Schneeren

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Schneeren
Wappen von Schneeren
Koordinaten: 52° 32′ 4″ N, 9° 19′ 44″ O
Höhe: 59 m ü. NHN
Fläche: 39,26 km²[1]
Einwohner: 1382 (2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31535
Vorwahl: 05036
Schneeren (Niedersachsen)
Schneeren

Lage von Schneeren in Niedersachsen

Alte Windmühle vor Schneeren
Alte Windmühle vor Schneeren
Schneerener Geest bei Schneeren

Die Ortschaft Schneeren ist ein Stadtteil von Neustadt am Rübenberge in der niedersächsischen Region Hannover.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneeren liegt etwa 10 km westlich von Neustadt, zwischen dem Grinderwald im Norden und dem Steinhuder Meer im Süden. Die B6 von Hannover nach Bremen verläuft etwa 3 km nördlich des Dorfs. Der Ort befindet sich auf einem hügeligen Geestrücken im Bereich der Hannoverschen Moorgeest.

Das Dorfbild ist landwirtschaftlich geprägt, im Ort sind aber auch Handwerksbetriebe ansässig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals 1215 in einer Urkunde des Grafen von Wölpe als „in Snedere“ erwähnt. Der Name Snedere wurde in späteren Urkunden anders beschrieben, wie Snederen [1280], Schnedere [1307], Snedern [1320].[2]

Nach einer Sage soll die erste Siedlung Schneerens etwa drei Kilometer südöstlich des heutigen Dorfkerns gelegen haben, nahe dem heutigen Wasserwerk. Dort wuchs eine Pflanzenart, die damals zur Einfassung von Wegen benutzt wurde. Im Niederdeutschen während der Zeit des Mittelalters bedeutete snedere so viel wie Schneide, Grenze. Dies kann aber auch die Lage am Rand eines Moorgebietes andeuten. Eine andere Theorie besagt, dass bedingt durch den kargen Boden die Bewohner den Gürtel enger schnüren mussten. Der Name entspringt dem plattdeutschen „sneren“, also auf Hochdeutsch schnüren.

Mit einer zu Drakenburg am 27. Dezember 1280 ausgestellten Urkunde schenkte Graf Burchard von Wölpe (1257–1289) dem Kloster Mariensee den Zehnten und alle Neubrüche zu Schneeren.[3]

1522 kam Mardorf zur Kirchenpfarrei Schneeren (das bis dahin bei Husum gewesen war). Bei der Teilung des Amtes Rehburg im Jahre 1856 kamen Mardorf und Schneeren zum Amt Neustadt am Rübenberge.

Während des Dreißigjährigen Krieges brannte das Dorf ab; wurde jedoch an derselben Stelle neu errichtet.

Durch die Gebietsreform wurde Schneeren am 1. März 1974 ein Stadtteil von Neustadt am Rübenberge.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1848: 0626 Einwohner[5]
  • 1910: 0812 Einwohner[6]
  • 1925: 0865 Einwohner[7]
  • 1933: 0840 Einwohner[7]
  • 1939: 0781 Einwohner[7]
  • 1961: 1132 Einwohner[4]
  • 1970: 1157 Einwohner[4]
  • 2006: 1483 Einwohner
  • 2013: 1447 Einwohner
  • 2016: 1382 Einwohner[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsratswahl in Schneeren 2016[8]
Wahlbeteiligung: 67,5 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,5 %
18,8 %
15,2 %
12,5 %
Wir für Schneeren

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Schneeren setzt sich aus einer Ratsfrau und acht Ratsherren zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich 17 beratende Mitglieder.[9][10]

Sitzverteilung:

  • CDU: 5 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Wir für Schneeren: 1 Sitz
  • Grüne: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister ist Stefan Porscha (CDU). Sein Stellvertreter ist Christian Thieße (CDU).[9][10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Schneeren stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Hannover am 1. April 1964 erteilt.[11]

Wappen von Schneeren
Blasonierung:Geteilt, oben in Gold ein laufender, balzender, schwarzer Birkhahn, unten in Grün vier silberne Windmühlenflügel, die in den Seitenwinkeln zwei gestielte, goldene Eichblätter überdecken, zwischen den beiden oberen Flügeln eine goldene Eichel.“[11]
Wappenbegründung: Durch die ausgedehnten Moorflächen in der Gemarkung Schneeren ist das vielerorts bereits ausgestorbene Birkwild hier für Jäger und Jagdherren ein besonderer Anziehungspunkt. Die im Wappen enthaltenen Mühlenflügel sind gleichfalls Sinnbild für die in früheren Jahren hier häufigen Windmühlen. Auch heute ist noch eine davon in ihrer Urform erhalten, da diese Mühle in ihrem Innern als Wohnung ausgebaut wurde und damit die Hoffnung besteht, dass diese Mühle erhalten bleibt. Die Eichenblätter verkörpern den seit 1982 unter Landschaftsschutz stehenden Eichenhain in der Mitte der Ortschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Zum Guten Hirten
  • Die evangelisch-lutherische Kirche Zum Guten Hirten in Schneeren wurde 1724 als rechteckige Saalkirche errichtet. Der 27 m hohe Kirchturm wurde jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut, da ein Blitzeinschlag den alten Turm zerstört hatte. 2003 wurde die Kirche renoviert, dabei tauschte man das Kreuz auf der Kirche aus. Das alte Kreuz steht nun hinter der Kirche. Die Kirchengemeinde gehört zur Region Mitte des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf.
  • Die katholische Kirche St. Martin wurde 1969 gegenüber dem Dorfteich erbaut. 2009 wurde sie profaniert und später abgerissen. Die nächstliegende katholische Kirche befindet sich heute im 10 km entfernten Neustadt am Rübenberge.

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorfkern befindet sich ein Waldstück, welches Brink genannt wird und in dem sich ein See befindet, das Queemoor. Der Wald ist bereits auf Karten aus dem 18. Jahrhundert verzeichnet, jedoch wurde als Folge eines Brandes im Jahre 1874 komplett abgeholzt, so dass der heutige Baumbestand knapp 150 Jahre alt ist.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort besteht der Heimatverein Schneeren[12] und der Gemischte Chor Schneeren sowie der Liederklump. Des Weiteren gibt es ein Akkordeonorchester, den Turn- und Sportverein von 1893, einen Männergesangverein, die Landfrauen, einen Rassekaninchen-Zuchtverein, einen Reit- und Fahrverein, den Schützenverein von 1928[13] und einen Spielmannszug.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Struckmann: Schneeren, ein Dorf in der Geest zwischen Grinderwald und Steinhuder Meer (1215–1988). Hrsg. vom Heimatverein Schneeren, Stolzenau 1993

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schneeren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Unsere Ortschaften stellen sich vor – Schneeren. In: Internetseite der Stadt Neustadt a. Rbge. 2016; abgerufen am 13. November 2017.
  2. Calenberger Urkundenbuch V, Nr. 7, S. 15. Vgl. Forschungen zur Geschichte Niedersachsens, Band 1, hrsg. vom Historischen Verein für Niedersachsen, Hannover und Leipzig, Hahnsche Buchhandlung, 1907, S. 28 f.; auch Wippermann, Carl Wilhelm, Beschreibung des Bukki-Gaues nebst Feststellung der Grenzen der übrigen Gaue Niedersachsens, Göttingen, Georg H. Wigand, 1859, S. 9. Die alten Bezeichnungen tauchen auf im Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande, gesammelt und hrsg. von Hans Sudendorf, Hannover 1859–62. Schreibweise Snedern (1320): Sudendorf I Nr. 329 S. 186.
  3. Wilhelm von Hodenberg: Calenberger Urkundenbuch, Heft 1. bis zum Jahre 1300. Nr. 83, S. 74 (Archiv des Klosters Barsinghausen, erste Abteilung).
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 198.
  5. Friedrich W. Harseim, C. Schlüter (Hrsg.): Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Schlüter, 1848, S. 53 (google.de [google-books; abgerufen am 14. April 2017]).
  6. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. Königreich Preußen – Provinz Hannover – Regierungsbezirk Hannover – Landkreis Neustadt am Rübenberge. Uli Schubert, 2014; abgerufen am 14. April 2017.
  7. a b c Landkreis Neustadt am Rübenberge. Neustadt i. Hannover. Michael Rademacher, 2006; abgerufen am 14. April 2017.
  8. Ergebnis der Ortsratswahl 2016 in Schneeren. In: www.wahl.hannit.de. Abgerufen am 13. November 2017.
  9. a b Ortsrat der Ortschaft Schneeren. In: Ratsinformationssystem der Stadt Neustadt a. Rbge. Abgerufen am 13. November 2017.
  10. a b Mandatsträger der Stadt. In: Ratsinformationssystem der Stadt Neustadt a. Rbge. Abgerufen am 13. November 2017.
  11. a b Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985, S. 294–295.
  12. Vorstellung des Heimatvereins Schneeren e. V. In: Internetseite des Heimatvereins Schneeren. Abgerufen am 13. November 2017.
  13. Vorstellung des Schützenvereins Schneeren von 1928 e. V. In: Internetseite des Schützenvereins Schneeren. Abgerufen am 13. November 2017.
  14. Zur Person Wilhelm Heidemann. In: www.abgeordnetenwatch.de. Abgerufen am 13. November 2017.