Schmerkendorf

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Schmerkendorf
Koordinaten: 51° 34′ 25″ N, 13° 14′ 54″ O
Höhe: 86 m
Fläche: 10,28 km²
Einwohner: 646 (2002)
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner/km²
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 04895
Vorwahl: 035365

Schmerkendorf ist ein Ortsteil der Stadt Falkenberg/Elster im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster und befindet sich unmittelbar südlich der Kernstadt an der Landesstraße L672.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Schmerkendorf
Rechts das alte Pfarrhaus, gerade das neue Pfarrhaus

Schmerkendorf wurde erstmals um 1251 urkundlich erwähnt. Der heutige Ortsname ist vermutlich entstanden aus der ersten Form „das Markgrevindorph“, was hochdeutsch Markgrafendorf bedeutet und auf die Besitzverhältnisse hinweist.

Als um 1400 vier Bauernhöfe in Schmerkendorf verwüstet wurden, bekam der Ort ein Rittergut. Aus diesem entstand später ein Vorwerk, mit dem ein „Herr von Strauchwitz“ belehnt wurde. 1931 wurde das Schmerkendorfer Rittergut aufgeteilt und eine große Umsiedlung erfolgte. Die nach der Aufteilung des Rittergutes überflüssig gewordene 1864 erbaute Brennerei, die das Wahrzeichen des Gutes war, wurde 1938 gesprengt.

1835 zählte das Dorf 45 Wohnhäuser mit 227 Einwohnern. An Vieh wurden 28 Pferde, 145 Stück Rindvieh, 475 Schafe und 17 Schweine gezählt.[1]

Am 25. Juli 1952 wurde Schmerkendorf gemeinsam mit den Orten Drasdo, Falkenberg/Elster, Kölsa, München/Elster, Langennaundorf, sowie Uebigau und Wiederau im Rahmen einer umfassenden Verwaltungsreform in der DDR vom Landkreis Liebenwerda in den neuen Kreis Herzberg umgegliedert.[2][3]

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf war Bestandteil des Amtes Liebenwerda aus welchem später der Landkreis Liebenwerda entstand. Nach 1952 war Schmerkendorf im Kreis Herzberg angegliedert, welcher dann 1990 im Landkreis Elbe-Elster aufging.

Die Eingliederung in die Stadt Falkenberg/Elster erfolgte am 26. Oktober 2003.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Schmerkendorf ab 1875 bis 2002.[5]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 500 1946 1234 1989 639 1995 605 2001 639
1890 600 1950 1153 1990 633 1996 640 2002 646
1910 700 1964 866 1991 598 1997 643  
1925 953 1971 819 1992 589 1998 645  
1933 909 1981 731 1993 610 1999 643  
1939 908 1985 696 1994 614 2000 642  

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinsleben und regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alljährlich finden ein Dorffest, das Garten- und Kinderfest, der Feuerwehrball und der Sportlerball statt. Gestaltet werden diese durch die örtlichen Vereine und die Freiwillige Feuerwehr des Ortsteiles.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schmerkendorfer Dorfkirche befindet sich auf der Denkmalliste des Landes Brandenburg.[6]

Im einstigen Pfarrhaus befindet sich die Schmerkendorfer Heimatstube, welche sich mit der Dorf-, Kirchen- und Schulgeschichte des Ortes sowie dem Leben des einheimischen Heimatforschers Friedrich Stoy befasst. Das Fachwerkhaus wurde 1613 erbaut und steht unter Denkmalschutz. 1993 erfolgte eine umfassende Sanierung.[7][8]

Im Zentrum des Dorfes befindet sich eine etwa 700 Jahre alte Ulme, eine der ältesten ihrer Art im Land Brandenburg.[8]

Im „Waldpark“ findet man ein Ziegengehege und einen Gedenkstein für den 1978 verstorbenen Heimatforscher Friedrich Stoy.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wilhelm Döbel (* 1699; † 1759 in Schmerkendorf), sächsischer Jäger, Forstmann und Verfasser mehrerer Bücher zum Jagdwesen, der zuletzt die Rittergutsbesitzung des Freiherrn Peter von Hohenthal (1726–1794) in Schmerkendorf bewirtschaftete
  • Friedrich Stoy (* 1887; † 1978), Heimatforscher, der von 1907 bis 1953 in Schmerkendorf als Lehrer tätig war
  • Harald Heinze (* 1940), Schriftsteller

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Übersicht der Bevölkerung und des Viehstandes im Jahre 1835. In: Die Schwarze Elster – Unsere Heimat in Wort und Bild. Nr. 596. Bad Liebenwerda 1985, S. 8–10.
  2. Amt Falkenberg/Uebigau mit seinen Gemeinden. Stadtbuchverlag W+I GmbH und Co. KG Zeuthen, 1996, S. 9 (Broschüre).
  3. Ortsteilseite auf der Website von Falkenberg/Elster. Stadt Falkenberg/Elster, abgerufen am 2. April 2009.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 348 kB) Landkreis Elbe-Elster. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, S. 14, abgerufen am 22. Januar 2016.
  6. Denkmalliste des Landkreises Elbe-Elster vom 31. Dezember 2008 (Online als PDF-Datei) (Memento des Originals vom 13. April 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/preview.bldam-brandenburg.de
  7. Kulturportal Brandenburg. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 5. April 2009.@1@2Vorlage:Toter Link/kulturportal.maerkischeallgemeine.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  8. a b c Amt Falkenberg/Uebigau mit seinen Gemeinden. Stadtbuchverlag W+I GmbH und Co.KG Zeuthen, 1996, S. 9 (Broschüre).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schmerkendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien