinnerungen. Hrsg.: Vorarlberger Landesbibliothek, Vorarlberger Landesarchiv. Reprint der Ausgabe von 1985 anlässlich des 100. Geburtstages von Ulrich Ilg Auflage. W. Neugebauer Verlag, Feldkirch 2005, ISBN 3-85376-264-6, S. 68 (Volltext als PDF auf den Webseiten des Vorarlberger Landesarchivs).
  5. Ulrich Nachbaur: „Die Lage im Vorarlberg“ – Ende und Neubeginn 1945 im Spiegel der „Neuen Zürcher Zeitung. In: Ulrich Nachbaur, Alois Niederstätter (Hrsg.): Aufbruch in eine neue Zeit. Vorarlberger Almanach zum Jubiläumsjahr 2005. Vorarlberger Landesarchiv, Bregenz 2006, ISBN 978-3-9502171-0-0, S. 329, Fußnote 77.
  6. Gemeinde kauft Schloss Wolfurt. ORF Vorarlberg, 23. März 2017; abgerufen am 23. März 2017.

Koordinaten: 47° 28′ 14″ N, 9° 45′ 16″ O