Schmuel Elijahu

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Schmuel Elijahu (* 29. November 1956 in Israel) ist ein israelischer Rabbiner aus Safed. Er gehört zum obersten rabbinischen Rat in Israel und ist in der israelischen Öffentlichkeit durch rechtsextreme Positionen bekannt.

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmuel Eliyahu ist der Sohn von Mordechai Eliyahu, dem früheren sephardischen Oberrabbiner von Israel. Er studierte an der Jerusalemer Jeschiwa L'Tzeirim und später an der Merkas HaRaw Kook.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Studium wurde er oberster Rabbiner von Schlomi, Israel. Drei Jahre später wurde er Chef-Rabbiner von Safed. Im Juli 2013 bewarb er sich für die Position des sephardischen Oberrabbiners von Israel.[1] Der israelische Generalstaatsanwalt forderte ihn dazu auf, seine Kandidatur zurückzuziehen. Anlass dafür waren aufhetzende Äußerungen in den Jahren zuvor[2]. Das Mitglied der Knesset (israelisches Parlament) Esawi Frej reichte eine dringliche Petition beim Obersten Gericht ein, die es Elijahu verbieten solle, sich für dieses Amt zu bewerben, da er rassistische Kommentare abgegeben habe, die die Werte des Staates Israel zerstören würden[3].

Elijahu hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter Bücher zur Halakha.

Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flächenbombardement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Bericht vom 30. Mai 2007 in der The Jerusalem Post, propagierte Elijahu Flächenbombardement der Gebiete im Gazastreifen, aus denen Kassamraketen auf Israel abgeschossen wurden. Dabei sei auf das Leben von Palästinensern keine Rücksicht zu nehmen. Dabei soll er auch Folgendes gesagt haben: "Wenn sie nach 100 Toten nicht aufhören, müssen wir tausend töten. Wenn sie nach 1000 Toten nicht aufhören, müssen wir zehntausend töten. Wenn sie dann immer noch nicht aufhören, müssen wir 100.000 oder auch eine Million töten. Was immer es braucht, sie müssen aufhören."[4]

Staatliche Racheakte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2008 forderte er "staatliche Racheakte" gegen Araber. Laut Haaretz wollte er, dass die Kinder des Terroristen, der das Massaker an der Merkas HaRaw Kook ausgeübt hatte, an einem Baum erhängt werden.[5]

Forderung nach einem religiösen Premierminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elijahu forderte einen religiösen Premierminister. Er bezog sich auf den früheren Premier Ehud Olmert und sagte, dieser sei "ohne Glaube, ohne Glaubwürdigkeit und ohne Werte" gewesen.[6]

Propagandapamphlet über Auschwitz-Touren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elijahu war in die Veröffentlichung eines Pamphletes namens "On Either Side of the Border" involviert. Darin verwickelt war die Union of Orthodox Jewish Congregations of America (diese Organisation erklärte später, dass die Veröffentlichung nicht in Absprache mit dem Seniormanagement erfolgt sei).[7]

Das Pamphlet äußert eine Verschwörungstheorie und berief sich auf einen angeblichen libanesischen Ex-Muslim, der zum Judentum konvertiert war und der der militanten Organisation Hisbollah angehört haben soll. Demnach sollen der Papst und Kardinäle der katholischen Kirche Auschwitz-Touren für Hisbullah-Mitglieder organisiert haben. Dies sollte dem Zweck gedient haben, den Hisbullah-Mitgliedern beizubringen, wie man Juden auslöscht. Das Pamphlet wurde an Soldaten der israelischen Armee verteilt.[8]

Danny Orbach, ein israelischer Historiker der Harvard-Universität, untersuchte das Pamphlet auf seine Authentizität. Ihm zufolge war das Pamphlet, das von einem Libanesen geschrieben worden sein soll, voller grober inhaltlicher Fehler, die kein Araber hätte machen können. Darüber hinaus gab es grob fahrlässige Fehler hinsichtlich der Kultur und der Geographie, die darauf schließen ließen, dass es sich bei dem Autor um einen ultra-orthodoxen Juden aus Israel handeln muss, der sehr wenig über die arabische Welt weiß. Orbach kam zu der Schlussfolgerung, dass es sich um eine Fälschung handelte, deren Ziel es war, Hass gegen Araber und Muslime zu schüren.[9] Elijahu äußerte sich zu den Vorwürfen nicht, aber einer seiner Sprecher bestätigte die Authentizität des Pamphlets gegenüber Haaretz.[10][8]

Vermietung an Araber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elijahu forderte die Juden von Tzfat auf, keine Häuser an Araber zu vermieten. Dies führte zu erheblichen Protesten in Israel.[11][12][13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jeremy Sharon, "Yesh Atid MK decries candidacy of 'racist' Sephardi rabbi", Jerusalem Post, 9. Juli 2013
  2. Yair Ettinger, "AG urges Rabbi Eliyahu to drop candidacy in light of anti-Arab remarks", Haaretz, 15. Juli 2013
  3. Yonah Jeremy Bob, "MK files High Court petition to disqualify Rabbi Eliyahu from Chief Rabbi race", Jerusalem Post, 16. Juli 2013
  4. http://www.jpost.com/Israel/Eliyahu-advocates-carpet-bombing-Gaza
  5. Safed chief rabbi calls on state to exact 'revenge' against Arabs (englisch). In: Haaretz, 26. März 2008. Abgerufen am 4. Juni 2008. 
  6. Efrat Weiss: Rabbi: Israel needs religious PM (englisch). In: Israel Jewish Scene, Y Net News. Abgerufen am 14. Februar 2013. 
  7. OU Regrets Unauthorized Link with Publication, Orthodox Union, 20. Juli 2009.
  8. a b Ofri Ilani: Vatican teaching Hezbollah how to kill Jews, says pamphlet for IDF troops (englisch). In: Haaretz, 19. Juli 2009. Abgerufen am 14. Februar 2013. 
  9. Orbach, Danny. "The Truth of Rabbi Eliyahu", Hayanshuf, 12. Mai 2011.
  10. Orbach, Danny. "The fairy tales of Safed's chief Rabbi", Haaretz, 14. November 2010.
  11. Sherwood, Harriet. "Dozens of Israeli rabbis back call to forbid sale of property to Arabs", The Guardian, 7. Dezember 2010.
  12. Khoury, Jack. "Safed rabbi to be suspended for 'inciting war between Jews and Arabs'", Haaretz, 18. November 2010.
  13. Wingfield-Hayes, Rupert. "Israeli orthodox rabbi stirs up racism debate", BBC News, 30. November 2010.