Schmetterlingsmine

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2-Seitenansicht der sowjetischen Antipersonenmine PFM-1; Beide Modelle zeigen Unterrichtsmunition, gekennzeichnet durch das ausgestanzte Kyrillische U

Schmetterlingsmine ist der Trivialname für kleine Antipersonenminen, die von Flugzeugen, Raketen oder Artilleriegranaten aus abgeworfen werden. Meist handelt es sich dabei um Streumunition. Die Bezeichnung dieser Mine rührt von den aerodynamischen Flächen her, die den Fall der Mine bremsen und ihre Ausbreitung über ein großes Gebiet begünstigen sollen.

Besonders bekannt ist das amerikanische Modell BLU-43/B „Dragontooth“, welches zuletzt im Vietnamkrieg Verwendung fand. Sie hat keinen Selbstzerstörungsmechanismus, aber der Sprengstoff wird nach unbekannter Zeit inaktiv. Zünder und Detonator sind jedoch praktisch unbegrenzt aktiv.

Die sowjetische Mine PFM-1 bzw. PFM-1S (gleiches Modell mit Selbstzerstörungsmechanismus nach 24h) ist ein fast exakter Nachbau der amerikanischen BLU-43/B und wurde vor allem im Afghanistankrieg verwendet. Der Typ PFM-1 wurde auch auf Flächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes Wittstock im Land Brandenburg gefunden und soll geräumt werden.[1]

Räumung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmetterlingsminen liegen mehr oder minder sichtbar an der Erdoberfläche und sind so, auch wegen ihres Metallanteils, eventuell leichter als andere Minen zu finden. Allerdings sind die Minen in der Regel durch Vegetation oder Schlamm verdeckt, die Tarnfarbe und die unregelmäßige Form erschweren das Entdecken zusätzlich. Daher ist ein Metalldetektor zur Auffindung notwendig. Die Minen lassen sich durch den Überdruck einer militärischen Räumladung flächig zünden und so unschädlich machen. Da der Umgang mit den Minen extrem gefährlich ist, müssen diese vor Ort gesprengt werden.[2]

Humanitäre Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Waffen sind auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar. “Sie sehen harmlos wie Spielzeug aus”. Gerade Kinder heben die Minen in Unkenntnis der Gefahren auf und können getötet oder erheblich verstümmelt werden.[3]

Da die Minen sich je nach Wind und Abwurfhöhe über weite Flächen verteilen, ist eine genaue Eingrenzung der von diesen Minen betroffenen Gebiete sehr schwierig.

Gebiete, in denen diese Minen abgeworfen wurden, sind unter anderem: Vietnam (durch die USA), Afghanistan, Armenien, Aserbaidschan (durch die Sowjetarmee), Irak (gegen die Kurden im Norden) und Somalia.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Dänzer: Facharbeit über Landminen. 1999, (ausführliches Quellenverzeichnis online einsehbar)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Dänzer: Risiken im Zusammenhang mit Antipersonenminen (Schmetterlingsminen) (eingesehen am 12. August 2011)
  2. "Schmetterlingsminen entschärft" Pressebericht MAZ vom 26. August 2009 (eingesehen am 12. August 2011)
  3. Dokumentation der Kinderhilfe Afghanistan (eingesehen am 12. August 2011)