Schneidhain

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50.1715668.450975299Koordinaten: 50° 10′ 18″ N, 8° 27′ 4″ O

Schneidhain
Wappen von Schneidhain
Höhe: 299 m
Eingemeindung: 1. April 1972
Postleitzahl: 61462
Vorwahl: 06174
Rathaus
evangelisch Kirche
katholische Kirche

Schneidhain ist ein Ortsteil von Königstein im Taunus.

Geographie[Bearbeiten]

Schneidhain ist ein Straßendorf westlich von Königstein am Liederbach gelegen.

Geschichte[Bearbeiten]

Schneidhain wird im elften Jahrhundert als Teil der des Kloster Limburg an der Haardt erstmals erwähnt. Später gehörte Schneidhain 1418 bis 1581 zur Herrschaft Königstein und Sitz des höfischen Dinggerichts, das für „Schaden und Schmähungen in Dorf und Feldmark und Verstöße gegen die Nachbarschaft und gute Sitten“ zuständig war.

Im 16. Jahrhundert fiel Schneidhain zunächst an die Grafen von Stolberg, die die Reformation einführten. Danach kam Schneidhain an die katholischen Mainzer Kurfürst und später zum Kurfürst von der Pfalz kam, der Ansprüche auf das Dorf aus dem Erwerb des Klosters Limburg erheben konnte.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Scheidhain spanisch besetzt und von den Schweden an die Stolberger Grafen von 1631 bis 1635 zurückgegeben. Danach fiel Schneidhain erneut an die Kurpfalz und im Jahre 1650 als Teil eines Gebietstausches an Kurmainz. Im 19. Jahrhundert wurde Scheidhain Teil des Herzogtums Nassau, 1866 Preußens. Mit der Auflösung Preußens wurde Scheidhain 1945 Teil Hessens. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Schneidhain/Taunus am 1. April 1972 auf freiwilliger Basis nach Königstein im Taunus eingegliedert.[1]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 31. Dezember 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „Im goldenen Schild auf grünem Boden eine rote Kapelle in Seitenansicht mit Turm, überhöht von einem grünen Baum.“[2]

Kirchen[Bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Schneidhain gehörte ursprünglich zur Pfarrei Sulzbach. Um das Jahr 1200 finden sich erste Erwähnungen einer Kirche in Schneidhain, im 14. Jahrhundert entstand eine eigenständige Pfarrei.

In der Folge der Reformation änderten sich die kirchlichen Verhältnisse in Schneidhain mehrfach. Zunächst lutherisch geworden, wurde Schneidhain 1582 calvinistisch und 1626 kurzzeitig wieder katholisch. Mit dem „Bergsträßer Rezess“ wurden 1650 die Kirchenverhältnisse neu geordnet. Die Kirche war nun katholisch-calvinistische Simultankirche. Als Nutzungsverteilung wurde festgelegt, dass der Chor von den Katholiken und das Schiff von den Reformierten genutzt wurde.

Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche zum überwiegenden Teil abgerissen und neu gebaut. Der Neubau wurde 1741 geweiht. die Kirche ist St. Johann Baptist, also Johannes der Täufer gewidmet.

Mit dem Neubau der katholischen Kirche endete 1949 die Nutzung als Simultankirche. Seit dieser Zeit handelt es sich um eine rein protestantische Kirche.

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Aufgrund der Vertreibungen aus den deutschen Ostgebieten stieg die Zahl der Katholiken in Schneidhain stark an. Die bisherige Simultankirche war zu klein geworden und die katholische Gemeinde beschloss daher den Bau der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Die neue Kirche wurde am 21. August 1949 durch den Limburger Bischof Wilhelm Kempf eingeweiht.

Aus dieser alten Simultankirche stammt ein spanischer Feldaltar aus dem 18. Jahrhundert und ein auf diesem Hochaltar befindliche Kruzifix, aus der Zeit um 1500. Ungewöhnlich sind die beweglichen Arme (im Hochmittelalter wurde während der Kar-Tage der Leib Christi vom Kreuz abgenommen und ins Grab gelegt).

Schule[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung einer Schule in Schneidhain in der Schulchronik stammt aus dem Jahr 1818. Ein Schulhaus wurde jedoch erst 1824 errichtet. 1878 wurde ein neues Schulhaus erbaut und 1911 eine zweite Lehrerstelle eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Bevölkerungszahl und damit die Schülerzahl deutlich an. 1959 wurde daher die erneut eine Schule erbaut (das Gebäude wurde 2006 abgerissen), die 1972 um einen Erweiterungsbau ergänzt wurde. 1997 erhielt die Schule den Namen Schule am Kastanienhain. Das heutige Schulgebäude stammt aus dem Jahr 2008.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schneidhain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 268
  2. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1955 Amtsblatt Nr. 3 Seite 49
  3. Beate Großmann-Hofmann: Schulstadt Königstein im Taunus; in Jahrbuch des Hochtaunuskreises 2012, ISBN 978-3-942921-22-0, Seite 50–51