Schollene

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schollene
Schollene
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schollene hervorgehoben
Koordinaten: 52° 41′ N, 12° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Stendal
Verbandsgemeinde: Elbe-Havel-Land
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 65,33 km2
Einwohner: 1220 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km2
Postleitzahl: 14715
Vorwahl: 039389
Kfz-Kennzeichen: SDL, HV, OBG
Gemeindeschlüssel: 15 0 90 485
Adresse der Verbandsverwaltung: Fontanestraße 6
39524 Schönhausen (Elbe)
Webpräsenz: www.schollene.de
Bürgermeister: Jörg Wartke (Parteilos)
Lage der Gemeinde Schollene im Landkreis Stendal
Aland Aland Altmärkische Höhe Altmärkische Wische Arneburg Bismark (Altmark) Bismark (Altmark) Eichstedt Goldbeck Hassel Havelberg Hohenberg-Krusemark Hohenberg-Krusemark Iden Kamern Klein Schwechten Klietz Osterburg Rochau Sandau (Elbe) Schollene Schönhausen (Elbe) Stendal Stendal Stendal Stendal Seehausen Seehausen Tangerhütte Tangermünde Werben (Elbe) Wust-Fischbeck Zehrental Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Kirche in Schollene
Kirche in Molkenberg
Kirche in Ferchels

Schollene ist eine Gemeinde im Osten des Landkreises Stendal in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Schönhausen (Elbe) hat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Schollene liegt zwischen der Havel und dem Land Schollene, einem waldreichen Endmoränenbogen. Die Havel ändert ihre Fließrichtung nahe Schollene von Osten kommend nach Norden. Unweit dieses Havelknies befindet sich der rund 70 Hektar große Nierower oder Schollener See. Der Südteil des waldreichen Gemeindegebietes wird als Truppenübungsplatz genutzt. Nächste Stadt ist Rathenow im angrenzenden brandenburgischen Landkreis Havelland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Schollene gehören die Ortsteile[2]

  • Ferchels mit dem Wohnplatz Karlsthal
  • Mahlitz
  • Molkenberg
  • Neu-Schollene
  • Neuwartensleben
  • Nierow mit dem Wohnplatz Elshof
  • Schollene mit dem Wohnplatz Neumolkenberg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprünglich wendisch besiedelte Ort taucht erstmals 948 in einer Urkunde auf. Der Name leitet sich aus Skolena = Knie (Havelknie) ab.

Neben der Landwirtschaft spielt die in Deutschland einmalige Förderung von Pelose vom Grund des Nierower oder Schollener Sees eine Rolle. Der Heilschlamm Pelose wird in Krankenhäusern und Kurkliniken bei rheumatischen Erkrankungen, Sportverletzungen sowie in der Kosmetik eingesetzt.

Das Rittergut Schloss Schollene wurde 1752 erbaut und wechselte des Öfteren den Besitzer, so besaßen es u. a. die von Werder, von Wartensleben und von der Hagen. Bis zur Bodenreform 1945 gehörte es der Familie von Alvensleben. Bereits am 30. September 1928 war der Gutsbezirk Schollene mit der Landgemeinde Schollene vereinigt worden.[3]

Der Ortsteil Ferchels wurde erstmals 1369 urkundlich erwähnt. Der Name (ehemals auch „Verkels“ und „Verchels“) stammt von slawisch „vruhu“, was „Berggipfel“ bedeutet, also „Ort am Berg“. Sowohl der alte Dorfkern – ein wendischer Rundling – als auch der westlich gelegene neuere Teil sind auf überflutungssicheren Erhöhungen errichtet.

Am 30. September 1928 wurde die Gutsbezirke Mahlitz und Nierow mit der Landgemeinde Neuwartensleben vereinigt.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Gemeinderatswahlen am 7. Juni 2009 gab es folgende Ergebnisse:

  • Jugend: 29,1 %
  • Einzelbewerber: 24,1 %
  • Initiative Schollene: 19,2 %
  • CDU: 10,3 %
  • SPD: 10,2 %
  • Linke: 7,1 %

Kommunalwahl 2014:

Nach der Kommunalwahl 2014 hat der Gemeinderat 11 Mitglieder.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Bürgermeisterin wurde am 19. April 2015 die Parteilose Steffi Friedebold gewählt. Ihr Amt trat sie am 1. Juli 2015 an. Neben ihr gab es keine weiteren Bewerber auf das Bürgermeisteramt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 13. November 1995 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Blau; vorn ein roter golden bewehrter Adler am Spalt mit goldenem Kleestengel auf dem Flügel, hinten pfahlweise schräg versetzt drei silberne Möwen in Form eines ‚M‘.“

Die Grundfarben der Gemeinde Schollene waren von jeher Blau - Weiß, deshalb auch die Wahl dieser Tinkturen im gespaltenen Schild. Der halbe rote Adler dokumentiert die historische Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Brandenburg. Schollene war seit der Christianisierung im 10. Jahrhundert immer Grenzbereich und durch seine starke Burg Zankapfel zwischen dem Bistum Magdeburg und dem Brandenburgischen. Die Möwen symbolisieren den See und die nahe gelegene Havel, also den Wasserreichtum des Landes Schollene.

Historisches Wappenbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemaligen Gemeinden Ferchels, Molkenberg, Neuwartensleben und Schollene führten in Ihrem Gemeindesiegel schon einmal ein wappenähnliches Siegelbild. Dieses wurde im Zeitraum nach dem Zweiten Weltkrieg bis ca. der Einführung der Bezirke und Kreise in der DDR (1945–1952) benutzt. Eine weitere Quelle ist das Kreisheimatmuseum in Genthin.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Blau - Weiß (1:1) gestreift mit dem aufgelegten Gemeindewappen.

Flagge Schollene.png

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schollene liegt an der Landstraße von Havelberg nach Rathenow. Im 10 km entfernten Klietz besteht Anschluss an die Bundesstraße 107 von der B 107 zweigt in Wulkau die Landstraße nach Rathenow ab. Der nächste Bahnhof befindet sich im zehn Kilometer entfernten Großwudicke in Brandenburg an der Eisenbahnstrecke BerlinStendal. Es verkehren Linienbusse der Regionalverkehr Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schollene gehört zu den Altmärkischen Wandernestern, die im Altmärkischen Wanderverein organisiert sind.[5]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volkszählung in der Europäischen Union 2011 zeigte, dass von den 1304 Einwohnern der Gemeinde Schollene rund 17 % der evangelischen und rund 2 % der katholischen Kirche angehörten.[6]

Die evangelischen Christen der Kirchengemeinden Molkenberg und Schollene gehören zum Kirchspiel Schollene-Molkenberg im Pfarrbereich Schönhausen im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Die evangelische Kirchengemeinde Ferchels ist am 1. Januar 2006 innerhalb des Kirchspiels Schollene-Molkenberg in die evangelische Kirchengemeinde Schollene eingegliedert worden.[7]

Zur evangelischen Pfarrei Schollene gehörten im Jahre 1903 folgende Kirchengemeinden:[8]

  • Schollene, eingepfarrt waren Neuschollene mit Vorwerk Caput, Vorwerk Nierow, Gut Elshof
  • Ferchels, eingepfarrt waren Gut Carlsthal, Colonie Neuwartensleben
  • Molkenberg, eingepfarrt war Neu-Molkenberg
  • Parey an der Havel

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schollene – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2015 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Ortsteilverzeichnis Land Sachsen-Anhalt (Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile), Gebietsstand Januar 2014, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2016
  3. a b Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 224.
  4. http://www.schollene.de/verwaltung.php?id=11
  5. http://www.wanderverband.de/conpresso/_data/Altmaerkischer.pdf
  6. Datenbank Zensus 2011, Schollene, Religion
  7. Amtsblatt der Föderation evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland. 2006, ISSN 0014-326X, S. 39 (kirchenrecht-ekm.de).
  8. Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 104 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 14. Juni 2017]).