Noordoostpolder

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Gemeinde Noordoostpolder
Flagge der Gemeinde Noordoostpolder
Flagge
Wappen der Gemeinde Noordoostpolder
Wappen
Provinz Flevoland Flevoland
Bürgermeister Aucke van der Werff
Sitz der Gemeinde Emmeloord
Fläche
 – Land
 – Wasser
595,41 km²
460,05 km²
135,36 km²
CBS-Code 0171
Einwohner 46.360 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 78 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 42′ N, 5° 45′ O52.75.75Koordinaten: 52° 42′ N, 5° 45′ O
Bedeutender Verkehrsweg A6 N50
Vorwahl 0527
Postleitzahlen 8300–8319
Website www.noordoostpolder.nl
Lage von Noordoostpolder in den Niederlanden

Noordoostpolder ( anhören?/i) heißt eine niederländische Gemeinde, die im Wesentlichen aus einem ehemaligen Polder besteht, also einem der See abgetrotzten Stück Land. Der Noordoostpolder wurde im Jahre 1942 im Rahmen der Zuiderzeewerke trockengelegt und schließt sich im Osten an das ältere Festland an, im Westen liegt er am heutigen See IJsselmeer (der ehemaligen Zuiderzee). Innerhalb des Polders befinden sich die ehemaligen Inseln Urk und Schokland, Urk ist allerdings eine eigene Gemeinde.

Die Gemeinde hat ihren Verwaltungssitz in Emmeloord und gehört seit 1986 zur neugeschaffenen Provinz Flevoland. Der andere Teil der Provinz ist die Insel Flevopolder, mit der die Gemeinde Noordoostpolder nicht über Festland verbunden ist. Der eher dünn besiedelte Noordoostpolder ist wichtig für die hochwertige Land- und Gartenwirtschaft.

Gemeinde Noordoostpolder[Bearbeiten]

Die Gemeinde hatte am 1. Januar 2014 nach Angabe des CBS 46.360 Einwohner.

Größter Ort ist Emmeloord (2004: etwa 25.000 Einwohner). Andere Orte sind die nach dem Zweiten Weltkrieg gebauten Dörfer Marknesse (2004: 4.000 Einwohner), Nagele, Ens, Creil, Espel, Bant, Rutten, Kraggenburg, Luttelgeest und Tollebeek. Die ehemalige Insel Schokland gehört ebenfalls zur Gemeinde.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führt die Autobahn A6. Im Süden grenzt Noordoostpolder an das Zwarte Meer, im Südwesten an das Ketelmeer, zwei Randseen des IJsselmeeres, im Westen an das IJsselmeer und an die Gemeinde Urk, im Norden an die Gemeinde Lemsterland in der Provinz Fryslân (Friesland) und im Osten an die Provinz Overijssel. Eine Eisenbahn über Lelystad nach Amsterdam oder nach Zwolle wurde geplant, wird aber nicht ausgeführt werden. Emmeloord ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Gemeinde.

Bei Marknesse befindet sich das Nationale Luft- und Raumfahrtlabor der Niederlande (NLR) mit dem Deutsch-Niederländischen Windkanal zur Überprüfung von Flug- und Fahrzeugen. Auch befindet sich dort eine Abteilung des (von der Technischen Universität Delft geleiteten) Wasserlaufkundigen Labors (TL Delft Hydraulics), wo Dämme und andere Wasserwerke geprüft werden, indem man ein Modell nachgestellten Überschwemmungen und Sturmfluten aussetzt.

Auf dem Territorium der Gemeinde Noordoostpolder wird derzeit der größte Windpark der Niederlande errichtet. Der Windpark Noordoostpolder wird aus insgesamt 3 Teilprojekten bestehen, davon 2 onshore und eines Near-Shore vor der Küste, und soll nach der Fertigstellung im Jahr 2017 pro Jahr ca. 1,4 Mrd. kWh elektrischer Energie liefern.[2]

Schokland[Bearbeiten]

Die (ehemalige) Insel Schokland (52° 38′ 14″ N, 5° 46′ 29″ O52.6373345.77466), die auch in der Bronzezeit schon bewohnt war, wurde ab dem 9. Jahrhundert wieder besiedelt. Spuren von Warften und Deichen wurden nach der Trockenlegung des Polders entdeckt. Schokland war vier Kilometer lang und zunächst einige Kilometer breit. Die Erosion durch die Zuiderzee machte Schokland immer schmaler und gefährlicher zu bewohnen. Die durch Landverluste bedrohte Insel gehörte bis in das Jahr 1660 diversen Mitgliedern der Familie Van de Werve, eine kurze Zeit war sie in den Händen von Andries de Graeff, um danach bis 1792 der Stadt Amsterdam als Ambachtsherrlichkeit anzugehören. Es hatte 1840 noch 695 Einwohner, vor allem im Dorf Emmeloord (nach dem das „neue“ Emmeloord benannt wurde). Die Gemeinde Schokland wurde am 10. Juli 1859 aufgelöst, die Bewohner wurden nach Volendam, Kampen und in andere Orte übergesiedelt. Das Gemeindegebiet wurde an die Gemeinde Kampen abgetreten. Wenn man einem Träger des Familiennamens Schokker begegnet, so ist die Chance groß, dass einer seiner Vorfahren diese Evakuierung erlebt hat. Die 1834 erbaute Kirche blieb als einziges Gebäude dieser Zeit auf Schokland erhalten.

Während der Besatzungszeit während des Zweiten Weltkriegs fanden viele Untergetauchte halb-illegale Arbeit und Zuflucht, die niederländische Widerstandsbewegung hatte hier ihr Rückzugsgebiet. 1995 wurde die „Polderlandschaft Schokland“ als Kulturlandschaft von „außergewöhnlich universellem Wert“ und daher besonders erhaltenswert in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Bilder[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Der gevierte Schild zeigt im ersten Feld in Blau eine silberne Lilie; im zweiten auf Gold einen schwarzen nach oben sich verjüngenden Turm mit drei Zinnentürmen und gezogenem Torgatter und zwei tagbelichteten Fenstern, im dritten liegen im Goldenen fünf rote schrägrechte Leisten; im blauen Vierten ein silbernes Mühlrad. Auf dem Wappenschild ruht eine goldene Krone.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Noordoostpolder – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Windpark Noordoostpolder. Abgerufen am 12. September 2014.