Schopfwachtel

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Schopfwachtel
Schopfwachtel (Callipepla californica)

Schopfwachtel (Callipepla californica)

Systematik
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Familie: Zahnwachteln (Odontophoridae)
Gattung: Callipepla
Art: Schopfwachtel
Wissenschaftlicher Name
Callipepla californica
(Shaw, 1798)
Natürliches Verbreitungsgebiet der Schopfwachtel
Pärchen
Küken

Die Schopfwachtel (Callipepla californica), auch Kalifornische Schopfwachtel genannt, ist eine Art aus der Familie der Zahnwachteln. Es werden vier Unterarten unterschieden, die anhand der Färbung der Körperoberseite differenziert werden. Sie verdanken ihren Namen der Federhaube, die bei beiden Geschlechtern vorkommt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Colin de Californie.jpg

Schopfwachteln erreichen eine Körperlänge von 23 bis 25 Zentimeter. Männchen und Weibchen sind ähnlich gefärbt, das Federkleid der Weibchen ist jedoch etwas matter, das Männchen hat zusätzlich einen schwarzen Kehldeckel und eine Gesichtsverzierung. Die Körperoberseite und der Kopf sind graubraun. Der Schopf weist weiße Federspitzen auf. Der Hals und die Brust sind blaugrau. Die bräunlichen Flanken weißen längliche schmale weiße Streifen auf. Der Bauch und die Unterschwanzdecken sind gelbbräunlich mit einer schwarzen Schuppenzeichnung

Jungvögel ähneln den adulten Vögeln, ihnen fehlt aber noch die auffällige schwarze Schuppenzeichnung auf dem Bauch. Der Schopf ist kürzer und ihm fehlen die weißen Federspitzen.

Verbreitungsgebiet und Lebensraum[Bearbeiten]

Ihr Verbreitungsgebiet umfasst die nordamerikanische Westküste. Sie ist außerdem auf Hawaii, in Neuseeland, in Chile und Argentinien als Neozoon eingebürgert.

Der Lebensraum der Schopfwachtel sind aride Grasländer und verbuschtes Geländer vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von 2.450 Meter.[1] Die Art bevorzugt Regionen, in denen Büsche eine Höhe zwischen einem und sieben Metern erreichen. Auch vom Menschen stark geformte Landschaften werden genutzt, wenn diese in hinreichender Nähe zu Wasserstellen liegt. Die Schopfwachtel ist überwiegend ein Standvogel. Kleine Trupps, die normalerweise zwischen zehn und vierzig Vögel umfassen, bewohnen normalerweise Winterquartiere von einer Größe zwischen 9,6 und 33,6 Hektar.[1]

Lebensweise[Bearbeiten]

Callipepla californica

Schopfwachtel fressen überwiegend Gras- und Kräutersamen sowie in geringerem Maße Baumsamen und Früchte. Adulte Vögel fressen in geringem Maße auch kleine Arthropoden.

Schopfwachteln halten sich überwiegend am Boden auf, schlafen jedoch in Bäumen. Sie sind Bodenbrüter, die ihr Nest versteckt in Bodenmulden anlegen und mit Blättern und Halmen auspolstern. Die Brutzeit ist verhältnismäßig spät und fällt in den Zeitraum Juni bis September. Es wird vermutet, dass Schopfwachteln so spät brüten, weil sich das Nahrungsangebot durch die Regenfälle im späten Sommer und frühen Herbst erhöht. Das Weibchen legt zwischen 10 und 17 Eier. Die Brutdauer beträgt 22 bis 23 Tage. Die Jungvögel wachsen sehr schnell heran und erreichen die Größe einer adulten Schopfwachtel bereits mit 77 bis 105 Lebenstagen.

Schopfwachteln und Mensch[Bearbeiten]

Im Südwesten der Vereinigten Staaten von Nordamerika ist die Schopfwachtel ein wichtiges Federwild. Seit den 1960er Jahren ist der Bestand dort deutlich zurückgegangen, was aber vor allem auf eine Veränderung des Lebensraumes zurückgeführt wird. Im Verbreitungsgebiet in Mexiko ist die Art noch relativ häufig und hat von der Umwandlung von Wäldern in Weideflächen profitiert.[1] Die Schopfwachtel ist der Staatsvogel von Kalifornien.[2]

Schopfwachteln sind als Ziervogel sehr beliebt. Sie lassen sich sehr gut in Volieren gemeinsam mit baumbewohnenden Vogelarten halten. Nicht empfehlenswert ist dagegen die Haltung gemeinsam mit anderen Hühnervögeln.

Unterarten[Bearbeiten]

Es sind fünf Unterarten bekannt:[3]

Belege[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Steve Madge, Phil McGowan und Guy M. Kirwan: Pheasants, Partridges and Grouse – A Guide to the Pheasants, Partridges, Quails, Grouse, Guineafowl, Buttonquails and Sandgrouse of the world. Christopher Helm, London 2002, ISBN 0-7136-3966-0.
  •  George Russell Shaw in George Russell Shaw, Frederick Polydore Nodder: The naturalist's miscellany, or Coloured figures of natural objects. Bd. 9, Printed for Nodder & Co., London 1798 (online, abgerufen am 3. April 2015).
  •  Robert Ridgway: Description of some new North American Birds. In: Proceedings of The Biological Society of Washington. Bd. 2, 1884, S. 89–95 (online, abgerufen am 3. April 2015).
  •  Joseph Grinnell: The Catalina Island Quail. In: The Auk. Bd. 23, Nr. 3, 1906, S. 262-265 (online (engl.; PDF; 173,99 kB), abgerufen am 3. April 2015).
  •  Adriaan Joseph van Rossem: An Overlooked Race of the California Quail. In: The Auk. Bd. 56, Nr. 1, 1939, S. 68-69 (online (engl.; PDF; 112,32 kB), abgerufen am 3. April 2015).
  •  James Lee Peters: A new Quail from Lower California. In: Proceedings of the New England Zoölogical Club. Bd. 8, 1923, S. 79-89 (online, abgerufen am 3. April 2015).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schopfwachtel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. a b c Madge et al., S. 390-391
  2. 50states: California State Bird. Abgerufen am 7. Dezember 2010.
  3. IOC World Bird List Megapodes, guans, guineas & New World quail
  4. Robert Ridgway, S. 94.
  5. Adriaan Joseph van Rossem, S. 68.
  6. George Russell Shaw, Tafel 345 & Text.
  7. Joseph Grinnell, S. 262.
  8. James Lee Peters, S. 79.