Schmalspurbahn Trenčianska Teplá–Trenčianske Teplice

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Koordinaten: 48° 54′ 34″ N, 18° 10′ 7″ O

Trenčianska Teplá–Trenčianske Teplice
Streckenlänge:5,427 km
Spurweite:760 mm (Bosnische Spur)
Stromsystem:1909–1942: 750 Volt =
1942–1984: 950 Volt =
1984–heute: 600 Volt =
Höchstgeschwindigkeit:30 km/h
   
Übergang zur Bahnstrecke Bratislava–Žilina
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,000 Trenčianska Teplá
Haltepunkt, Haltestelle
0,530 Trenčianska Teplá obec
Haltepunkt, Haltestelle
1,592 Trenčianska Teplá zastávka
Haltepunkt, Haltestelle
3,060 Kaňová
Haltepunkt, Haltestelle
4,283 Trenčianske Teplice sídlisko
Haltepunkt, Haltestelle
4,837 Trenčianske Teplice zastávka
Kopfbahnhof – Streckenende
5,427 Trenčianske Teplice
Zug beim ehemaligen Kreuzungsbahnhof Výhybňa Kaňová 2008
Ortsdurchfahrt Hauptstraße in Trenčianska Teplá
Trež auf einer Fahrt
Endstation Trenčianske Teplice
Steuerpult
Die Zugstation Trenčianske Teplice
Innenansicht

Die Schmalspurbahn Trenčianska Teplá–Trenčianske Teplice (slowakisch Trenčianska Elektrická Železnica, kurz auch TREŽ genannt) ist eine im Jahre 1909 eröffnete elektrisch betriebene schmalspurige Nebenbahn in der Slowakei. Die Bahn verkehrt zwischen Trenčianska Teplá und Trenčianske Teplice und hat aufgrund ihrer Streckenführung durch Ortschaften sowie Felder und Wälder den Charakter einer Überlandstraßenbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zweck der Bahn von Trenčianska Teplá nach Trencianske Teplice war, den Bedarf zu erfüllen und das mit ausreichend Kapazität und leistungsstarken Fahrzeugen, außerdem die Gewährleistung der Beförderung von Personen, vor allem Kurgäste, zwischen dem Bahnhof Trenčianska Teplá und Trenčianske Teplice. Bis zu diesem Zeitpunkt waren gebrauchte Postwagen Omnibusse. Als das Postamt 1842 in Trenčianske Teplice gegründet wurde, waren diese Bäder gut mit ganz Europa verbunden. Die Wägen mit einer Kapazität von sechs Passagieren wurden gelb, lackiert und von drei Pferden gezogen. Der Vertrag von 1889, der besagte, dass das Geschäft Huber, R. und K. Fiala sich verpflichtet, für den Kurort Trenčianske Teplice Linienverkehr mit Zügen zu schaffen. Die ersten konkreten Pläne für den Bau der Eisenbahnlinie kamen bereits im Jahr 1886. Trenčianske Teplice bekam ein Angebot von Ing. Edmund Bleier von Trencin im Jahre 1907 auf der genannten Strecke elektrische Eisenbahn mit 760 mm Spurweite für einen relativ günstigen Preis 44.000 Kronen zu bauen. Am 4. Juni 1907 nahm die Kurgemeinde dieses kostspielige Angebot an. Der Bau der Eisenbahn begann Anfang 1908 und dem 12. Dezember des gleichen Jahres gründete eine Aktiengesellschaft Holák - Trencsénteplicz helyi érdekel villamos Vasut Rt mit Sitz in Trencin (später stellte sich heraus, dass der Hauptsitz des Unternehmens in Budapest war). Das Eröffnungsdatum der Strecke ist unterschiedlich. Die Straßenbahnfima hat als Datum den 27. Juni 1909 angegeben, die Gemeinde gab den 27. Juli 1909 an. Die Trenčiner Zeitung informierte, dass der Start der regelmäßige Verbindung zum Bahnhof am 27. Juni 1909 um 9 Uhr morgens begann.

Die im Eröffnungsjahr für die gesamte Strecke der elektrisch betriebenen Schmalspurbahn festgelegte Spurweite von 760 mm (Bosnische Spurweite) wird bis heute beibehalten. Die Bahn fährt vom Staatsbahnhof Trenčianska Teplá quer durch den Ort, in dem sie zwei Haltepunkte bedient. Nach dem Ort fährt sie durch Felder und Wälder zum Kurort Trenčianske Teplice.

Heute erfolgt der Personenverkehr mit Triebwagen der Baureihe 411.9 (ex ČSD-Baureihe EM 46.1), welche in den 1950er Jahren gebaut und zwischenzeitlich (1980) modernisiert wurden. An Werktagen wurde als Verstärkung auch ein Steuerwagen an den Triebwagen. Diese Steuerwagen wurden 2008 beziehungsweise 2010 von der ŽSR verkauft. Derzeit verkehren auf der Strecke täglich circa zehn Zugpaare. Die Fahrzeit beträgt circa 15 Minuten, die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist 30 km/h.

Die gesamte Strecke wird im vereinfachten Betrieb (ähnlich dem Zugleitbetrieb) geführt. Es gibt auf der Strecke keine Kreuzungsmöglichkeiten mehr und die beiden Endbahnhöfe sind, bezogen auf die Schmalspurbahn, auch nicht mit Fahrdienstleitern besetzt – es handelt sich also um einen völlig unabhängigen Betrieb. Noch zu Zeiten des Kommunismus in der Tschechoslowakei bestand auf halber Strecke der Kreuzungsbahnhof „Výhybňa Kaňová“ (výhybňa heißt „Ausweichstelle“), welcher schon seit längerer Zeit stillgelegt ist und dessen Kreuzungsgleis bei der Streckensanierung im Jahr 2000 entfernt wurde. In der Zeit, als noch Zugkreuzungen durchgeführt wurden, fuhren zwei Zugeinheiten gleichzeitig auf der Strecke und kreuzten sich in Výhybňa Kaňová.

Die gesamte Strecke ist zum technischen Denkmal ernannt worden, wobei es noch in den 1990er Jahren nicht besonders gut um dieses Kleinod stand. Stilllegungsüberlegungen bestanden, da die Strecke stark sanierungsbedürftig war. Der Gleiszustand war teilweise so schlecht, dass der Fahrgast sich auf den Sitzen festhalten musste. Langsamfahrstellen von 5 km/h und eine Reisezeit von bis zu 30 Minuten wiesen auf die desolate Betriebssituation hin. Zwischen den Jahren 2000 und 2001 wurde dann in Etappen die gesamte Strecke „entwuchert“, und mit Hilfe von slowakischen Soldaten wurden die Gleise neu verlegt. In dieser Zeit wurde entsprechend ein Schienenersatzverkehr durchgeführt, bei welchem sich ganz deutlich die Notwendigkeit der Bahn zeigte, da bei jeder Fahrt zwei Omnibusse eingesetzt werden mussten um den Fahrgastansturm zu bewältigen. Auf der Bahn findet heute ausschließlich Personenverkehr statt, der Güterverkehr wurde schon vor vielen Jahren eingestellt.

Die Betriebswerkstatt der Bahn liegt neben dem Staatsbahngelände in Trenčianska Teplá und besteht aus einer großen und vor allem schmucken Halle mit mehreren Ständen. Hier sind die Trieb- und Steuerwagen hinterstellt.

Betrieblich wichtige Stationen oder Bahnhöfe sind an der Strecke so gut wie nicht zu finden. Der Bahnhof von Trenčianska Teplá liegt an der Hauptbahn Bratislava–Žilina (genau 132 Kilometer entfernt von Bratislava) und weist im Staatsbahnbereich fünf Bahnsteiggleise auf. Die Schmalspurbahn fährt von einem eigenen Bahnsteig am Bahnhofsvorplatz ab. In Trenčianska Teplá gibt es im Ort zwei Haltestellen: Trenčianska Teplá obec („Trenčianska Teplá Ort“) und Trenčianska Teplá zastávka („Haltestelle Trenčianska Teplá“). In Trenčianske Teplice befindet sich ein imperial wirkender Bahnhof für die Schmalspurbahn mit zwei Bahnsteiggleisen und Gleisanlagen für eventuelle Rangierfahrten oder für das Umsetzen von lokbespannten Zügen. Der Bahnhof in Trenčianske Teplice besaß bis Mitte 2007 eine besetzte Fahrkartenausgabe und erinnert in der Empfangshalle (welche mittlerweile nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich ist) an längst vergessene Zeiten (beispielsweise eine alte Gepäckwaage). Neben dem Bahnhof gibt es in Trenčianske Teplice zwei Haltestellen: Trenčianske Teplice zastávka („Haltestelle Trenčianske Teplice“) und Trenčianske Teplice sídlisko („Siedlung Trenčianske Teplice“).

Im Fahrplanjahr 2004/2005 wurden die Züge auf der Strecke „schaffnerlos“ gemacht. Der Triebwagenführer verkauft nun selbst die Fahrkarten an den unbesetzten Haltestellen.

Die Slowakische Eisenbahn (ŽSR) wollte den Betrieb der Schmalspurbahn zum 1. Oktober 2006 vorläufig einstellen, da wiederholt Sanierungsmaßnahmen anstanden, darunter zum Beispiel die Sanierung der Fahrzeughalle.

Seit dem Jahr 2007 verfügen die Triebwagen über ein funktionierendes Fahrgastinformationssystem, welches die jeweiligen Haltestellen ansagt und die Fahrgäste auf Slowakisch, Deutsch und Englisch bei Beginn und Ende der Fahrt begrüßt beziehungsweise verabschiedet.

Am 25. Juli 2007 wurde am ehemaligen Kreuzungsbahnhof „Vyhybná Kaňová“ ein neuer Haltepunkt eingerichtet. Seither halten mitten in den Feldern am neu gestalteten Haltepunkt „Kaňová“ wieder Züge. Der Haltepunkt wird als reiner Bedarfshalt bedient.

Im Jahre 2008 wurde einem der Triebwagen ein rot/beiges Farbkleid verpasst. Jedoch hat diese Farbgebung mit der Lackierung aus den 1990er Jahren nichts zu tun. Dies sollte scheinbar eine Angleichung an das aktuelle Farbkonzept der slowakischen Eisenbahn darstellen. Der Triebwagen sieht mit dieser Lackierung jedoch kein bisschen moderner, sondern eher nostalgischer aus und bietet somit eine farbliche Abwechslung zu seinen beiden anderen Schwesterfahrzeugen, welche blau/beige bzw. blau/weiß lackiert sind.

Bereits zum 1. Mai 2011 sollte der reguläre Reisezugverkehr auf der Strecke eingestellt werden. Die Einstellung erfolgte aber erst zum 9. Dezember 2011. Seither wird auf der Strecke von der Non-Profit-Organisation Trež saisonaler Verkehr durchgeführt.[1]


Fahrzeugpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Typ Name Baujahr Besonderheiten
Trenčianské Teplice, električka (1).jpg
ZSSK-Baureihe 411.901-2 „Capko“ 1951 Modernisiert 1989
Trenčianska elektrická železnica, elektrické jednotky.jpg
ZSSK-Baureihe 411.902-0 „Delimonka“ 1951 Modernisiert 1988
Trenčianské Teplice, električka (3).jpg
ZSSK-Baureihe 411.903-8 „Philadelphia“ 1951 Modernisiert 1987
ZSSK-Baureihe DH 100 „Lokomotíva“ 1989
Trenčianska Teplá, zastávka, řídicí vůz 911.901.jpg
ZSSK-Baureihe 911.901-7 „Jednotka“ 1954 Modernisiert 1989; seit dem 29. April 2008 außer Betrieb
ZSSK-Baureihe 911.902-5 „Dvojka“ 1954 Modernisiert 1989; seit dem 27. Mai 2010 außer Betrieb

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Junge: Elektrische Schmalspurbahn Trenčianska Teplá–Trenčianske Teplice: Abschied vom Regelverkehr. In: Der Preß´-Kurier Ausgabe 1/2012 (Februar/März 2012), S. 32–35.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trenčianska elektrická železnica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Junge, Preß-Kurier 1/2012, S. 34.