Schneckenlohe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schneckenlohe
Schneckenlohe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schneckenlohe hervorgehoben

Koordinaten: 50° 13′ N, 11° 12′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Verwaltungs­gemeinschaft: Mitwitz
Höhe: 326 m ü. NHN
Fläche: 9,31 km2
Einwohner: 1031 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96277
Vorwahl: 09266
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 171
Gemeindegliederung: 4 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Henneschberg 20
96277 Schneckenlohe
Website: www.schneckenlohe.de
Erster Bürgermeister[2]: Knut Morgenroth (SPD)
Lage der Gemeinde Schneckenlohe im Landkreis Kronach
Langenbacher ForstBirnbaum (gemeindefreies Gebiet)Landkreis CoburgLandkreis HofLandkreis KulmbachLandkreis LichtenfelsThüringenLudwigsstadtWeißenbrunnMarktrodachTettau (Oberfranken)SchneckenloheMitwitzKüpsNordhalbenWilhelmsthalTschirnTeuschnitzSteinbach am WaldReichenbach (Landkreis Kronach)WallenfelsStockheim (Oberfranken)SteinwiesenPressigKronachKarte
Über dieses Bild

Schneckenlohe ist eine Gemeinde im Landkreis Kronach (Oberfranken, Bayern). Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mitwitz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet befindet sich südwestlich der Fränkischen Linie und ist dem Obermainischen Hügelland zuzurechnen. In Nord-Süd-Richtung wird es von der Steinach durchzogen.[3]

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Gemeinde Schneckenlohe 4 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4]

Auf dem Gemeindegebiet befindet sich die Wüstung Fahlenberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

von Norden im Uhrzeigersinn:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige evangelische Schule und Gemeindeverwaltungssitz
Katholische Filialkirche St. Otto

Der Ort wurde in einer Urkunde, die im Zeitraum von 1326 bis 1328 angefertigt sein muss, als „Snekkendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort ist der Personenbeiname Snekke.[5] Im frühen Mittelalter besaßen die Dorfherrschaft wechselnd die Herren von Redwitz und das Hochstift Bamberg. Das Dorf lag zeitweise wüst. Dies spiegelt sich auch in dem Ortsnamen wieder, der seit 1469 „Sneckenlohe“ lautete. Das Grundwort lôch bezeichnet Gebüsch und Gehölz und verweist auf den verwilderten Zustand.[5] 1520 führten die von Redwitz die Reformation ein. Im Jahr 1700 begann eine Neubesiedlung. Im 19. Jahrhundert waren die Schneckenloher vorwiegend als Heimarbeiter in der Korbflechterei tätig.[6]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schneckenlohe 53 Anwesen. Das Hochgericht übte das Rittergut Unterlangenstadt-Burkersdorf im begrenzten Umfang aus, es hatte ggf. an das bambergische Centamt Burgkunstadt-Marktgraitz auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Unterlangenstadt-Burkersdorf inne. Grundherren waren

Mit dem Gemeindeedikt wurde Schneckenlohe 1808 dem Steuerdistrikt Schmölz zugewiesen. 1818 wurde die Ruralgemeinde Schneckenlohe gebildet. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach (1919 in Finanzamt Kronach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten die meisten Anwesen bis 1838 Patrimonialgericht Unterlangenstadt. Ab 1862 gehörte Schneckenlohe zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Kronach, seit 1879 ist das Amtsgericht Kronach zuständig.[8] Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 0,611 km².[9]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1977 wurde das Dorf Neubrand, ein Gebietsteil des Marktes Marktgraitz, nach Schneckenlohe eingemeindet. Die Umgliederung von Mödlitz, seit dem 1. Januar 1972 Gemeindeteil der Nachbargemeinde Weidhausen bei Coburg, und die Eingliederung der Gemeinde Beikheim nach Schneckenlohe folgten am 1. Mai 1978.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1.165 auf 1.028 um 137 Einwohner bzw. um 11,8 %. Am 31. Dezember 1999 zählte Schneckenlohe 1.208 Einwohner.

Gemeinde Schneckenlohe

Jahr 1987 1999 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Einwohner 1168 1208 1113 1122 1112 1109 1120 1105 1101 1076 1055 1044
Häuser[11] 308 341 341 340 342
Quelle [12] [13] [13] [13] [13] [13] [13] [13] [13] [13] [13]

Gemeindeteil Schneckenlohe (= bis zur Gebietsreform Gemeinde Schneckenlohe)

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987
Einwohner 259 305 366 374 393 441 455 468 475 478 444 497 473 486 505 476 500 544 538 626 676 656 703 713 686
Häuser[11] 50 70 78 81 93 102 134 181
Quelle [8] [14] [14] [14] [15] [14] [16] [14] [14] [17] [14] [14] [18] [14] [14] [14] [19] [14] [14] [14] [20] [14] [9] [21] [12]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 2008 Knut Morgenroth (SPD). Vorgänger war Erwin Horn (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

2002 2008 2014
CSU 5 5 5
SPD 4 4 5
Dorfgemeinschaft 3 3 2
Gesamt 12 Sitze 12 Sitze 12 Sitze

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen
Wappen von Schneckenlohe
Blasonierung: „Durch eine gesenkte eingeschweifte rote Spitze, darin ein silberner Henkelkorb, gespalten; vorne siebenmal geteilt von Blau und Silber, belegt mit einem schräglinken, gebogenen roten Rautenkranz, hinten siebenmal geteilt von Gold und Schwarz, belegt mit einem schrägen, gebogenen roten Rautenkranz.“[22]

Die Gemeinde führt seit 1981 ein Wappen.

Wappenbegründung: Die Gemeinde Schneckenlohe besteht seit 1978 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Beikheim und Mödlitz. Schneckenlohe war ursprünglich im Besitz der Herren von Redwitz, Beikheim gehörte seit dem 14. Jahrhundert den Herren von Redwitz. Mödlitz war im Besitz des Herzogtums Sachsen-Coburg. An diese beiden Herrschaftsinhaber erinnern die Wappen der Herren von Redwitz sowie des Herzogtums Sachsen-Coburg. In der vorderen Schildhälfte steht das Wappen der Herren von Redwitz. Der rote Wellenbalken wurde durch einen roten Rautenkranz ersetzt. Die gleiche Farbe erhielt auch der ursprünglich grüne Rautenkranz des sächsischen Wappens in der hinteren Schildhälfte. Der Henkelkorb weist auf die seit dem 19. Jahrhundert im Gemeindegebiet verbreitete Korbflechterei.
Flagge

Die Gemeindeflagge ist rot-weiß-rot.[23]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneckenlohe unterhält eine Partnerschaft mit dem italienischen Borghetto di Vara in Ligurien.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war gemischt konfessionell. Die Protestanten waren nach St. Laurentius (Schmölz) gepfarrt und die Katholiken nach Heilige Dreifaltigkeit in Graitz.[7] Die zuständige katholische Bekenntnisschule befand sich ursprünglich in Graitz.[16] Für die evangelischen Schüler, die zuvor zur Beikheimer Schule laufen mussten, wurde 1894 durch die politische Gemeinde und für die katholischen Schüler ein Jahr später durch die Pfarrei Marktgraitz ein Schulhaus errichtet.[18]

Im September 1959 wurde in Schneckenlohe die katholische Filialkirche St. Otto durch den Bamberger Prälat Heinrich Rauh geweiht. Das Martin-Luther-Gemeindezentrum wurde 1971 eingeweiht. Der nachträglich errichtete Glockenturm mit vier Glocken folgte 1977.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 303 verläuft nördlich des Ortes. Die Kreisstraße KC 29 führt nach Mödlitz (0,5 km nördlich) bzw. nach Beikheim zur Staatsstraße 2208 (2,2 km östlich).[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schneckenlohe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderat / Beauftragte. Gemeinde Schneckenlohe, abgerufen am 21. Oktober 2020.
  3. a b Schneckenlohe im BayernAtlas
  4. Gemeinde Schneckenlohe in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 31. Oktober 2020. Schneckenlohe wird hier fälschlicherweise noch als Kirchdorf qualifiziert.
  5. a b W.-A. v. Reitzenstein, S. 200.
  6. Schneckenlohe.de: Geschichte
  7. a b H. Demattio, S. 506.
  8. a b H. Demattio, S. 598f.
  9. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 693 (Digitalisat).
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 690 f.
  11. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 2017 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  12. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 311 (Digitalisat).
  13. a b c d e f g h i j LfStat: Schneckenlohe: Amtliche Statistik. (PDF) In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 31. Oktober 2020.
  14. a b c d e f g h i j k l m n o Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 148, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  15. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 890, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  16. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1062, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  17. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1007 (Digitalisat).
  18. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1058 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1092 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 942 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 159 (Digitalisat).
  22. Eintrag zum Wappen von Schneckenlohe in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  23. Schneckenlohe. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 31. Oktober 2020.