Schnell ermittelt

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Seriendaten
Originaltitel Schnell ermittelt
Produktionsland Österreich
Originalsprache Österr. Deutsch / Wienerisch
Jahr(e) 2009–2012
Filme: seit 2012
Länge 45 Minuten
Filme: 90 Minuten
Episoden 40 in 4 Staffeln (Liste)
Genre Krimi, Drama
Produktion Kurt J. Mrkwicka, Andreas Kamm, Oliver Auspitz
Idee Eva Spreitzhofer
Musik Lothar Scherpe
Erstausstrahlung 21. April 2009 auf ORF 1
Besetzung

Schnell ermittelt ist eine österreichische Kriminal-Fernsehserie, die zwischen 2007 und 2011 von MR Film im Auftrag des ORF produziert wurde. Die Erstausstrahlung erfolgte am 21. April 2009 auf ORF 1.

Produktion und Ausstrahlung[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 wurde die Krimiserie im Zuge der Programmreform des ORF erstmals in den Medien präsentiert. Während im Sommer 2007 zwei Pilotfolgen und ein Jahr darauf die restlichen 8 Episoden der ersten Staffel produziert wurden, einigte man sich beim ORF nie auf einen Sendetermin, sodass die Erstausstrahlung erst 2009 stattfand.

Mitte 2009 wurde die Serie auf der Fernsehmesse MipTV präsentiert, was zu einem großen Interesse von Fernsehsendern aus anderen Ländern führte. Im Sommer 2009 lief die erste Staffel von Schnell ermittelt unter dem Titel Žaibiški tyrimai in Litauen. Das dänische öffentlich-rechtliche Fernsehen DR hat Schnell ermittelt mittlerweile ebenfalls gekauft und alle drei bisherigen Staffeln unter dem Titel Hurtig opklaring ausgestrahlt. Außerdem wurde die Serie nach Slowenien, Frankreich, Russland, Ukraine, Kasachstan und Italien verkauft. Die ARD sendete die ersten beiden Staffeln von Schnell ermittelt ab November 2013 im Programm des SWR.[1]

Anfang März 2009 fanden in Wien die Dreharbeiten für die zweite Staffel statt, die Anfang 2010 ausgestrahlt wurde. Zwischen Frühjahr und Herbst 2010 gab es Drehtermine für die dritte Staffel, die ab dem 4. Jänner 2011 ausgestrahlt wurde.[2] Zwischen Frühjahr und Herbst 2011 gab es Drehtermine für die vierte Staffel, die ab 10. Jänner 2012 ausgestrahlt wurde.[3]

Im Dezember 2011 wurde bekannt, dass keine volle fünfte Staffel zu sehen sein wird. Dafür wurden nach Beendigung der Dreharbeiten für die vierte und letzte Staffel noch drei 90-minütige Fernsehfilme produziert. Der erste Film wurde am 11. Dezember 2012[4] im ORF eins ausgestrahlt und trägt den Titel Schuld.[5][6][7]

Der zweite Film mit dem Titel Erinnern wurde von September 2012 bis Mitte Oktober 2012 in Wien gedreht und am 29. November 2013 auf DVD veröffentlicht.[8][9] Gemeinsam mit dem im August 2013 gedrehten dritten Film Leben wurde er im September 2014 auf ORF eins erstausgestrahlt.[10] Die Dreharbeiten zu einem vierten Spielfilm mussten aufgrund eines Autounfalls von Ursula Strauss auf das Frühjahr 2015 verschoben werden.[11]

Handlung[Bearbeiten]

Chefinspektorin Angelika Schnell (geborene Zuhlehner) ist Leiterin der Mordkommission in Wien. Sie ist geschieden und hat zwei Kinder, Kathrin und Jan. Schnell ist sehr empathisch, wenn auch äußerst selbstbezogen. In Tagträumen sieht sie oft Mordopfer in ihrem Handeln an verschiedenen Plätzen, die mit dem Opfer oder der Tat zu tun haben. Im Laufe der Staffeln weiten sich die Tagträume auf persönliche Empfindungen aus und manchmal projiziert sich Angelika an die Stelle des Opfers. Der Bruch zwischen Tagtraum und Realität ist oft erst am Ende der Szene erkennbar. Direkt arbeitet sie mit Bezirksinspektor Harald Franitschek zusammen. Zwischen ihnen hat sich das Ritual entwickelt, sich gegenseitig den Befragten vorzustellen.

Exekutivassistentin Maja Landauer arbeitet im Büro und recherchiert die Hintergrundinformationen. VB/S Kemal Öztürk ist der IT-Spezialist und für die Auswertung der Computer und Handys zuständig. Zwischen den beiden entwickelt sich im Laufe der Serie auch eine private Beziehung. Nach der Arbeit treffen sich diese vier Personen gerne an einem chinesischen Imbissstand gegenüber der Wiener Urania, und nicht an einem Würstelstand, wie es für Wien klischeehaft ist.

Gerichtsmediziner ist Dr. Stefan Schnell, der Ex-Ehemann von Angelika. Sie haben ein freundschaftliches Verhältnis. Die Kinder leben primär bei der Mutter, durch die Arbeit müssen sie sich aber häufig bei der Kinderbetreuung arrangieren. Hier kommt auch manchmal Stefans Mutter ins Spiel, mit der sich Angelika nicht gut versteht.

Erste Staffel[Bearbeiten]

Im Laufe der ersten Staffel verliebt Angelika Schnell sich in den mordverdächtigen Peter Feiler und vertraut ihm. Im Finale wird sie von ihm verschleppt, gefangen gehalten und gequält.

Zweite Staffel[Bearbeiten]

Es stellt sich heraus, dass Peter Feiler schon zuvor in Morde verwickelt war, man konnte nur nicht feststellen, ob er wirklich verantwortlich war. Seitdem sie von ihren Kollegen befreit wurde, flüchtete der ehemalige Freund und wird seither auch gesucht. Angelika Schnell leidet seither an Verfolgungswahn und psychischen Problemen. Somit handelt die zweite Staffel auch von der Suche nach dem Serienmörder Peter Feiler, der schließlich in der letzten Folge der Staffel bei der Verfolgung durch die Inspektorin stirbt.

Dritte Staffel[Bearbeiten]

Die dritte Staffel beschreibt – neben dem Fall der Woche – die Ermittlungen zum Tod Peter Feilers durch den Sonderbeauftragten Oberst Martin Schuster. Er hält Schnell für verdächtig, Feiler absichtlich umgebracht zu haben, und hält regelmäßig interne Befragungen ab. Währenddessen verfolgt Angelika Schnell außerdienstlich weitere Spuren im Falle Feiler und trifft dabei auf den inhaftierten Karl Esch, der ihr immer mehr Informationen bietet. Als Karl Esch aus dem Gefängnis flüchtet und kurz darauf ermordet aufgefunden wird, wird Angelika Schnell zur Hauptverdächtigen. Gegen Ende der Staffel wird Schnell festgenommen und vom Dienst suspendiert. Währenddessen führt Franitschek die Abteilung als Chefinspektor. Nach ihrer Entlassung aus der Untersuchungshaft führt Schnell Privatermittlungen im Falle Esch und findet heraus, dass die Justizwachebeamtin Gruppeninspektorin Maria Winter darin verwickelt ist. Nachdem wieder Beweise für eine mögliche Schuld Schnells gefunden wurden, wird sie erneut verhaftet, kann aber entkommen. Schließlich entlarvt sie die verdächtige Justizwachebeamtin als Mörderin Eschs. In einer Verfolgungsjagd schießt Ermittler Schuster Schnell versehentlich an, worauf sie ins Krankenhaus eingeliefert wird.

Vierte Staffel[Bearbeiten]

Schnell überlebt die Schussverletzung und kehrt nach dem Krankenhausaufenthalt wieder in den Dienst zurück. In ihren Tagträumen sieht sie nun jedoch anstatt der Mordopfer ein schwarzhaariges Mädchen. Sie vertraut sich ihrem Ex-Mann, der vorübergehend wieder bei ihr wohnt, an und nimmt psychiatrische Hilfe in Anspruch. In weiterer Folge stellt sich heraus, dass es sich bei dem Mädchen anscheinend um die seit Jahren vermisste Lucy Haller handelt und dass Schnell sie im Krankenhaus, als sie nur halb bei Bewusstsein war, gesehen hat. Im Staffelfinale stellt sich schließlich heraus, dass Schnell in Wirklichkeit noch immer im Tiefschlaf im Krankenhaus liegt und die Ereignisse der gesamten Staffel nur geträumt hat. Hierbei scheint sie unbewusst wahrgenommene Informationen verarbeitet zu haben – der Fall von Lucy Haller etwa hat sich inzwischen tatsächlich in der von ihr geträumten Weise entwickelt, weshalb sie ihn nach ihrer tatsächlichen Entlassung schnell klären kann. Bei den zuvor gezeigten Fällen der 4. Staffel handelt es sich um alte, ungelöste Fälle, zu denen Schnell im Tiefschlaf die Lösung fand.

Rezeption[Bearbeiten]

Schnell ermittelt wurde sowohl von den Medien als auch vom Publikum gut aufgenommen. Der Standard bezeichnete die Krimiserie als CSI auf gut Wienerisch[12] und der Kurier verglich sie mit der erfolgreichen Reihe Kottan ermittelt.[13] Auch die vierte Staffel wurde positiv rezensiert. Beispielsweise schrieb die Tageszeitung Der Standard, dass „[die] Serie [funktioniere], weil die Krimischablone diesmal nicht nur mit halbherzigem Lokalkolorit-Schmäh, sondern auch mit Herz, Schmerz und Drama einer nichtkriminalistischen Serienwelt versetzt [sei].“,[14] und die regionale Tageszeitung Kleine Zeitung nannte die Serie einen „Krimi-Erfolg“, der „auch vier Jahre nach dem Start sehr frisch“ wirke.[15]

Bei der Erstausstrahlung erreichte die Serie einen durchschnittlichen Marktanteil von 30 %, 721.000 Menschen verfolgten die erste Folge mit.[16] Die zweite Staffel wurde durchschnittlich von 694.000 Zuschauern gesehen, dies entspricht einem nationalen Marktanteil von 27 %.[17]

DVD-Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Seit 20. November 2009 gibt es von Hoanzl die komplette erste Staffel der Serie. Als Bonus sind auf der DVD Box auch die erste Folge der zweiten Staffel, Outtakes und ein Making-Of des Vorspanns zu sehen.
  • Am 21. Oktober 2011 erschienen die zweite und dritte Staffel der Serie auf DVD.
  • Am 18. Mai 2012 kam die vierte Staffel als DVD auf den Markt.

Episodenliste[Bearbeiten]

Hauptartikel: Episodenliste

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Krimiserie „Schnell ermittelt“: Premiere im SWR Fernsehen. 29. Oktober 2013, abgerufen am 1. März 2014.
  2. ORF-Erfolgsserie "Schnell ermittelt" geht am 4. Jänner in die dritte Runde kundendienst.ORF.at. ORF. Abgerufen am 14. Februar 2012.
  3. Der ganz normale Mord-Wahnsinn: “Schnell Ermittelt 3″ startet medieninsider.at. 4. Jänner 2011, abgerufen am 14. Februar 2012.
  4. "Schnell ermittelt" als Spielfilm heute.at abgerufen am 22. November 2012.
  5. Schnell ermittelt – Schuld bei filmstills.at. Abgerufen am 27. September 2014.
  6. Exklusiv: “Schnell Ermittelt” soll abgesetzt werden medieninsider.at. 1. Dezember 2011, abgerufen am 14. Februar 2012.
  7. ORF dementiert fixes Ende von "Schnell ermittelt". In: Der Standard. 1. Dezember 2011, abgerufen am 14. Februar 2012.
  8. Schnell ermittelt beim ORF Kundendienst, abgerufen am 6. November 2013
  9. Kritik: Schnell Ermittelt “Erinnern” bei blamayertv.wordpress.com. Abgerufen am 27. September 2014.
  10. Dreharbeiten zum dritten "Schnell ermittelt"-Film gehen ins Finale
  11. Drehpause bei "Schnell ermittelt" nach Autounfall von Ursula Strauss
  12. Doris Priesching: "Schnell ermittelt": "CSI" auf gut Wienerisch. In: Der Standard. 20. April 2009, abgerufen am 14. Februar 2012.
  13. Nach der Mörder- geht’s auf Hamsterjagd (Memento vom 28. Juni 2009 im Internet Archive)
  14. Alois Pumhösel: Neue Staffel von "Schnell ermittelt": Der Tod und die Tagträumerin. In: Der Standard. 11. Jänner 2012, abgerufen am 14. Februar 2012.
  15. Frido Hütter: Krimi-Erfolg: Angelika Schnell ermittelt weiter In: Kleine Zeitung. 13. Dezember 2011, abgerufen am 14. Februar 2012.
  16. ORF Quoten: Dienstag. AGTT/Gfk TELETEST 2012. Medienforschung ORF. Abgerufen am 14. Februar 2012.
  17. Spannende Fälle, eine Topbesetzung und ein Schuss Romantik: Ab 10. Jänner wird in ORF eins wieder "Schnell ermittelt" ORF.kundendienst.at. ORF. Abgerufen am 14. Februar 2012.

Weblinks[Bearbeiten]