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Schmalspurbahn Ainaži–Valmiera–Smiltene

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Ainaži–Valmiera–Smiltene
Bahnübergang der Straße P13 bei Puikule (2010)
Bahnübergang der Straße P13 bei Puikule (2010)
Strecke der Schmalspurbahn Ainaži–Valmiera–Smiltene
Ehemaliger Streckenverlauf (gelb markiert)[1][2]
Streckenlänge:Mit Zweigstrecken: 127 km
Spurweite:750 mm (Schmalspur)
Betriebsstelle Streckenanfang (Strecke außer Betrieb)
~-1,1 Ainaži, Seehafen, Nord-Mole
Abzweig geradeaus und von links (Strecke außer Betrieb)
~-0,2 nach Estland (Richtung Pärnu)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
0,0 Ainaži
~6,1 Rail Baltica (seit 2024 im Bau)
Abzweig geradeaus und nach rechts (Strecke außer Betrieb)
~6,5 Steinbruchbahn Vilspuri (1957–61)
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
7,0 Salace
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
~9,2 Salaca[2][3]
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
10,0 Lagaste
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
19,0 Zonepe
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
22,0 Mežkadaga
Strecke (außer Betrieb)Kopfbahnhof Streckenanfang (Strecke außer Betrieb)
16 Staicele (seit 1913)
Strecke (außer Betrieb)Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
7 Pavāri
Abzweig geradeaus und von links (Strecke außer Betrieb)Strecke nach rechts (außer Betrieb)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
0
29 ,0
Pāle
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
36,0 Ārciems
Strecke von links (außer Betrieb)Kreuzung geradeaus unten (Strecken außer Betrieb)
von Rūjiena (1937–1997)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
43,0 Puikule
Strecke nach rechts (außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)
nach Riga (1937–1997)
Abzweig geradeaus und nach rechts (Strecke außer Betrieb)
Moorbahn Rāķi
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
46,0 Ozoli
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
50,0 Kauguri
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
55,0 Dikļi
Abzweig geradeaus und von links (Strecke außer Betrieb)Strecke von rechts (außer Betrieb)
Strecke (außer Betrieb)
Strecke (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und ehemals von links
Moorbahn Zilaikalns
Strecke (außer Betrieb)Kopfbahnhof Streckenende
Zilaikalns Draisinenbahn[4]
Abzweig geradeaus und nach rechts (Strecke außer Betrieb)
Moorbahn
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
62,0 Dauguļi
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
71,0 Zilaiskalnsi
Abzweig geradeaus und von rechts (Strecke außer Betrieb)
von Brauerei Kokmuiža (seit 1913)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
76,0 Kokmuiža
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Kocēni Kokenhof
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
80,0 Jāņuparks
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Gauja
Strecke (außer Betrieb)Strecke von links
von Valga (seit 1889)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)Bahnhof
84,0 Valmiera
Kreuzung geradeaus oben (Strecke geradeaus außer Betrieb)Strecke nach rechts
nach Riga (seit 1889)
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
93,0 Cempi
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
97,0 Jaunvāle
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
104,0 Biksēja
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
109,0 Stariņi
Kopfbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)
116,0 Smiltene

Quellen: [5][6][Anm. 1]

Die Schmalspurbahn Ainaži–Valmiera–Smiltene (Wolmarer Zufuhrbahn, lettisch Valmieras Šaursliežu Pievedceļa sabiedrība, VŠP) war eine mit Zweigstrecken 127 km lange Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 750 mm. Sie führte in Lettland vom Hafen in Ainaži über Valmiera nach Smiltene.

Die Schmalspurbahn wurde 1902 von Großgrundbesitzern des damaligen Gouvernement Livland gegründet. Darüber hinaus erklärten sich die Papierfabrik Staicele und die Bierbrauerei Kocēni bereit, den Bau der vom Besitzer des Gutshofs Smiltene, dem Verkehrsingenieur Graf Paul von Lieven (1875–1963), vorgeschlagenen Eisenbahnlinie mitzufinanzieren.[7]

Paul von Lieven begann 1908 mit den Planungsarbeiten und 1910 mit den Bauarbeiten für die Eisenbahnstrecke.[7] Sie wurde mit vorgefertigten geraden und gebogenen 5 m langen Gleisjochen auf jeweils 10 Eisenschwellen gebaut und war dadurch schnell fertig. Insgesamt kosteten die Bauarbeiten 2,9 Millionen Rubel, wovon 74.600 Rubel für den Erwerb von 340 Hektar Land für die Eisenbahnstrecken und für Bahnhofsgebäude bezahlt wurden.[6]

Am 14. August 1911 wurde der Streckenabschnitt Smiltene–Valmiera in Betrieb genommen. Das Bahnhofsgebäude in Valmiera war im September 1911 fertig und der Betrieb auf dem Streckenabschnitt Valmiera–Puikule wurde am 11. Oktober 1911 aufgenommen. Am 12. August 1912 begann der reguläre Verkehr. Ab 1913 waren die Zweigstrecken zur Brauerei Kokmuiža und zur Papierfabrik Staicele in Betrieb.[7][8]

Weltkriegszeiten

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Die Regierung gestattete 1913 der Wolmarer Zufuhrbahn-Gesellschaft, Vorarbeiten für eine knapp 60 km lange Verlängerung der Strecke über Neu-Pebalk (Jaunpiebalga) nach Alt-Pebalk (Vecpiebalga) auszuführen.[9][Anm. 2] In den Wirren des Lettischen Unabhängigkeitskriegs wurden diese Pläne aber nicht verwirklicht.

Nach Lettlands Unabhängigkeitserklärung vom 18. November 1918 übernahm die neue Staatsbahn Latvijas Valsts Dzelzsceļi (LVD) in der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs spätestens im August 1919 den Betrieb der Zufuhrbahn. Am 1. September 1924 übertrug sie die ihr gehörende Strecke Ainaži–Smiltene mit einer Gesamtlänge von 113,2 km an die Aktiengesellschaft Valmieras šaursliežu Pievedceļš (VŠP, Valmieras Schmalspurbahn).[8] Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Bahn 1941 erneut verstaatlicht.[10]

Während des Rückzugs im Zweiten Weltkrieg, im Herbst 1944, sprengten die Streitkräfte der Wehrmacht zahlreiche Bahnhofsgebäude. Hiervon war der Streckenabschnitt Smiltene-Valmiera betroffen.

Im Frühjahr 1957 wurde eine knapp 1 km lange Zweigstrecke zum Eisenbahnschotterwerk (Ainažu Dzelzceļa Akmeņu Karjers) in der Nähe der Häuser Kūdriņi  (Lage) und Vilspuri (Lage) verlegt. Die Steine für den Brecher wurden aus der näheren Umgebung herangeschafft, die sehr reich an Steinen unterschiedlicher Größe war. Aus den größten Steinen wurden Denkmäler in mehreren Orten Lettlands errichtet. Die meisten Steine wurden aber zerkleinert, gereinigt und sortiert. Die fertigen Produkte wurden mit der Schmalspurbahn zum Bahnhof Puikule transportiert, wo sie auf Breitspur-Eisenbahnwagen umgeladen wurden, um als Gleisschotter zwischen den Betonschwellen der Eisenbahnlinien der UdSSR eingebracht zu werden. In der Steinbrechanlage arbeiteten die Bewohner der umliegenden Häuser, bis sie 1962 stillgelegt wurde.[Anm. 3]

Ab 1970 wurde die Strecke abschnittsweise stillgelegt und abgebaut, die letzten Güterzüge fuhren 2002 auf dem Streckenabschnitt zur Torffabrik.[7] Heute verläuft ein stellenweise unbefestigter Greenrailways-Radwanderweg auf der alten Trasse. Entlang der Strecke sind Informationstafeln aufgestellt, die über die Geschichte der Eisenbahn und die an der Route gelegenen Objekte berichten.[11]

Die gemischten Züge dienten dem kombinierten Personen- und Güterverkehr. Aufgrund der zeitaufwendigen Lade- und Rangierarbeiten dauerte die einfache Fahrt von Smiltene nach Valmiera fahrplanmäßig eineinhalb Stunden und von Valmiera nach Ainaži sogar fünf Stunden. Folgendes Frachtaufkommen wurde 1923 transportiert:[8]

Frachtgut Tonnen
Brennholz 30.597 t
Rohholz: Langholz, Kurzholz, Holzklötze, Holzscheite usw. 12.666 t
Steinkohle 11.357 t
Steine 9.837 t
Schnittholz: Balken, Bretter, Latten 6.542 t
Papier und Karton 6.420 t
Kunstdünger 4.843 t
Kartoffeln 2.906 t
Rundholz: Pfähle, Stangen usw. 2.250 t
Flachs und Hanf 1.235 t
Butter 912 t

Auf einem etwa 4 km langen Streckenabschnitt bei Zilaikalns werden für Touristen Draisinenfahrten mit vier muskelbetriebenen Schienenfahrrädern angeboten.[4]

Wichtige Bauwerke

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Bild Bauwerk
Ainaži, Seehafen, Nord-Mole
Bahnhof Ainaži
Steinbruchbahn Vilspuri
Salaca-Brücke
Bahnhof Zonepe und Wasserturm
Bahnhof Pāle
Zweigstrecke nach Staicele
Bahnhof Ārciems
Bahnhof Puikule
Bahnhof Ozoli
Anschlussgleise in der Brauerei Kokmuiža
Kocēni (Kokenhof)
Gauja-Brücke
Güter-Umladebahnhof Valmiera
Ehemaliger Güterbahnhof in Smiltene

Schienenfahrzeuge

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Am 1. September 1924 verfügte die Bahn über sechs Dampflokomotiven, davon fünf der Bauart D n2 und eine der Bauart C n2t+t, 11 Personenwagen mit jeweils 64 Sitzplätzen, 2 Gepäckwagen, 28 gedeckte Güterwagen mit einer Tragkraft von 12,5 Tonnen, 26 Plattformwagen und 19 Güterwagen.[8]

Bild LVD-Nr. o. Werks-Nr. Nr. Anmerkungen
Pp-751 A 1 Kolomna Type 65, Bauart D n2, Baujahr 1911
Pp-752 A 2 Kolomna Type 65, Bauart D n2, Baujahr 1911[10]
Pp-753 A 4 Kolomna Type 65, Bauart D n2, Baujahr 1911
A 5 Kolomna Type 65, Bauart D n2, Baujahr 1911
Pp-785 B 1 Kolomna Type 65, Bauart D n2
B 2 Kolomna Type 65, Bauart D n2
Bauart C n2t+t
Werks-Nr. 3665/1909 Orenstein & Koppel, Bauart C n2t
Werks-Nr. 3666/1909 Orenstein & Koppel, Bauart C n2t
Werks-Nr. 4366/1911 Orenstein & Koppel, Bauart C n2t
Werks-Nr. 4367/1911 Orenstein & Koppel, Bauart C n2t
Werks-Nr. 4368/1911 Orenstein & Koppel, Bauart C n2t
Werks-Nr. 4686/1911 Orenstein & Koppel, Bauart C n2t
Werks-Nr. 4687/1911 Orenstein & Koppel, Bauart C n2t
Werks-Nr. 4688/1911[12] Orenstein & Koppel, Bauart C n2t
Werks-Nr. 3795/1912 J.A. Maffei, Dampfspeicherlokomotive der Bierbrauerei Kokenhof (Kocēni) bei Wolmar (Valmiera), Bauart B fl
Motordraisine, um 1925
M 1 Schienenbus
Schienenbus, Baujahr 1928. Er bestand größtenteils aus Eichenholz, verfügte über 34 gepolsterte Sitzplätze und war in Raucher- und Nichtraucherabteile sowie ein separates Gepäckabteil unterteilt.[8]
Eisenbahnstrecken Lettland, 1925
  1. Zur Kilometrierung ab Valmiera siehe auch die Eisenbahnstreckenkarte Lettland, 1925.
  2. Möglicher Streckenverlauf der knapp 60 km langen Streckenverlängerung.
  3. Eisenbahnschotterwerk bei den Häusern Kūdriņi und Vilspuri: Foto 1, Foto 2 und Foto 3.

Einzelnachweise

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  1. OpenRailWay.
  2. a b U.S. Army Map Service: Valmiera (NO 35-7, Series N501), 1954.
  3. Dzelzceļa tilta celtniecība pāri upei Salis (tagad Salaca). Posms šaursliežu dzelzceļa līnijā Ainaži–Valmiera Bau der Eisenbahnbrücke über den Fluss Salis (heute Salaca).
  4. a b Gleisfahrräder (Mai-Oktober). In: visit.valmiera.lv. Abgerufen am 4. November 2025.
  5. Verein Mitteleuropäischer Eisenbahnverwaltungen (Hrsg.): Stationsverzeichnis der Eisenbahnen Europas. (früher Dr. KOCHs Stationsverzeichnis). 52. Auflage. Barthol & Co., Berlin-Wilmersdorf 1939, S. 438.
  6. a b Valters Grīviņš: Šaursliežu dzelzceļa tilts (Dzelzs tilts) Valmierā. 21. Juli 2023.
  7. a b c d Ainaži-Valmiera-Smiltene Railway Line.
  8. a b c d e Ineta Amoliņa: Pa bānīša takām… Šaursliežu dzelzceļa Smiltene – Ainaži apraksts. 2010.
  9. Vorarbeiten für eine Fortsetzung von Neu-Pebalk (Jaunpiebalga) nach Alt-Pebalk (Vecpiebalga). In: Nordlivländische Zeitung N° 156, 13. Juli 1913, S. 2.
  10. a b Peeter Klaus und Keith Chester: The Narrow Gauge Steam Locomotives of Estonia. ISBN 91-7266-165-8, ISBN 978-91-7266-165-3, S. 87.
  11. Grüne Eisenbahn. In: visit.valmiera.lv. Abgerufen am 4. November 2025.
  12. Roland Bude, Klaus Fricke and Martin Murray: O&K-Dampflokomotiven: Lieferverzeichnis 1892–1945. Verlag Railroadiana, Buschhoven 1978, ISBN 3-921894-00-X. (Auszugsweiser Nachdruck einer O&K-Veröffentlichung)

Koordinaten: 57° 52′ 11″ N, 24° 21′ 34″ O