Schneeball-Ahorn

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Schneeball-Ahorn
Schneeball-Ahorn (Acer opalus)

Schneeball-Ahorn (Acer opalus)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Unterfamilie: Rosskastaniengewächse (Hippocastanoideae)
Gattung: Ahorne (Acer)
Art: Schneeball-Ahorn
Wissenschaftlicher Name
Acer opalus
Mill.

Der Schneeball-Ahorn (Acer opalus), meist Schneeballblättriger Ahorn, auch Frühlings-Ahorn oder Italienischer Ahorn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ahorne (Acer). Er wird in den gemäßigten Breiten selten als Ziergehölz verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreilappiges Laubblatt von Acer opalus subsp. obtusatum.
Herbstfärbung von Acer opalus subsp. obtusatum.
Blüte im Detail.

Erscheinungsbild, Rinde und Knospe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schneeball-Ahorn wächst als sommergrüner, großer Strauch oder als Baum, der Wuchshöhen von bis zu 20 Meter erreichen kann. Er besitzt auf einem gedrungenen, kurzen Stamm eine offene, breite, kugel- bis kuppelförmige Baumkrone. Die Rinde junger Zweige ist kahl, später oliv-braun und längsrissig und ist mit zahlreichen länglich-ovalen Lentizellen besetzt. Die Borke ist anfangs rötlich-grau, später bekommt sie zunehmend grobe, randlich aufgebogene Schuppen, welche nach dem Abfallen orangebraune Flecken hinterlassen oder ist rissig gefeldert bis gefurcht.

Die kreuzgegenständig und etwas vom Zweig abstehend angeordneten Seitenknospen sind bei einer Länge von etwa 8 Millimeter schmal spitz-eiförmig. Sie besitzen hellbraune, grau-weißlich behaarte, nach vorne zugespitzte Knospenschuppen. Der dunkelbraune Rand der Knospenschuppen ist weißlich bewimpert. Die mit einer Länge von 12 Millimeter etwas größere Endknospe ähnelt den Seitenknospen.

Blatt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Sie führen keinen Milchsaft. Der Blattstiel ist 10 bis 15 Zentimeter lang und auf der Oberseite rötlich. Die 12 bis 14 Zentimeter breite Blattspreite ist meist stumpf dreilappig oder, selten deutlich, fünflappig, wobei die vordersten drei Lappen besonders breit, grob und unregelmäßig gekerbt gesägt sind. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und die blaugrau-grüne Blattunterseite ist zumindest entlang der Hauptadern weich behaart. Die Herbstfärbung ist gelb bis orangefarben.

Blütenstand und Blüte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten erscheinen gleichzeitig mit oder kurz vor den Laubblättern im April. In nickenden doldenrispigen Blütenständen stehen 10 bis 50 lang gestielte Blüten zusammen. Die zwittrigen oder eingeschlechtigen Blüten sind hellgelb bis gelb-grün.

Frucht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die oft an einem dicken, gebogenen Stiel hängenden Nussfrüchte weisen einen Durchmesser von etwa 1 Zentimeter auf. Die Früchte besitzen rosafarben-grünliche bis rotbraune, 1,5 bis 2,5 Zentimeter lange Flügel, welche spitzwinklig bis ungefähr in einem rechten Winkel abschließen.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schneeball-Ahorn hat sich auf Insektenbestäubung spezialisiert. Die Blüten produzieren reichlich süßen Nektar und werden deshalb trotz ihrer unauffälligen Farbe ausreichend von Bienen angeflogen.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schneeball-Ahorn ist in den Gebirgen des westlichen Mittelmeerraumes verbreitet und kommt dort in Bergwäldern vor. Er ist auch in Nordafrika verbreitet. In Mitteleuropa wächst er als Wildform nur in den mildesten Lagen, nördlich der Alpen nur im Schweizer Jura und in der Nähe von Grenzach (D). Da der Baum noch vor dem Blatt- und Blütenaustrieb der meisten anderen Waldbäume leuchtend gelb-grün blüht, kann er in dieser Zeit gut im Bestand erkannt werden. Von dieser Eigenschaft leitet sich der Zweitname ab: Frühlingsahorn.

Blühender Frühlingsahorn bei Grenzach aus der Ferne aufgenommen, um die Frühblütigkeit zu demonstrieren (auf halber Höhe am Hang in der Mitte des Bildes). Der gezeigte Baum ist einer von 5 bekannten Exemplaren, die in Deutschland wild wachsen

Der Schneeball-Ahorn gilt als Halbschattenbaumart und besiedelt die kolline, seltener die montane Höhenstufe. Er benötigt einen sonnigen Standort auf mittel- bis flachgründigen, mäßig frischen, nährstoffreichen, basen- und kalkhaltigen Lehmböden. Man trifft ihn insbesondere in Buchen- und Eichenwäldern, Seggen-Buchenwäldern, Eichen- und Buchen-Hangwäldern an. Auch Laubwälder mit Buchsbaum, Flaumeichen und- Linden-Ahorn-Wälder zählen ebenso wie Hainbuchenwälder zu seinen regelmäßigen Wuchsorten.

Der Schneeball-Ahorn wird selten als Zierpflanze in Parkanlagen verwendet.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Acer opalus erfolgte 1768 durch Philip Miller in Gardeners Dictionary, 8. Auflage, Acer Nummer 8.[1]

Acer opalus gehört zur Serie Monspessulana aus der Sektion Acer in der Gattung Acer.[1]

Es gibt von Acer opalus mindestens zwei Unterarten:[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Acer opalus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno P. Kremer: Steinbachs grosser Pflanzenführer. Ulmer (Eugen), Stuttgart 2005, ISBN 3-8001-4903-6
  • Erwin Litzelmann, Maria Litzelmann: Das Vegetationsbild des Dinkelbergplateaus, In: Bauhinia, Band 1, Heft 3, 1960, S. 222–250.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schneeball-Ahorn (Acer opalus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien