Schneemann (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelSchneemann
OriginaltitelThe Snowman
ProduktionslandVereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2017
Länge119 Minuten
AltersfreigabeFSK 16[1]
Stab
RegieTomas Alfredson
DrehbuchHossein Amini,
Peter Straughan
MusikMarco Beltrami
KameraDion Beebe
SchnittClaire Simpson
Besetzung

Schneemann (Originaltitel The Snowman) ist ein britischer Thriller von Tomas Alfredson, der am 13. Oktober 2017 in die Kinos im Vereinigten Königreich und am 19. Oktober 2017 in die deutschen Kinos kam.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Detective Harry Hole in Oslo das Verschwinden eines Opfers im ersten Schnee des Winters untersucht, befürchtet er, dass ein nie gefasster Serienmörder wieder aktiv geworden sein könnte, der es auf junge Mütter abgesehen hat. Mit der Hilfe der brillanten Rekrutin Katrine Bratt muss der Polizist, der einer Eliteeinheit für die Untersuchung von Mordfällen angehört, den Täter fassen, bevor es zu den nächsten Schneefällen kommt. Als dann noch seine Freundin Rakel in das Visier des Killers gerät, entwickelt sich ein mörderisches Duell.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film basiert auf dem Bestseller Schneemann (Originaltitel Snømannen) von Jo Nesbø aus dem Jahr 2007. In Snømannen, wie auch in anderen Kriminalromanen erzählt Nesbø von Fällen des Hauptkommissars Harry Hole. Nachdem anfänglich Martin Scorsese Regie führen sollte, übernahm später Tomas Alfredson diese Arbeit.[2]

Die Dreharbeiten wurden am 18. Januar 2016 in Oslo begonnen.[3] Weitere Drehorte befanden sich in Bergen und in der Gegend von Rjukan.[4] und damit überwiegend in den norwegischen Städten der Literaturvorlage. Als Kameramann fungierte Dion Beebe. In einer Kritik der dpa zum Film heißt es über das Ergebnis der Zusammenarbeit: „Die malerische Schneelandschaft hat Alfredson als düstere Ödnis inszeniert, die einen morbiden Charme ausstrahlt. Das erkennbar Norwegische hat er nach eigenen Angaben bewusst verschleiert, um dem Film einen internationalen Anstrich zu geben. So haben die Polizeiwagen keine Beschriftung. Man sieht kaum Namen auf Geschäften oder irgendwelche Schilder. Der Name Harry Hole wird stets englisch ausgesprochen, obwohl der Kommissar eigentlich Hoh-le heißt.“[5]

Die Filmmusik komponierte Marco Beltrami. Die Aufnahme entstand im August 2017.[6] Der Soundtrack zum Film umfasst 25 Musikstücke[7] und wurde am 20. Oktober 2017 von Back Lot Music veröffentlicht.[8]

Der Film feierte am 7. Oktober 2017 im Rahmen des Haifa Film Festivals seine Premiere.[9] Am 13. Oktober 2017 kam der Film in die Kinos im Vereinigten Königreich und am 19. Oktober 2017 in die deutschen Kinos.[10] Im März 2018 ist eine Veröffentlichung auf DVD, Blu-ray und 4K Blu-ray geplant.[11]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA erhielt der Film von der MPAA wegen schauerlichen Bildern, der Darstellung von Gewalt, der Ausdrucksweise und gezeigter Sex- und Nacktszenen ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[12] In Deutschland ist der Film FSK 16. In der Freigabebegründung heißt es: „Trotz seiner überwiegend ruhigen Erzählweise weist der Film ein anhaltend hohes Spannungsniveau sowie eine düstere Atmosphäre auf, was im Zusammenspiel mit drastischen Gewaltdarstellungen und der Familienthematik Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren überfordern kann. 16-Jährige sind aufgrund ihrer Medienerfahrung in der Lage, die Genremechanismen zu entschlüsseln und sich ausreichend zu distanzieren.“[13]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film konnte bislang nur 9 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen.[14]

In einer Kritik der dpa zum Film heißt es über die Arbeit von Tomas Alfredson, dieser erzähle die Geschichte als eher traditionellen Krimi mit einigen Rückblenden: „Die Romanvorlage wurde stark verändert. Das betrifft insbesondere Holes Kollegin Bratt. Der in der deutschen Fassung rund 500 Seiten starke Roman wurde für die zweistündige Verfilmung erwartungsgemäß reduziert. Mitunter entsteht dabei allerdings der Eindruck, dass einige Elemente aus dem Buch ohne den notwendigen Zusammenhang übernommen wurden.“ Weiter wird in der Kritik erklärt, Alfredson setze zunächst auf subtile Spannung, und im späteren Verlauf überrasche der Film mit ein paar drastischen Gewaltdarstellungen. Weiter heißt es, Schneemann habe durchaus spannende Momente, das Drehbuch wirke insgesamt aber zu konstruiert und einfach nicht schlüssig genug, die Figuren verhalten sich oft zu irrational, und einige Charaktere scheinen sogar überflüssig: „Trotz seiner hochklassigen Besetzung bietet Schneemann am Ende kein großes Kino, sondern wirkt eher wie ein durchschnittlicher TV-Krimi.“[5]

Auch Andreas Borcholte von Spiegel Online meint, Alfredson habe sich mit dem auf vielerlei Ebenen missratenen Film verhoben. Trotz eines Schauspieler-Ensembles, das bis in die kleinste Nebenrolle geradezu absurd hochkarätig besetzt sei, trotz Vollprofis wie Oscar-Preisträger Dion Beebe hinter der Kamera und Martin Scorseses Meister-Cutterin Thelma Schoonmaker am Schnitt und einem dreiköpfigen Drehbuchautorenteam, zu dem neben Peter Straughan auch Søren Sveistrup gehörte, wolle aus Der Schneemann kein kohärenter, runder oder auch nur spannender Film werden.[15]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weltweiten Einnahmen des Films aus Kinovorführungen belaufen sich bislang auf 42,7 Millionen US-Dollar.[16] In Deutschland verzeichnet der Film bislang 451.102 Besucher.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Schneemann. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 172287/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Brendan Bettinger: Tomas Alfredson to Direct THE SNOWMAN; Martin Scorsese to Executive Produce. Collider, 28. April 2014; abgerufen am 30. Juli 2017 (englisch).
  3. Wendy Mitchell: Tomas Alfredson’s ‘The Snowman’ begins shoot with Michael Fassbender. Screen Daily, 19. Januar 2016; abgerufen am 30. Juli 2017 (englisch).
  4. The Snowman. Universal Pictures; abgerufen am 30. Juli 2017 (englisch).
  5. a b http://www.focus.de/kultur/kino_tv/film-schneemann-tv-krimi-statt-grosses-kino_id_7719041.html
  6. http://filmmusicreporter.com/tag/the-snowman/
  7. http://filmmusicreporter.com/2017/09/28/the-snowman-soundtrack-details/
  8. The Snowman In: soundtrack.net. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  9. The Snowman In: haifaff.co.il. Abgerufen am 7. Oktober 2017.
  10. Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 11. August 2017.
  11. http://www.4kfilme.de/schneemann-4k-blu-ray-maerz-2018/
  12. The Snowman In: parentpreviews.com. Abgerufen am 28. September 2017.
  13. Freigabebegründung für Schneemann In: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Abgerufen am 19. Oktober 2017.
  14. The Snowman In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 21. Oktober 2017.
  15. Andreas Borcholte: Jo-Nesbø-Verfilmung: Wenn dem Schneemann die Nase fehlt In: Spiegel Online, 19. Oktober 2017.
  16. http://www.boxofficemojo.com/movies/?id=thesnowman.htm
  17. Top 100 Deutschland 2017. In: insidekino.com. Abgerufen am 12. Dezember 2017.