Schopfloch (Schwarzwald)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schopfloch
Schopfloch (Schwarzwald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schopfloch hervorgehoben
Koordinaten: 48° 27′ N, 8° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Freudenstadt
Höhe: 666 m ü. NHN
Fläche: 17,03 km2
Einwohner: 2580 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 151 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72296
Vorwahl: 07443
Kfz-Kennzeichen: FDS, HCH, HOR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 2 37 061
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 2
72296 Schopfloch
Website: www.schopfloch.de
Bürgermeister: Klaas Klaassen
Lage der Gemeinde Schopfloch im Landkreis Freudenstadt
Landkreis BöblingenLandkreis CalwLandkreis RastattLandkreis RottweilLandkreis TübingenOrtenaukreisZollernalbkreisAlpirsbachBad Rippoldsau-SchapbachBaiersbronnDornstettenEmpfingenEutingen im GäuFreudenstadtGlattenGrömbachHorb am NeckarLoßburgPfalzgrafenweilerSchopfloch (Schwarzwald)Schopfloch (Schwarzwald)SeewaldWaldachtalWörnersbergKarte
Über dieses Bild

Schopfloch ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg im Landkreis Freudenstadt in der Region Nordschwarzwald.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schopfloch liegt am Übergang von Schlehen- und Heckengäu zum Schwarzwald zwischen Horb und Freudenstadt, etwa 13 km von der Kreisstadt entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schopfloch besteht aus den früheren Gemeinden Oberiflingen, Schopfloch und Unteriflingen. Zu allen drei früheren Gemeinden gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer.

Im Gebiet der früheren Gemeinde Schopfloch liegt die Wüstung Stadthof, im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Unteriflingen liegt die Wüstung Altstadt Rockesberg.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schopfloch wurde 772 erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch erwähnt. Die Lehenshoheit über einen Hof in Schopfloch, vielleicht auch über den ganzen Ort, hatten im 13. Jahrhundert die Pfalzgrafen von Tübingen der Horber Linie, möglicherweise auch zeitweilig die Grafen von Hohenberg. Der Ort gehörte später zur geroldseckischen Herrschaft Loßburg und wurde mit dieser 1501 an das Kloster Alpirsbach verkauft, von diesem 1526 an die von Hornberg veräußert, die den Ort 1589 an Württemberg verkauften. Bei der Neuordnung im Rahmen der napoleonischen Flurbereinigung wurde Schopfloch dem Amt und späteren Oberamt Dornstetten zugewiesen und kam 1807/1808 zum Oberamt und 1938 zum Altkreis Freudenstadt. Am 1. Juli 1974 vereinigte sich Schopfloch mit Oberiflingen und Unteriflingen zur neuen Gesamtgemeinde Schopfloch.[3][4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelles Gemeindewappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter goldenem (gelbem) Schildhaupt, darin eine schwarze Hirschstange, in Rot ein goldenes (gelbes) Tatzenkreuz mit je drei schwarzen Punkten an den Enden der Arme.

Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die schwarze Hirschstange in Gold ist dem Wappen des Hauses und des Landes Württemberg entnommen, dem die drei Teile der heutigen Gemeinde Schopfloch über lange Zeit unterstanden (Schopfloch seit 1589, Oberiflingen seit 1534, Unteriflingen seit 1614). Das goldene griechische Kreuz (Kreuz mit gleich langen, hier nach außen verbreiterten Balken), weist auf die Frühgeschichte von Oberiflingen mit seiner Kirche hin. Östlich der Kirche wurde im Jahr 1896 ein Grabhügel ausgegraben, in dem, den Beigaben nach zu schließen, in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts ein Alemanne mit seiner Frau bestattet worden war; unter den Beigaben war ein sogenanntes Goldblattkreuz (2,8 cm). Beide gehörten, der Art ihrer Bestattung nach, dem alemannischen Adel an; mindestens die Frau bekannte sich zum christlichen Glauben. Die beiden in dem Hügel Bestatteten oder andere Angehörige ihres Geschlechts dürften die Stifter der Kirche Sankt Michael gewesen sein. Oberiflingen war allem Anschein nach der Mittelpunkt einer alemannischen Adelsherrschaft. Rot und Gold als Wappenfarben galten im Mittelalter als ein Kennzeichen für Angehörige des schwäbischen Adels, in gewissem Sinn also als Farben der Schwaben.

Verleihung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Erlass vom 4. Juli 1978 hat das Landratsamt Freudenstadt der Gemeinde Schopfloch das Recht verliehen, ein Gemeindewappen zu führen, sowie eine Flagge in Gelb–Rot (Gold–Rot).[4]

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der früheren Gemeinde Schopfloch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Silber auf grünem Boden zwischen zwei grünen Tannen eine rote Scheune mit offenem Tor.

Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses Wappen ist ein "redendes Wappen": Schopf = Scheuer und Loch / Lohe = Wald.

Verleihung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde bereits seit 1840 im Siegel geführt. Nach Angaben des Hauptstaatsarchivs wurde es 1956 in seiner endgültigen Form festgelegt.[4]

Das Wappen der früheren Ortschaft Oberiflingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rot unter einem sechsstrahligen goldenen (gelben) Stern eine goldene (gelbe) Egge.

Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Egge wurde einem Fleckensiegel um 1820 entnommen, der Stern dem Wappen der Herren von Neuneck. Die Wappenfarben Gold und Rot waren ebenso die Farben der Herren von Neuneck.

Verleihung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Erlass vom 21. Oktober 1957 hat das Innenministerium Baden-Württemberg der Gemeinde Oberiflingen ihr früheres Wappen unter Beigabe eines Beizeichens und der Wappenfarben bestätigt.[4]

Das Wappen der früheren Ortschaft Unteriflingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Blau eine fünfblättrige bewurzelte goldene (gelbe) Lindenstaude.

Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der einstige Ortsadel der Iflinger führte eine goldene Lindenstaude in rotem Schild. Da dieses Wappen aber bereits von der Gemeinde Lackendorf, Kreis Rottweil, angenommen worden war, wurde hier zur Unterscheidung ein blauer Schildgrund gewählt.

Verleihung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Erlass vom 16. März 1957 hat das Innenministerium Baden-Württemberg der Gemeinde Unteriflingen das Recht verliehen, ein Gemeindewappen zu führen.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schopfloch Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wahl vom 25. Mai 2014 hat der Gemeinderat 12 Mitglieder. (Schopfloch 7, Oberiflingen 3, Unteriflingen 2 Mitglieder). Die Ortschaftsräte von Oberiflingen und Unteriflingen haben jeweils 8 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaass Klaassen wurde im Oktober 2014 für eine vierte Amtszeit wiedergewählt.[5]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schopfloch ist seit der Reformation evangelisch geprägt. Die evangelische Kirchengemeinde hat ihren Sitz im Teilort Oberiflingen, verfügt aber auch in Schopfloch und Unteriflingen über eine Kirche. Auch die Liebenzeller und die Pregizer Gemeinschaft sind im Ort vertreten. Seit 1928 besteht auch eine neuapostolische Gemeinde im Ort. Die römisch-katholischen Christen hingegen werden von Freudenstadt aus geistlich betreut.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[[Vorlage:Bilderwunsch/code!/O:Schopfloch (Schwarzwald)!/D:Rathaus, Kirche, Bahnhof, Kibri, Homag, Windkraftanlage …
Einfach zwei bis drei Illustrationen zum Ort!/|BW]]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schopfloch ist durch die Gäubahn an das Schienennetz angebunden. Nach Freudenstadt und Eutingen im Gäu besteht eine Verbindung im Stundentakt. Stuttgart und Karlsruhe sind im Zweistundentakt umsteigefrei zu erreichen.

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schopfloch hat die Homag Group AG, Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen, ihren Stammsitz. Mit etwa 4.600 Beschäftigten weltweit ist dieser Betrieb auch einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Freudenstadt.

Bis Ende Januar 2010 befand sich in Schopfloch der Sitz der kibri Spielwarenfabrik GmbH (Modellbahnzubehör).

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schopfloch gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Erst- und Zweitklässler aus Ober- und Unteriflingen besuchen die Grundschule Oberiflingen, die bis 2006 noch eigenständig war, und wechseln dann nach Schopfloch. Die fünfte und sechste Klasse der Hauptschule waren bis Schuljahr 2006/07 nach Glatten ausgelagert, doch jetzt besuchen alle Hauptschulklassen den Unterricht in Schopfloch. Außerdem gibt es in jedem der drei Ortsteile Schopflochs einen evangelischen Kindergarten.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Juli 2011 wurde mit den Vorbereitungen für den Aufbau einer Enercon E-82 E2 Windkraftanlage begonnen. Der Turm wurde im Dezember 2011 vollendet.[6] Am 11. Januar wurde der Bau mit dem Aufziehen des Rotors vollendet.[7] Ihre erste Kilowattstunde speiste die Anlage am 27. Januar 2012 ein.[8] Diese Windkraftanlage ist mit einer Nabenhöhe von 138,4 m und einem Rotordurchmesser von 82 m die höchste Windkraftanlage Baden-Württembergs.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Friedrich Sartorius (* 1701 in Oberiflingen; † 1785), evangelischer Theologe sowie Professor und Rektor an der Universität Tübingen
  • Rudolf Lempp (* 1887 in Oberiflingen; † 1981), Architekt, Professor an der Technischen Hochschule Stuttgart

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schopfloch (Schwarzwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 618–619.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 492.
  4. a b c d e Wappen von Schopfloch
  5. https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schopfloch-klaas-klaassen-bleibt-buergermeister.24fef88a-cdb7-454f-a87a-e7210d845792.html
  6. schwarzwaelder-bote.de: Schopfloch: Größtes Windrad der Region bald komplett, 29. Dezember 2011, Zugriff am 3. Januar 2012
  7. Uwe Ade: Schopfloch: Das Oberiflinger Riesen-Windrad steht, Schwarzwälder Bote, 13. Januar 2012, Zugriff am 1. Februar 2012
  8. enbw.com: EnBW Windenergieanlage in Schopfloch speist erstmals Strom ins Netz, Pressemeldung, 27. Januar 2012, Zugriff am 1. Februar 2012
  9. schwarzwaelder-bote.de: EnBW baut Mega-Windrad, 12. Juli 2011