Schmiedefeld (Lichtetal)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schmiedefeld
Schmiedefeld (Lichtetal)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schmiedefeld hervorgehoben
Koordinaten: 50° 32′ N, 11° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saalfeld-Rudolstadt
Verwaltungs­gemeinschaft: Lichtetal am Rennsteig
Höhe: 750 m ü. NHN
Fläche: 9,54 km²
Einwohner: 989 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98739
Vorwahl: 036701
Kfz-Kennzeichen: SLF, RU
Gemeindeschlüssel: 16 0 73 079
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Saalfelder Str. 4
98739 Lichte
Bürgermeister: Hanno Leidel (parteilos)
Lage der Gemeinde Schmiedefeld im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
Allendorf Altenbeuthen Bad Blankenburg Bechstedt Cursdorf Deesbach Döschnitz Dröbischau Drognitz Gräfenthal Hohenwarte Kamsdorf Katzhütte Kaulsdorf (Saale) Königsee-Rottenbach Lehesten Leutenberg Lichte Mellenbach-Glasbach Meura Meuselbach-Schwarzmühle Oberhain Oberweißbach/Thüringer Wald Piesau Probstzella Reichmannsdorf Remda-Teichel Rohrbach Königsee-Rottenbach Rudolstadt Saalfeld/Saale Saalfelder Höhe Schmiedefeld (Lichtetal) Schwarzburg Sitzendorf Uhlstädt-Kirchhasel Unterweißbach Unterwellenborn Wittgendorf ThüringenKarte
Über dieses Bild
Leipziger Turm

Schmiedefeld (Lichtetal) ist eine Gemeinde im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen (Deutschland). Die Gemeinde gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Lichtetal am Rennsteig, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Lichte hat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmiedefeld liegt im Thüringer Schiefergebirge zwischen den Städten Saalfeld (nördlich) und Sonneberg (südlich) am südöstlichen Abhang des 802 Meter hohen Rauhhügels in etwa 700 Metern Höhe. Südöstlich des Ortes fällt die Landschaft weiter ab bis hinunter ins klammartige Tal des Geberbachs. Südlich von Schmiedefeld liegt der Ortsteil Taubenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmiedefeld wurde 1414 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte ursprünglich den Grafen von Orlamünde. 1426 kam der Ort zum Haus Wettin an das Amt Gräfenthal. Von 1826 bis 1920 gehörte Schmiedefeld zu Sachsen-Meiningen (Kreis Saalfeld).

1898 erhielt der Ort in Taubenbach einen Eisenbahnanschluss an der Bahnstrecke Sonneberg–Probstzella.

1920 wurde das Land Thüringen gegründet und anschließend in Landkreise unterteilt, wobei der Ort zum Landkreis Saalfeld kam.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 110 Kriegsgefangene aus Polen und Frankreich Zwangsarbeit verrichten: in der Eisenerzgrube und an der Röstofenanlage.[2]

1952 erfolgte eine Kommunalreform in deren Rahmen Taubenbach eingemeindet und die Gemeinde Schmiedefeld dem Kreis Neuhaus zugeordnet wurde. Seit 1994 gehört der Ort zum Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Lichtetal am Rennsteig an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Lichte hat.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Schmiedefeld besteht aus 12 Mitgliedern.

  • Freie Wählergemeinschaft: 4 Sitze
  • CDU: 4 Sitze
  • Feuerwehr: 2 Sitze
  • Schmeller Straßenverein Einheit 07: 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)[3]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Hanno Leidel wurde am 11. Juli 2004 in einer Stichwahl gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 8. November 1991 genehmigt. Blasonierung: „In Rot eine eingebogene goldene Spitze, belegt mit einem schwarzen, rotbewehrten Löwen, der von sechs roten Herzen umgeben ist, begleitet vorn von vier kreuzweise angeordneten silbernen Nägeln und hinten von einer bewurzelten silbernen Fichte.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liste der Kulturdenkmale in Schmiedefeld (Lichtetal)
  • Kräuter- und Olitätenmuseum Beim Giftmischer [4]
  • Schaubergwerk Morassina mit der Märchengrotte und dem Sankt-Barbara-Heilstollen.
  • Tagebau Westfeld mit Bergbaulehrpfad
  • Leipziger Turm zu Schmiedefeld mit zwei Aussichtsplattformen
  • ein 1996 errichteter, 94 Meter hoher Sendeturm aus Stahlbeton der Deutschen Telekom AG (Geographische Koordinaten: 50°32'32" nördliche Breite, 11°12'55" östliche Länge)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmiedefeld war einst eine Siedlung von Bergarbeitern, da hier zahlreiche verschiedene Erze (Eisen, Kupfer, Gold) abbaubar waren. Eisenerz wurde seit 1663 abgebaut. Das Eisenerzbergwerk wurde 1888 von der Maximilianshütte Sulzbach-Rosenberg erworben. Ab 1948 erfolgte die Verstaatlichung und Umfirmierung in VEB Eisenerz/Maximilianshütte Unterwellenborn. Es wurde 1972 geschlossen.[5] In dem aus dem Eisenwerk der Erzgrube in Schmiedefeld 1974 hervorgegangenen VEB ISOKO Schmiedefeld wurden die Wohnanhänger QEK Junior hergestellt, die auf dem Schienenweg der Bahnstrecke Sonneberg–Probstzella ausgeliefert wurden. Nach Schmiedefeld kam auch - wie im gesamten Schiefergebirge - die Glasindustrie mit dem VEB Schaumglaswerk Taubenbach als neuer Erwerbszweig hinzu. Heute lebt der Ort vor allem von verschiedener Kleinindustrie sowie dem Tourismus.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmiedefeld liegt an der Bundesstraße 281, die von Eisfeld und Neuhaus am Rennweg nach Saalfeld führt. Der Ort hatte zwischen 1898 und 1998 einen Eisenbahnanschluss an der Bahnstrecke Sonneberg-Neuhaus-Probstzella-Saalfeld mit dem Bahnhof im Ortsteil Taubenbach.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 244, ISBN 3-88864-343-0
  3. Thüringer Landesamt für Statistik, Kommunalwahlen am 7. Juni 2009
  4. Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Kostproben zu Kräutern und einem rätselvollen Begriff. (Kräuter- und Olitätenmuseum 'Beim Giftmischer'.) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 2, Süddeutschland, S. 232-233, Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-7776-2511-9.
  5. http://www.albert-gieseler.de/dampf_de/firmen5/firmadet55278.shtml

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schmiedefeld (Lichtetal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien