Noordoostpolder

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Gemeinde Noordoostpolder
Flagge der Gemeinde Noordoostpolder
Flagge
Wappen der Gemeinde Noordoostpolder
Wappen
Provinz Flevoland Flevoland
Bürgermeister Aucke van der Werff (CDA)
Sitz der Gemeinde Emmeloord
Fläche
 – Land
 – Wasser
595,42 km2
460,05 km2
135,37 km2
CBS-Code 0171
Einwohner 46.766 (30. Sep. 2018[1])
Bevölkerungsdichte 79 Einwohner/km2
Koordinaten 52° 42′ N, 5° 45′ OKoordinaten: 52° 42′ N, 5° 45′ O
Bedeutender Verkehrsweg A6 N50 N331 N333 N351 N352
Vorwahl 0527
Postleitzahlen 8301–8305, 8307–8309, 8311–8317, 8319
Website Homepage von Noordoostpolder
LocatieNoordoostpolder.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Noordoostpolder (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) heißt eine niederländische Gemeinde, die im Wesentlichen aus einem Polder besteht, also einem der See abgetrotzten Stück Land. Der Noordoostpolder wurde im Jahre 1942 im Rahmen der Zuiderzeewerke trockengelegt und schließt sich im Osten an das ältere Festland an, im Westen liegt er am heutigen See IJsselmeer (der ehemaligen Zuiderzee). Innerhalb des Polders befinden sich die ehemaligen Inseln Urk und Schokland, Urk ist allerdings eine eigene Gemeinde.

Die Gemeinde hat ihren Verwaltungssitz in Emmeloord und gehört seit 1986 zur neugeschaffenen Provinz Flevoland. Der andere Teil der Provinz ist die Insel Flevopolder, mit der die Gemeinde Noordoostpolder über die Ketelbrug (A6) verbunden ist. Auf dem eher dünn besiedelten Noordoostpolder wird vor allem hochwertige Land- und Gartenwirtschaft betrieben.

In Noordoostpolder leben nach Angabe des CBS 46.766 Einwohner (Stand: 30. September 2018).

Größter Ort ist Emmeloord (25.840 Einwohner; Stand: 1. Jan. 2018). Andere Orte sind die nach dem Zweiten Weltkrieg gebauten Dörfer Marknesse (3.645 Einwohner), Nagele, Ens, Creil, Espel, Bant, Rutten, Kraggenburg, Luttelgeest und Tollebeek. Die ehemalige Insel Schokland gehört ebenfalls zur Gemeinde.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führt die Autobahn A6. Im Süden grenzt Noordoostpolder an das Zwarte Meer, im Südwesten an das Ketelmeer, zwei Randseen des IJsselmeeres, im Westen an das IJsselmeer und an die Gemeinde Urk, im Norden an die Gemeinde Lemsterland in der Provinz Fryslân (Friesland) und im Osten an die Provinz Overijssel. Eine Eisenbahn über Lelystad nach Amsterdam oder nach Zwolle wurde geplant, wird aber nicht ausgeführt werden. Emmeloord ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Gemeinde.

Bei Marknesse befindet sich das Nationale Luft- und Raumfahrtlabor der Niederlande (NLR) mit dem Deutsch-Niederländischen Windkanal zur Überprüfung von Flug- und Fahrzeugen. Auch befindet sich dort eine Abteilung des (von der Technischen Universität Delft geleiteten) Wasserlaufkundigen Labors (TL Delft Hydraulics), wo Dämme und andere Wasserwerke geprüft werden, indem man ein Modell nachgestellten Überschwemmungen und Sturmfluten aussetzt.

Auf dem Territorium der Gemeinde Noordoostpolder wird derzeit der größte Windpark der Niederlande errichtet. Der Windpark Noordoostpolder wird aus insgesamt 3 Teilprojekten bestehen, davon 2 onshore und eines Near-Shore vor der Küste, und soll nach der Fertigstellung im Jahr 2017 pro Jahr ca. 1,4 Mrd. kWh elektrischer Energie liefern.[2]

Schokland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die (ehemalige) Insel Schokland (52° 38′ 14″ N, 5° 46′ 29″ O), die auch in der Bronzezeit schon bewohnt war, wurde ab dem 9. Jahrhundert wieder besiedelt. Spuren von Warften und Deichen wurden nach der Trockenlegung des Polders entdeckt. Schokland war vier Kilometer lang und zunächst einige Kilometer breit. Die Erosion durch die Zuiderzee machte Schokland immer schmaler und gefährlicher zu bewohnen. Die durch Landverluste bedrohte Insel gehörte bis in das Jahr 1660 diversen Mitgliedern der Familie Van de Werve, eine kurze Zeit war sie in den Händen von Andries de Graeff, um danach bis 1792 der Stadt Amsterdam als Ambachtsherrlichkeit anzugehören. Sie hatte 1840 noch 695 Einwohner, vor allem im Dorf Emmeloord (nach dem das „neue“ Emmeloord benannt wurde). Die Gemeinde Schokland wurde am 10. Juli 1859 aufgelöst, die Bewohner wurden nach Volendam, Kampen und in andere Orte übergesiedelt. Das Gemeindegebiet wurde an die Gemeinde Kampen abgetreten. Wenn man einem Träger des Familiennamens Schokker begegnet, so ist die Chance groß, dass einer seiner Vorfahren diese Evakuierung erlebt hat. Die 1834 erbaute Kirche blieb als einziges Gebäude dieser Zeit auf Schokland erhalten.

Während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg fanden viele Untergetauchte halb-illegale Arbeit und Zuflucht, die niederländische Widerstandsbewegung hatte hier ihr Rückzugsgebiet. Die gebräuchliche Abkürzung NOP für Noordoostpolder erfährt in Bezug auf diese Zeit ihre scherzhafte Umdeutung als „Nederlands Onderduikers Paradijs“ („Niederländisches Untertaucher-Paradies“).[3] 1995 wurde die „Polderlandschaft Schokland“ als Kulturlandschaft von „außergewöhnlich universellem Wert“ und daher besonders erhaltenswert in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahlen 2018[4]
 %
20
10
0
17,6
17,1
12,8
12,7
9,8
8,1
7,1
6,3
5,7
2,8
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-4,8
+1,5
+1,2
+1,4
+0,7
-2,3
+7,1
+6,3
-1,5
-9,7
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
j PvvP 2,2 % (–2 %), JL 0,6 % (+0,6 %), PvdA/GL 0,0 % (–8,3 %)

Der Gemeinderat wird seit 1982 folgendermaßen gebildet:

Partei Sitze[5]
1982 1986 1990 1994 1998 2002 2006 2010 2014 2018
CDA 11 12 10 7 10 8 8 7 7 6
ChristenUnie 3 5 4 5 5
SGP 1 1 2 3 3
RPF
GPV 0 0
Politieke Unie 1 3 2 7 3 3 3 4
VVD 5 4 3 4 5 3 4 5 3 4
ONS Noordoostpolder 3 3 3 3
SP 3 2
PvdA 5 7 6 4 5 5 6 3 2 2
GroenLinks 1 1 1 2
D66 1 1 3 3 1 1 0 2 2 1
Partij van vrije Poldermensen 1 1 0
Jezus Leeft 0
Nederlandse Moslim Partij 0
Progressieve Combinatie 1 0
Verontruste Inwoners Noordoostpolder 0
Lijst Vercraeije 1
Gemeentebelangen 0
Gesamt 25 25 25 25 27 27 29 29 29 29

Bürgermeister und Beigeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Koalition besteht zwischen 2018 und 2022 aus CDA, ChristenUnie/SGP, Politieke Unie und VVD.[6] Die Koalitionsparteien stellen dem Kollegium jeweils einen Beigeordneten bereit. Diese wurden im Rahmen einer Ratssitzung am 16. Mai 2018 berufen.[7] Folgende Personen gehören zum Kollegium und sind in folgenden Bereichen zuständig[8]:

Funktion Name Partei Ressort Anmerkung
Bürgermeister Aucke van der Werff CDA Kulturerbe, öffentliche Ordnung und Sicherheit, Asylzentrum, allgemeine, amtliche und administrative Angelegenheiten (Personalpolitik), Gebietsmarketing, Projekt: Dienstleistung seit dem 3. Mai 2010 im Amt
Beigeordnete Marian Uitdewilligen CDA Volksgesundheit, Sozialhilfegesetz, Armutspolitik, koordinierende Beigeordnete für Krachtig Noordoostpolder (deutsch „Kraftvolles Noordoostpolder“), Wohnungswesen (Wohnen), Angelegenheiten im Bereich der Stadt- und Dorferneuerung (Umstrukturierung inklusive Centrumschil), Beigeordnete für die Dörfer, Projekt: Schokland
Anjo Simonse ChristenUnie/SGP öffentlicher Raum und Grün, Infrastruktur, Erreichbarkeit und Mobilität, Nachhaltigkeit und Energiewende, Jugendpolitik und -hilfe, Förderung von Sport und Bewegung, Beigeordneter für die Stadtviertel, übrige kommunale Gebäude, Projekt: Kulturbetrieb
Wiemer Haagsma Politieke Unie räumliche Entwicklung, Betrieb der Baugrundstücke inklusive Emmelhage und Wellerwaard, Bau- und Wohnungsaufsicht, Gesetz für allgemeine Bestimmungen des Umweltrechts, Vollstreckung, Märkte, Teilnahmen und dergleichen, Sport, Kunst, Kultur und Bibliothek, Senkungszonen, Projekte: Herz der Stadt und Umweltgesetz
Hans Wijnants VVD wirtschaftliche Entwicklung, Erholung und Tourismus, Finanzen, Bildungsaufgaben, Erwachsenenbildung und Bildungshäuser, Klein- und Kinderbetreuung, Gelder für die Zuiderzeelijn (Stimulierungsmaßnahmen), (Re)Integrationspolitik, Förderung von Auswanderern, soziale Arbeitsmaßnahmen, Projekt: Campus für den Sekundarunterricht
Gemeindesekretär Iwan Valk seit Juni 2009 im Amt
Allgemeiner Vorsteher/Stellvertretender Gemeindesekretär Eelke de Vries seit Mai 2013 im Amt

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Der gevierte Schild zeigt im ersten Feld in Blau eine silberne Lilie; im zweiten auf Gold einen schwarzen nach oben sich verjüngenden Turm mit drei Zinnentürmen und gezogenem Torgatter und zwei tagbelichteten Fenstern, im dritten liegen im Goldenen fünf rote schrägrechte Leisten; im blauen Vierten ein silbernes Mühlrad. Auf dem Wappenschild ruht eine goldene Krone.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Noordoostpolder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, 30. Oktober 2018 (niederländisch)
  2. Windpark Noordoostpolder, abgerufen am 29. März 2018 (niederländisch)
  3. Stichting Canon De Noordoostpolder, abgerufen am 7. August 2015.
  4. Ergebnis der Kommunalwahlen: 2014 2018, abgerufen am 24. September 2018 (niederländisch)
  5. Sitzverteilung im Gemeinderat: 1982–2002 2006 2010 2014 2018, abgerufen am 24. September 2018 (niederländisch)
  6. Noordoostpolder daagt uit! – Coalitieakkoord 2018–2022. In: noordoostpolder.nl. Gemeente Noordoostpolder, Mai 2018, abgerufen am 23. September 2018 (PDF; 6,2 MB, niederländisch).
  7. Nieuw college daagt Noordoostpolder uit. In: Flevopost. 11. Mai 2018, abgerufen am 24. September 2018 (niederländisch).
  8. College van burgemeester en wethouders Gemeente Noordoostpolder, abgerufen am 24. September 2018 (niederländisch)