Schneeren

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52.5344444444449.328888888888959Koordinaten: 52° 32′ 4″ N, 9° 19′ 44″ O

Schneeren
Wappen von Schneeren
Höhe: 59 m ü. NN
Fläche: 39,26 km²dep1
Einwohner: 1447 (27. Mrz. 2013)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31535
Vorwahl: 05036
Kirche Zum Guten Hirten

Die Ortschaft Schneeren ist ein Stadtteil von Neustadt am Rübenberge in der Region Hannover mit 1483 Einwohnern (2006).

Geografische Lage[Bearbeiten]

Schneeren liegt etwa 10 km westlich von Neustadt, zwischen dem Grinderwald im Norden und dem Steinhuder Meer im Süden. Die B6 von Hannover nach Bremen verläuft etwa 3 km nördlich des Dorfs. Der Ort befindet sich auf einem hügeligen Geestrücken im Bereich der Hannoverschen Moorgeest.

Das Dorfbild ist landwirtschaftlich geprägt, im Ort sind aber auch Handwerksbetriebe ansässig.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals 1215 in einer Urkunde des Grafen von Wölpe als „in Snedere“ erwähnt. Der Name Snedere wurde in späteren Urkunden anders beschrieben, wie Snederen [1280], Schnedere [1307], Snedern [1320].[1]

Nach einer Sage soll die erste Siedlung Schneerens ca. 3 km südöstlich des heutigen Dorfkerns gelegen haben, nahe dem heutigen Wasserwerk. Dort wuchs eine Pflanzenart, die damals zur Einfassung von Wegen benutzt wurde. Im Niederdeutschen während der Zeit des Mittelalters bedeutete snedere so viel wie Schneide, Grenze. Dies kann aber auch die Lage am Rand eines Moorgebietes andeuten. Eine andere Theorie besagt, dass bedingt durch den kargen Boden die Bewohner den Gürtel enger schnüren mussten. Der Name entspringt dem plattdeutschen "sneren" , also auf Hochdeutsch schnüren.

Mit einer zu Drakenburg am 27. Dezember 1280 ausgestellten Urkunde schenkte Graf Burchard von Wölpe (1257–1289) dem Kloster Mariensee den Zehnten und alle Neubrüche zu Schneeren.[2]

1522 kam Mardorf zur Kirchenpfarrei Schneeren (das bis dahin bei Husum gewesen war). Bei der Teilung des Amtes Rehburg im Jahre 1856 kamen Mardorf und Schneeren zum Amt Neustadt am Rübenberge.

Durch die Gebietsreform wurde Schneeren am 1. März 1974 ein Stadtteil von Neustadt am Rübenberge.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1910: 0812 Einwohner[4]
  • 1925: 0865 Einwohner[5]
  • 1933: 0840 Einwohner[5]
  • 1939: 0781 Einwohner[5]
  • 1961: 1132 Einwohner[3]
  • 1970: 1157 Einwohner[3]
  • 2006: 1483 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Im neunköpfigen Ortsrat sind vier Parteien vertreten: CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die UWG.

Ortsbürgermeister ist Stefan Porscha (CDU), Stellvertreter ist Ferdinand Lühring (SPD).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Kirche Zum Guten Hirten in Schneeren wurde 1724 als rechteckige Saalkirche errichtet. Der 27 m hohe Kirchturm wurde jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut, da ein Blitzeinschlag den alten Turm zerstört hatte. 2003 wurde die Kirche renoviert, dabei tauschte man das Kreuz auf der Kirche aus. Das alte Kreuz steht nun hinter der Kirche. Die Kirchengemeinde gehört zur Region Mitte des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf.

Die katholische Kirche St. Martin wurde 1969 gegenüber dem Dorfteich erbaut. 2009 wurde sie profaniert und später abgerissen. Die nächstliegende katholische Kirche befindet sich heute im 10 km entfernten Neustadt am Rübenberge.

Vereine[Bearbeiten]

Der Heimatverein Schneeren e.V. stellt sich und das Dorf Schneeren vor. Den Gemischten Chor Schneeren und den Liederklump hält Dagmar Günther in Schwung. Ferner gibt es ein Akkordeonorchester, die Alte Garde (des Spielmannszuges), den Turn- und Sportverein von 1893, einen Männergesangverein, die Landfrauen, einen Rassekaninchen-Zuchtverein, einen Reit- und Fahrverein, den Schützenverein von 1928 und einen Spielmannszug.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Struckmann: Schneeren, ein Dorf in der Geest zwischen Grinderwald und Steinhuder Meer (1215–1988). Hrsg. vom Heimatverein Schneeren, Stolzenau 1993

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schneeren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Calenberger Urkundenbuch V, Nr. 7, S. 15. Vgl. Forschungen zur Geschichte Niedersachsens, Band 1, hrsg. vom Historischen Verein für Niedersachsen, Hannover und Leipzig, Hahnsche Buchhandlung, 1907, S. 28 f.; auch Wippermann, Carl Wilhelm, Beschreibung des Bukki-Gaues nebst Feststellung der Grenzen der übrigen Gaue Niedersachsens, Göttingen, Georg H. Wigand, 1859, S. 9. Die alten Bezeichnungen tauchen auf im Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande, gesammelt und hrsg. von Hans Sudendorf, Hannover 1859–62. Schreibweise Snedern (1320): Sudendorf I Nr. 329 S. 186.
  2. von Hodenberg, Wilhelm, Calenberger Urkundenbuch, Erste Abteilung, Archiv des Klosters Barsinghausen, Heft 1. bis zum Jahre 1300., Nr. 83, S. 74.
  3. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 198.
  4. gemeindeverzeichnis.de, Landkreis Neustadt am Rübenberge, abgerufen am 6. Juni 2011
  5. a b c www.verwaltungsgeschichte.de, Online-Ressource
  6. www.landtag-niedersachsen.de