Schollbrunn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schollbrunn
Schollbrunn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schollbrunn hervorgehoben

Koordinaten: 49° 50′ N, 9° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs­gemeinschaft: Kreuzwertheim
Höhe: 412 m ü. NHN
Fläche: 12,29 km2
Einwohner: 899 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 97852, 97907Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 09394
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 182
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der Verbandsverwaltung: Lengfurter Straße 8
97892 Kreuzwertheim
Website: www.schollbrunn.de
Erste Bürgermeisterin: Thea Kohlroß[2] (Bürger für Schollbrunn)
Lage der Gemeinde Schollbrunn im Landkreis Main-Spessart
HessenBaden-WürttembergWürzburgLandkreis AschaffenburgLandkreis MiltenbergLandkreis Bad KissingenLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgForst LohrerstraßeRechtenbachEsselbachRuppertshüttener ForstRuppertshüttener ForstPartensteiner ForstPartensteiner ForstLangenprozeltener ForstHerrnwaldHaurainHafenlohrFürstlich Löwensteinscher ParkFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstForst AuraForst AuraBurgjoß (gemeindefreies Gebiet)Burgjoß (gemeindefreies Gebiet)SchollbrunnBischbrunnThüngenPartensteinMittelsinnHaslochNeuhütten (Unterfranken)RechtenbachRechtenbachHafenlohrHafenlohrLohr am MainLohr am MainZellingenWiesthalUrspringenRothenfelsRoden (Unterfranken)RieneckRetzstadtObersinnObersinnObersinnNeustadt am MainNeuendorf (Unterfranken)MarktheidenfeldTriefensteinKreuzwertheimKarsbachKarlstadtKarbach (Unterfranken)HimmelstadtGräfendorfGössenheimGemünden am MainFrammersbachFrammersbachFellenEußenheimErlenbach bei MarktheidenfeldBirkenfeld (Unterfranken)Aura im SinngrundAura im SinngrundArnstein (Unterfranken)BurgsinnSteinfeld (Unterfranken)Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Schollbrunn ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Der gleichnamige Hauptort ist ein Pfarrdorf. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kreuzwertheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Würzburg. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 465 m ü. NN an der St 2316 nordwestlich von Schollbrunn, der niedrigste liegt am Kropfbach auf 174 m ü. NN.

Gemarkung Schollbrunn

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schollbrunn besteht neben dem Hauptort aus sechs kleinen Ortsteilen (vier Einöden, einem Weiler und der ehemaligen Kartause); der Siedlungstyp ist jeweils in Klammern angegeben:[3][4]

Es gibt nur die Gemarkung Schollbrunn.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde
Bischbrunn
Gemeinde
Esselbach
Gemeinde
Altenbuch
Nachbargemeinden Stadt
Marktheidenfeld
Gemeinde
Hasloch
Markt
Kreuzwertheim

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Schollbrunn geht aus dem Wort scholle und mittelhochdeutsch brunne hervor. Es bedeutet Erdscholle und Quelle oder Brunnen. Als Erklärung ergibt sich daraus „eine Quelle, die aus Erdschollen entspringt“. Zeitweise wurde wohl das Wort schal, für lautes Getöse oder Schall, eingedeutet; die Quelle also nach ihrem Geräusch benannt.[5]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[5]

  • 1282 Scholbrunne
  • 1285 Schalbrunnen
  • 1311 Schalbrun
  • 1314 Schoelbrun
  • 1328 Schalbruennen
  • 1329 Schalbrunne
  • 1359 Schollbrunnen
  • 1373 Schalbrunnen
  • 1470 Scholbrun
  • 1474 Scholbronne
  • 1475 Scholbronn
  • 1480 Schellbronne
  • 1802 Schollbrunn

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schollbrunn gehörte bis ins 19. Jahrhundert zur Grafschaft Wertheim der Grafen Löwenstein-Wertheim. Die Grafschaft gehörte zwischen 1500 und 1806 zum Fränkischen Reichskreis. Im Zuge der Mediatisierung fiel Schollbrunn 1806 an den Fürstprimatischen Staat und 1810 an das Großherzogtum Frankfurt. Dort lag es 1812 einschließlich zweier Höfe, dreier Mühlen und der ehemaligen Karthause Grünau mit 94 Feuerstellen und 494 Einwohnern als Mairie in der Districtsmairie Triefenstein des Departements Aschaffenburg. Maire war Peter Pfenning. Der katholische Schullehrer hieß Johann Geis und der protestantische P. J. Nitschky. 1814 fiel Schollbrunn mit der Districtsmairie Triefenstein an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgstall der Burg Reinstein mit dem nördlichen Halsgraben

Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Marktheidenfeld gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Schollbrunn lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Schollbrunn war nun eine der 47 Gemeinden im Landkreis Marktheidenfeld. Mit der Auflösung dieses Landkreises kam Schollbrunn am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Mittelmain, der zehn Monate später seinen endgültigen Namen Landkreis Main-Spessart erhielt.

Die Burg Reinstein, Stammburg der Herren von Reinstein, einem Ministerialengeschlecht des Hochstifts Würzburg vom 12. bis ins 16. Jahrhundert, war eine Spornburg, vermutlich aus dem 13. Jahrhundert, und stand auf dem südlichen Bergsporn des Rehbergs in heutiger Schollbrunner Gemarkung (ehemals Michelriether Forst) oberhalb des Tals des Haslochbachs im Südspessart nördlich der Nickelsmühle.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 850 auf 903 um 53 Einwohner bzw. um 6,2 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2014 Thea Kohlroß (Bürger für Schollbrunn); sie wurde am 15. März 2020 mit 86,9 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt. Ihr Vorgänger war Rudolf Kuhn (CSU/Freie Christliche Wähler).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen vom 15. März 2020 führten zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat (in Klammern die Mandate in der Amtszeit 2014 bis 2020):[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Schollbrunn COA.svg
Blasonierung: „In Grün ein durchgehendes erhöhtes goldenes Kreuz, in dessen beiden oberen Winkeln je eine silberne heraldische Rose mit goldenem Butzen schwebt; der untere Teil des Kreuzstammes belegt mit einem aufrecht stehenden silbernen Eichenblatt.“[7]

1958 eingeführt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 gab es in der Gemeinde 117 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 378 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 261 Personen größer als die der Einpendler. Zehn Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es sieben landwirtschaftliche Betriebe.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 2018 gab es in der Gemeinde eine Kindertageseinrichtung mit 33 genehmigten Plätzen und 32 Kindern, davon 7 unter drei Jahren. Schulen befinden sich nicht am Ort.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wildpark Schollbrunn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in den 1960er Jahren von Widukind Rüppel angelegte Wildpark ist besonders für seinen reichen Rotwildbestand bekannt. Der sogenannte "Hasenstab-Hirsch", ein kapitaler 20-Ender, stellte die Hauptattraktion des Geheges dar.[8] Der Hirsch verstarb Ende 2011 unerwartet und wurde von Tierschützern aus dem Umkreis beerdigt. Eine Ausstellung des Geweihs ist ab Anfang Juli 2012 in der Kartause Grünau geplant. Im Juli 2012 wurde bekannt, dass der Hirsch durch eine Entzündung im Darm (Enteritis) verstarb.

Schollbrunner Feldkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Anhöhe Kropfbrunn wurde im Jahr 1981 anlässlich des 175. Jahrestags der ersten urkundlichen Erwähnung Schollbrunns ein Feldkreuz errichtet. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Wildpark Schollbrunn und stellt ein beliebtes Ziel für Wanderer und Touristen dar. Seit 2001 wird an dieser Stelle alljährlich ein katholischer Ostergottesdienst abgehalten.

Mühlental Hasloch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tal des Haslochbaches und seiner Zuflüsse hatte früher sechs Mühlen aufzuweisen, von denen die Schreckenmühle noch heute in Betrieb ist. Die anderen Mühlen sind heute als Gaststätte oder Pension ausgebaut. Das zur Naherholung und zum Wandern genutzte Tal durchzieht der Spessart-Kulturweg Mühlenstraße Haseltal.[9] An seinem mittleren Bereich, zwischen Schreckenmühle und Nickelsmühle befinden sich die Überreste der Burg Reinstein. Neben der Schneidmühle befindet sich die Ruine der Markuskapelle. Am Zufluss Kropfbach liegt die ehemalige Kartause Grünau.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schollbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. BayernPortal: Gemeinde Schollbrunn. Bayerisches Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  3. Gemeinde Schollbrunn in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. Juli 2020.
  4. Zur Geschichte Schollbrunns: Schollbrunn heute, Webseite der Gemeinde; abgerufen am 5. Oktober 2017
  5. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 202 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 3. Juli 2020
  7. Eintrag zum Wappen von Schollbrunn in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. http://www.mainpost.de/fotos/bilderreportagen/cme196844,3684234
  9. Mühlenstraße Haseltal Flyer des Kulturweges; abgerufen am 29. Juni 2018