Schnaittenbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schnaittenbach
Schnaittenbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schnaittenbach hervorgehoben
49.54888888888912.001388888889403Koordinaten: 49° 33′ N, 12° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Amberg-Sulzbach
Höhe: 403 m ü. NHN
Fläche: 62,55 km²
Einwohner: 4270 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92253
Vorwahl: 09622
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Gemeindeschlüssel: 09 3 71 150
Stadtgliederung: 16 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rosenbühlstraße 1
92253 Schnaittenbach
Webpräsenz: www.schnaittenbach.de
Bürgermeister: Josef Reindl (CSU)
Lage der Stadt Schnaittenbach im Landkreis Amberg-Sulzbach
Auerbach in der Oberpfalz Königstein (Oberpfalz) Hirschbach (Oberpfalz) Etzelwang Weigendorf Birgland Kastl (Lauterachtal) Edelsfeld Edelsfeld Vilseck Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg Sulzbach-Rosenberg Eichen (gemeindefreies Gebiet) Naturpark Hirschwald Freihung Hirschau Gebenbach Schnaittenbach Hahnbach Illschwang Freudenberg (Oberpfalz) Ursensollen Ursensollen Ebermannsdorf Ensdorf (Oberpfalz) Ensdorf (Oberpfalz) Kümmersbruck Rieden (Oberpfalz) Hohenburg Schmidmühlen Poppenricht Ammerthal Amberg Landkreis Neustadt an der Waldnaab Weiden in der Oberpfalz Landkreis Schwandorf Landkreis Bayreuth Landkreis Nürnberger Land Landkreis Neumarkt in der OberpfalzKarte
Über dieses Bild

Schnaittenbach ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach, ca. 75 km östlich von Nürnberg.

Geografie[Bearbeiten]

Ortsteile der Stadt Schnaittenbach

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Schnaittenbach hat 16 amtlich benannte Ortsteile (Einwohnerzahl in Klammern)[2]:

Gemarkungen[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Stadt Schnaittenbach befinden sich sechs Gemarkungen.[3] Drei davon erstrecken sich über die Gemeindegrenzen hinweg auf das Gebiet der Nachbargemeinde Hirschau.

Gemarkungen der Stadt Schnaittenbach
Gemarkungs-
nummer
Gemarkung Fläche
ha
Ortsteile Karte
4493 Forst1 762,73 Forst, Seblasmühle Karte Schnaittenbach Gemarkung Forst.svg
4490 Hirschau2 96,36 Karte Schnaittenbach Gemarkung Hirschau.svg
4491 Scharhof3 57,23 Haidhof, Haidmühle Karte Schnaittenbach Gemarkung Scharhof.svg
4492 Schnaittenbach 2061,40 Demenricht, Schnaittenbach Karte Schnaittenbach Gemarkung Schnaittenbach.svg
4494 Holzhammer 1612,74 Holzhammer, Neuersdorf Karte Schnaittenbach Gemarkung Holzhammer.svg
4524 Kemnath a.Buchberg 1750,79 Döswitz, Kemnath am Buchberg, Mertenberg, Sitzambuch, Trichenricht, Götzendorf, Tradlmühle, Ziegelhütte Karte Schnaittenbach Gemarkung Kemnath am Buchberg.svg
6 Gemarkungen Gemeinde Schnaittenbach 6341,25 16 amtlich benannte Gemeindeteile

1Lediglich Gemarkungsteil 1 der Gemarkung Forst liegt auf dem Gemeindegebiet der Stadt Schnaittenbach. Gemarkungsteil 0 liegt auf dem Gebiet der Stadt Hirschau.
2Lediglich Gemarkungsteil 1 der Gemarkung Hirschau liegt auf dem Gemeindegebiet der Stadt Schnaittenbach. Gemarkungsteil 0 liegt auf dem Gebiet der Stadt Hirschau.
3Lediglich Gemarkungsteil 1 der Gemarkung Scharhof liegt auf dem Gemeindegebiet der Stadt Schniattenbach. Gemarkungsteil 0 liegt auf dem Gebiet der Stadt Hirschau. [4]

Geschichte[Bearbeiten]

Über die Frühzeit der Siedlung Schnaittenbach, vor allem die Gründung, sind keine schriftlichen Zeugnisse vorhanden.

Wohl schon in vorrömischer Zeit lief eine Handelsstraße von Kösching (Römerkastell) über Velburg, Pielenhofen, Rensbach, Heimhof, Erlheim, Amberg, Aschach, Schnaittenbach, Luhe, weiter nach Floß, Tirschenreuth und Eger. Schon früh dürfte an der Stelle, wo diese uralte und zum größten Teil verschwundene Straße den Ehenbach überquerte, eine Siedlung entstanden sein. Dabei handelte es sich vermutlich um eine Ausbau- bzw. Rodungssiedlung, die an einem Grenzbach (sneite : grenze) angelegt worden war und schon lange vor ihrer ersten Erwähnung bestand.

Am 23. April 1271 trat Schnaittenbach erstmals urkundlich in Erscheinung. In dieser Urkunde, in der die Grafen von Ortenburg-Murach ihre Rechte und Besitzungen rund um den Buchberg an den wittelsbachischen Herzog Ludwig II. verkauften, wird auch das aus den beiden Ortsteilen Obernsneitenbach und Nidernsneitenbach bestehende Dorf Schnaittenbach erwähnt. Die beiden Ortsteile waren nach ihrer Lage am Ehenbach benannt worden. Unter den verkauften Orten befanden sich auch die heute zum Stadtgebiet gehörenden Orte Sitzambuch, Mertenberg, Döswitz und Trichenricht.

1285 erfolgte die zweite urkundliche Nennung Schnaittenbachs und daraus ist zu erfahren, dass in Obernsneitenbach zwei Höfe und in Nidernsneitenbach neun Lehen und eine Mühle, die später mit dem Namen Angermühle auftauchte, existierten. Der bisherige Ortsteil Nidernsneitenbach hatte in der letztgenannten Urkunde wieder den Namen Sneitenbach angenommen, aus der er entstanden war.

Um 1313 schlossen sich die beiden Ortsteile zum Markt Schnaittenbach zusammen. Mit dem von den wittelsbachischen Herzögen verliehenen Marktrecht waren die Magistratsverfassung, die Marktgerichtsbarkeit und die für einen Markt völlig ungewöhnliche Hoch- bzw. Blutgerichtsbarkeit verbunden, die der Markt im Spätmittelalter besaß, aber nicht behaupten konnte und schließlich an den Landrichter von Amberg verlor. Ab dieser Zeit blieben dem Richter von Schnaittenbach nur das Recht des ersten Zugriffes und des ersten Verhöres; dann musste der Delinquent nach zwei Tagen an den Landrichter von Amberg ausgeliefert werden.

Das 1398 erstmals auftauchende Hammergut Unterschnaittenbach, das mit dieser Urkunde von Pfalzgraf Rupprecht II. an Hans den Kastner von Amberg verkauft wurde, war politisch immer ein eigenes Gemeinwesen geblieben. Mit dem vorerwähnten Nidernsneitenbach war es entgegen vielfach geäußerten Vermutungen nicht identisch.

Die Stadtpfarrkirche St. Vitus wurde um 1712 im Zuge einer Erweiterung barockisiert.

Der Markt Schnaittenbach war mit einem Mauerring befestigt. Die Befestigung bestand aus einen halben Meter dicken, annähernd vier Meter hohen Ringmauern, die im Norden an den Großen Weiher stießen. Drei Tore riegelten ursprünglich den Markt ab. Das Obere oder Hirschauer Tor im Westen, das Untere Tor im Osten beim Anwesen Heldmann/Poppenwastl und das Lohtor am Ende des Rosenbühls im Süden. Ein verheerender Großbrand, der im Jahre 1817 von 96 Anwesen 79 Wohnhäuser und 49 Scheunen vernichtete, bedeutete auch das Ende der Marktbefestigung. 1830 kam „ein großes Wasser“, der Marktplatz war zwei Fuß hoch überschwemmt. Der Weiherdamm bei Forst riss und wurde nicht mehr aufgebaut, Mühlen und Häuser wurden beschädigt.

Noch Ende des 18. Jahrhunderts befand sich Schnaittenbach nach urkundlicher Überlieferung in einer ausweglosen wirtschaftlichen Lage und im Jahre 1802 beklagte sich der Magistrat darüber, dass die Bürger ihre Söhne kein Handwerk lernen lassen wollten, sondern sich nur auf die Landwirtschaft verließen. Dabei gab es im Ort im Jahre 1805 mehr als 60 Gewerbetreibende und Handwerker, wie Drechsler, Weber, Strumpfstricker und Rotgerber.

Es war ein Glücksfall für Schnaittenbach, als im Jahre 1833 der mittellose Buchhalter Daniel Christoph Eduard Kick im Stadel des Löwenwirts Johann Popp ein Kaolinwerk errichtete und damit die oberpfälzische Kaolinindustrie begründete. Der Bau der Eisenbahnstrecke Amberg-Schnaittenbach im Jahre 1898 förderte die Entwicklung weiter.

Nach dem Schrecken der beiden Weltkriege nahm der Markt insbesondere nach 1945 (damals hatte Schnaittenbach etwas über 1800 Einwohner) durch die große Zahl der Heimatvertriebenen und durch neue Betriebsansiedlungen, z. B. der Firma Kerb-Konus, einen großen Aufschwung. Dies führte dazu, dass Schnaittenbach am 24. Oktober 1954 durch den damaligen Innenminister Dr. Wilhelm Hoegner zur Stadt erhoben wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Schnaittenbach hat sich, beginnend mit dem 1. Oktober 1938, als die bis dahin selbständige Gemeinde Forst (mit Unterschnaittenbach) aufgelöst und nach Schnaittenbach eingemeindet wurde[5], erheblich vergrößert. 1946 folgten Demenricht und Holzhammer rechts des Ehenbaches (Schloss).

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. April 1972 aus der aufgelösten Gemeinde Weiher (Hirschau) der Weiler Haidhof und die Einöde Haidmühle[5], am 1. Juli 1972 Holzhammer mit seinem Ortsteil Neuersdorf[6] und schließlich am 1. Mai 1978 Kemnath am Buchberg mit seinen Ortsteilen Sitzambuch, Mertenberg, Döswitz, Trichenricht und Götzendorf eingegliedert[7]. Dadurch erreichte Schnaittenbachs Einwohnerzahl ihr heutiges Niveau von ca. 4400.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Stadtrat 16 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,3 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU     7 Sitze  (41,0 %)
  SPD 4 Sitze (27,4 %)
  Christliche Wählerschaft Schnaittenbach-Umland 3 Sitze (15,8 %)
  Freie Wähler Gemeinschaft 2 Sitze (15,7 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Stadtrates ist der Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau ein aufgerichteter goldener Baumstamm mit gestümmelten Ästen.

Im Jahr 1504 erstmals bezeugt.

Partnerschaftsgemeinden[Bearbeiten]

  • Die Gemeinde Buchberg in der Schweiz ist seit 1976 die Partnerschaftsgemeinde von Schnaittenbach.
  • Seit der Stadterhebung von Schnaittenbach im Jahr 1954 ist Amberg als Patenstadt partnerschaftlich verbunden.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Kirche St. Vitus Schnaittenbach
  • Stadtpfarrkirche St. Vitus (gotische Mauersubstanz, starke Veränderungen um 1910)
  • Rathaus aus dem späten 17. Jahrhundert (Ergänzungen 1817 und 1932) mit Kräutergarten
  • Ehemaliges Hammerschloss (Walmdachbau Mitte des 18. Jahrhunderts) und die ehemalige Schlosskapelle St. Maria (Ortsteil Holzhammer)
  • Vorgeschichtlicher Grabhügel Vogelherd (Ortsteil Kemnath am Buchberg)
  • Burgstall Schlossberg (Ortsteil Kemnath am Buchberg)
  • Turmhügel am südwestlichen Ortsausgang von Demenricht

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Schnaittenbach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt liegt direkt an der Bundesstraße 14 NürnbergPrag und ca. 25 Kilometer östlich der A 6 Amberg–Heilbronn, und ca. 10 Kilometer westlich der A 93 Regensburg–Hof.
Des Weiteren liegt Schnaittenbach an der Bahnstrecke Amberg–Schnaittenbach, die jedoch nur von Güterzügen befahren wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Georg Landgraf (1879–1953), Studienrat, Heimatforscher und Ehrenbürger von Schnaittenbach. Die von ihm 1908 verfasste Chronik (→ Literatur) bildet bis heute das Fundament für die Schnaittenbacher Geschichts- und Heimatforschung. Nach ihm ist der zentral gelegene Georg-Landgraf-Platz benannt.[8] [9] [10]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Georg Landgraf: Geschichte des Marktes Schnaittenbach (Amberg) unter besonderer Berücksichtigung der übrigen Pfarrorte. Kaufbeuren 1908.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111105/211335&attr=OBJ&val=901
  3. Karte des Vermessungsamts Amberg mit Gemarkungsgrenzen (PDF; 2,1 MB)
  4. http://vermessung.bayern.de/service/download/infos.html Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis auf http://vermessung.bayern.de
  5. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 419.
  6.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 538.
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 639.
  8. Sixtus Lampl (Bearb.): Denkmäler in Bayern, Bd. 3: Oberpfalz: Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler, München 1986, Leseprobe bei Google Books, S. 82
  9. Schnaittenbach aktuell, 5/2012, S. 3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schnaittenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien