Schnabelfische

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Die Einteilung der Lebewesen in Systematiken ist kontinuierlicher Gegenstand der Forschung. So existieren neben- und nacheinander verschiedene systematische Klassifikationen. Das hier behandelte Taxon ist durch neue Forschungen obsolet geworden bzw. ist nicht Teil der hier abgebildeten Systematik der Gruppe.

Bembrops anatirostris
Hemerocoetes pauciradiatus

Die Schnabelfische (Percophidae im traditionellen Sinn) (Griechisch, perke = Barsch, ophis = Schlange; Syn.: Bembropsidae) leben im Atlantik, im Indischen Ozean, im westlichen und südöstlichen Pazifik. Die Fische leben auf dem Meeresboden, am Kontinentalschelf in Tiefen von 100 bis 400 Metern. Bei den Schnabelfischen handelt es sich nicht um eine natürliche Verwandtschaftsgruppe.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Arten sind großäugig, ihr Kopf ist flach, der Körper langgestreckt und spindelförmig. Die Augen stehen nah beieinander an der Kopfoberseite und berühren sich fast, der Unterkiefer steht vor. Sie haben getrennte hartstrahlige und weichstrahlige Rückenflossen; bei einigen Arten fehlt die hartstrahlige Rückenflosse. Die Bauchflossen sind kehlständig. Schnabelfische werden drei bis 25 Zentimeter lang.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt fast 50 Arten, die elf Gattungen und drei Unterfamilien zugeordnet werden.

Die Bembropinae wurden in der aktuellen Revision der Knochenfischsystematik durch Betancur-R. und Kollegen in den Rang einer eigenständigen Familie innerhalb der Barschartigen (Perciformes) erhoben.[1][2] Odani und Mitarbeiter gaben dagegen drei Autapomorphien für eine Verwandtschaft der Bembropinae mit den Percophinae an, konnten aber für die Monophylie der Percophidae (d.h. die Einbeziehung der Hemerocoetinae) keine Autapomorphien nennen.[3]

Im Jahr 2015 wurden die Hemerocoetinae ebenfalls in den Familienrang erhoben (Ordnung Pempheriformes), nachdem die Verwandtschaft von Percophis brasiliensis mit den Antarktisfischen (Notothenioidei) erkannt worden war und ersterer somit wie die Bembropidae den Barschartigen zugeordnet wurde. Damit ist Percophis brasiliensis nunmehr die einzige Art der Familie Percophidae.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ricardo Betancur-R., Richard E. Broughton, Edward O. Wiley, Kent Carpenter, J. Andrés López, Chenhong Li, Nancy I. Holcroft, Dahiana Arcila, Millicent Sanciangco, James C Cureton II, Feifei Zhang, Thaddaeus Buser, Matthew A. Campbell, Jesus A Ballesteros, Adela Roa-Varon, Stuart Willis, W. Calvin Borden, Thaine Rowley, Paulette C. Reneau, Daniel J. Hough, Guoqing Lu, Terry Grande, Gloria Arratia, Guillermo Ortí: The Tree of Life and a New Classification of Bony Fishes. Edition 1. PLOS Currents Tree of Life, doi:10.1371/currents.tol.53ba26640df0ccaee75bb165c8c26288 (27 November 2013 version 2)
  2. Thomas J. Near, A. Dornburg, R. I. Eytan, B. P. Keck, W. L. Smith, K. L. Kuhn, J. A. Moore, S. A. Price, F. T. Burbrink, M. Friedman & P. C. Wainwright. 2013. Phylogeny and tempo of diversification in the superradiation of spiny-rayed fishes. Proceedings of the National Academy of Sciences 101:12738-21743. doi: 10.1073/pnas.1304661110.
  3. Kenji Odani, Hisashi Imamura & Kazuhiro Nakaya: Osteological Description of the Brazilian Flathead, Percophis brasiliensis (Actinopterygii: Perciformes: Percophidae), with Comments on Its Phylogenetic Position. Species Diversity, 2006, 11, Seite 277-294

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schnabelfische – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien