Schnez-Truppe

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Die sogenannte Schnez-Truppe oder auch Schnez-Organisation war eine Organisation von 2000 ehemaligen Offizieren der Waffen-SS und der Wehrmacht, die ab 1949 im Geheimen operierte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel der Organisation war es, eine geheime Armee mit 40.000 Mann aufzubauen. Benannt wurde die Truppe von Albert Schnez (1911–2007), der sie führte. Als „Ältester“ übernahm zunächst Rudolf von Bünau (1890–1962) die Verantwortung. Weitere namhafte Mitglieder waren Adolf Heusinger (1897–1982) und Hans Speidel (1897–1984). Über die Truppe ist fast nichts bekannt; viele ihrer Mitglieder sollen in der 1955 gegründeten Bundeswehr gedient haben.[1]

Man bereitete sich auf zwei Szenarien vor: Für den Fall eines sowjetischen Angriffs auf Deutschland würde man aus dem Ausland wieder in Deutschland eindringen. Der zweite Fall wäre ein Bürgerkrieg gegen Kommunisten gewesen. Zudem gab es Spionagetätigkeiten gegen linke Politiker. Finanzierung und Ausrüstung wurde mit Hilfe von Spenden von Unternehmen realisiert. Waffen sollten von der Bereitschaftspolizei kommen. Es habe auch einen sogenannten „Abwehrapparat“ gegeben, der angebliche oder tatsächliche linksorientierte Bürger bespitzelte, Kategorisierungen wie „Halbjude“ vornahm und auch Politiker wie den späteren SPD-Fraktionschef Fritz Erler ausspähte.[1] Bundeskanzler Konrad Adenauer, der spätestens 1951 von dieser konspirativen Gruppierung erfuhr, beauftragte die Organisation Gehlen mit ihrer „Betreuung und Überwachung“.[2] Durch die Gründung der Bundeswehr wurde eine Geheimarmee 1955 überflüssig.

Die Thematik um die Schnez-Truppe wurde im Zuge der BND-Historikerkommission von Agilolf Keßelring, Enkelsohn von Feldmarschall Albert Kesselring,[3] erforscht und erstmals im April 2014 veröffentlicht.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Agilolf Keßelring: Die Organisation Gehlen und die Verteidigung Westdeutschlands. 1. Auflage. 2014, ISBN 978-3-9816000-2-5 (PDF).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ehemalige Offiziere der Wehrmacht und SS planten Geheimarmee. In: Zeit Online. Zeit Online GmbH, 11. Mai 2014, abgerufen am 12. Mai 2014.
  2. BND-Akten: Wehrmachtsveteranen bauten geheime Armee auf. Spiegel online, 11. Mai 2014, abgerufen am 11. Mai 2014.
  3. Wehrmacht veterans created a secret army in West Germany. Der Spiegel engl. Online-Ausgabe, 14. Mai 2014.
  4. Klaus Wiegrefe: Adenauer und die Geheimarmee. In: Der Spiegel. Nr. 20, 2014 (online12. Mai 2014).