Schortens

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schortens
Schortens
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schortens hervorgehoben
53.5402777777787.94833333333334Koordinaten: 53° 32′ N, 7° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Friesland
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 68,67 km²
Einwohner: 20.234 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 295 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26419
Vorwahlen: 04421, 04422, 04423, 04461, 04468
Kfz-Kennzeichen: FRI
Gemeindeschlüssel: 03 4 55 015
Stadtgliederung: 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Oldenburger Str. 29
26419 Schortens
Webpräsenz: www.schortens.de
Bürgermeister: Gerhard Böhling (parteilos)
Lage der Stadt Schortens im Landkreis Friesland
Bockhorn (Friesland) Varel Zetel Sande (Friesland) Schortens Jever Wilhelmshaven Landkreis Friesland Wangerland Minsener Oog (zu Gemeinde Wangerooge) Mellum Wangerooge Landkreis Leer Landkreis Ammerland Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Wesermarsch Landkreis WittmundKarte
Über dieses Bild

Schortens ist eine Stadt im Landkreis Friesland in Niedersachsen. Der Ort erhielt 2005 die Stadtrechte und ist seitdem nach Varel die zweitgrößte Stadt im Landkreis Friesland. Seit dem 6. Dezember 2011 ist die Stadt staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schortens liegt im Jeverland auf der ostfriesischen Halbinsel, am Rand der Marsch. Zahlreiche Dörfer, etwa die heutigen Stadtteile Accum und Schoost liegen auf in die Marsch hereinragenden Geestzungen, zwischen denen es früher ausgedehnte Moor- und Heidegebiete gab.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Schortens grenzt im Nordwesten an die Stadt Jever, im Norden an die Gemeinde Wangerland, im Osten an die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven, im Süden an die Gemeinde Sande und im Südwesten an die Gemeinde Friedeburg, welche zum Landkreis Wittmund gehört.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt umfasst die zwölf Stadtteile Schortens, Heidmühle, Grafschaft, Accum, Sillenstede, Schoost, Roffhausen, Middelsfähr, Addernhausen, Oestringfelde, Ostiem und Upjever.

Während Schortens, Heidmühle, Oestringfelde und Ostiem zusammen einen geschlossenen Ortskern mit knapp 14.000 Einwohnern bilden, handelt es sich bei den anderen Stadtteilen um einzeln gelegene kleinere Orte mit Einwohnerzahlen von etwa 150 (Schoost) bis zu 2200 (Sillenstede).

Klima[Bearbeiten]

Schortens liegt in einer gemäßigten Klimazone, die dem direkten Einfluss der Nordsee untersteht. Nach der Klimaklassifikation von Köppen befindet sich die Stadt in der Einteilung Cfb. C steht für ein warm-gemäßigtes Klima, fb für ein feucht-gemäßigtes Klima mit Sommern, in denen die Tagestemperaturen tiefer sind und Wintern, in denen die Tagestemperaturen häufig höher sind als im weiteren Inland. Insgesamt wird das Klima von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt.

Geschichte[Bearbeiten]

Turm des abgebrochenen Klosters Östringsfelde, Gemälde von 1789
Das Bürgerhaus Schortens

Erste Spuren der Besiedlung im heutigen Stadtgebiet reichen bis ins 5. Jahrhundert zurück. Damals gab es Schortens als Einheit noch nicht, sondern an seiner Stelle lagen verschiedene Bauernschaften und kleinere Dörfer. Die Verwaltungseinheiten waren die Kirchspiele, deren Grenzen im Wesentlichen durch die geographischen Gegebenheiten (beispielsweise Flüsse und andere Hindernisse) abgesteckt waren. Nach dem Bau der St.-Stephanus-Kirche und einer damit verbundenen Neueinteilung der Kirchspiele entwickelte sich der heutige Ortskern zum geistigen Zentrum des näheren Umkreises, wozu auch das nahe gelegene Kloster Oestringfelde beitrug, das im Mittelalter in der ganzen Region bekannt war.

Der Name Schortens leitet sich her vom friesischen Wort „Schaar“, was „zum Wasser abfallende Böschung“ bedeutet und eine Entsprechung im englischen Wort „shore“ = Küste hat. Die Bauernhöfe des alten Ortes Schortens lagen „hoch und trocken“ aufgereiht am heutigen Klein-Ostiemer Weg auf dem Rand eines Geestrückens, an den sich südlich fruchtbares Marschland anschloss.

1153 gelobten die durch Rindermast und Handel wohlhabenden Oestringer Friesen vor einer Schlacht gegen ein sächsisches Heer, im Falle eines Sieges eine Kirche zu bauen „in de Ehre Sunte Steffan tho Schortense“.[3] Diese erste, sicher datierbare Steinkirche auf der ostfriesischen Halbinsel hatte keinen hölzernen Vorgängerbau. Die St.-Stephanus-Kirche wurde aus – hier erstmals verwendeten – Granitquadern und aus Tuffstein erbaut, den die Händler aus der Eifel mitbrachten, wenn sie ihre Waren zu Schiff in Köln verkauft hatten. Die Kirche ist ein Apsissaal aus ungegliedertem Schiff und Chorapsis.

1361 ließ der Häuptling Keno tom Brook im Verlaufe einer Fehde die Nordwand unterminieren, die daraufhin einstürzte. Außerdem wurde das Reetdach angezündet. In einer Chronik heißt es: „Anno 1361 was Schortenser Kerke gebrennt van Juncker Keno uth Brockmerland unnd sinenn volcke.“[4] Tom Brook hat sie aber nur angezündet, nicht verbrannt, denn die Südseite ist in der alten Gestalt aus Granit und Tuff weitgehend erhalten geblieben.

Um 1600 entstand als Anbau an die Kirche die erste Schule auf dem heutigen Stadtgebiet und später tagte im Gasthof neben der Kirche der Kirchen- und Gemeinderat.

Als ab 1786 die ersten bürgerlichen Verwaltungsorgane entstanden, wählte man zur Gliederung die Kirchspielgrenzen. Somit bildete das Schortenser Kirchspiel auch eine politische Einheit und entwickelte sich zur Gemeinde und heutigen Stadt Schortens.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann in Schortens eine regere Besiedlung, deren Auslöser vor allem die Fertigstellung der Straßenverbindung Oldenburg–Jever im Jahre 1837 und ab 1871 die Schaffung einer Eisenbahnverbindung von Sande über Heidmühle nach Jever waren. Zudem profitierte Schortens stark von der Entwicklung des neu angelegten preußischen Marinestützpunktes Wilhelmshaven. Viele Arbeiter siedelten sich im heutigen Stadtgebiet an.

Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Produktion von Kriegsschiffen in Wilhelmshaven stark zurück und Schortens hatte mit hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen. 1933 wurde Schortens dann mit Cleverns, Sande und Sandel zur Gemeinde Oestringen zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluss wurde allerdings direkt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgehoben. 1936 wurde der Fliegerhorst Jever eröffnet, der bis heute existiert und von der Luftwaffe genutzt wird.

Ab 1946 kamen viele Heimatvertriebene nach Schortens, sodass die Einwohnerzahl stark anstieg. Auch die Ansiedlung der Olympia-Werke in Roffhausen förderte die Schortenser Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Stadtrechte erhielt Schortens am 21. Januar 2005.[5] Seit dem 1. Juni 2005 ist die Stadt Schortens selbständige Gemeinde.

Am 6. Dezember 2011 wurde der Stadt für die Ortsteile Schortens, Heidmühle, Ostiem, Oestringerfelde und Grafschaft offiziell das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ verliehen.[2]

Religionen[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die Nachbargemeinde Sillenstede eingegliedert.[6] Diese gehörte von 1933 bis 1948 zur Gemeinde Kniphausen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Daten in der linken Tabelle gelten für die Gemeinde Schortens ohne die Ortsteile Accum, Grafschaft und Sillenstede, die erst seit der Gebietsreform 1972 zu Schortens gehören. In der Bevölkerungsfortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik ist für die Jahre von 1968 bis 1971 die Bevölkerungszahl der damaligen Gemeinde Sillenstede mit einberechnet worden.

Jahr Einw.[7][8]
1791 1.130
1816 1.356
1871 1.770
1876 1.696
1890 1.865
1895 1.782
1905 2.550
1910 3.272
1925 4.052
1939 5.484
1946 7.690
1948 8.058
1950 7.980
1961 9.805
1964 10.545
Jahr Einw.[9]
1968 ¹ 16.364
1969 ¹ 17.070
1970 ¹ 18.154
1971 ¹ 18.222
1972 18.745
1973 19.663
1974 20.100
1975 20.278
1976 20.244
1977 20.243
1978 20.282
1979 20.294
1980 20.119
1981 20.044
1982 19.952
Jahr Einw.[9]
1983 19.846
1984 20.042
1985 19.921
1986 20.020
1987 19.437
1988 19.342
1989 19.421
1990 19.485
1991 19.796
1992 20.014
1993 20.266
1994 20.527
1995 20.837
1996 21.047
1997 21.219
Jahr Einw.[9]
1998 21.282
1999 21.240
2000 21.299
2001 21.371
2002 21.320
2003 21.336
2004 21.343
2005 21.189
2006 21.132
2007 21.171
2008 21.047
2009 20.801
2011 20.339

¹ Zusammen mit der Gemeinde Sillenstede

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt Schortens besteht aus 34 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.001 und 25.000 Einwohnern.[10] Die 34 Ratsfrauen und Ratsherren werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011.[11]

Stimmberechtigt im Rat der Stadt ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister. Dies ist seit November 2004 der direkt gewählte Bürgermeister Gerhard Böhling.

In der konstituierenden Ratssitzung am 10. November 2011 wurde der SPD-Ratsherr Michael Fischer einstimmig zum neuen Ratsvorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreterin wurde Heide Bastrop von der CDU. Als erste Vertreterin des Bürgermeisters Böhling wurden Anne Bödecker (SPD), als zweiter Vertreter wurde Martin von Heynitz (Grüne) gewählt.[12]

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[13]

Partei  Anteilige Stimmen  Anzahl Sitze  Veränderung Stimmen  Veränderung Sitze
SPD 39,1 % 13 + 4,5 % + 1
CDU 26,1 % 9 − 4,9 % − 1
BfB 14,8 % 5 + 3,6 % + 1
Bündnis 90/Die Grünen 12,2 % 4 + 4,9 % + 2
FDP 3,8 % 1 − 4,5 % − 2
Die Linke[14] 1,6 % 1 + 0,86 % 0
UWG 1,3 % 1 − 4,4 % − 1
WFW 1,1 % 0 + 1,1 % 0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2011 lag mit 51,8 %[13] etwas unter dem niedersächsischen Durchschnitt von 52,5 %.[15] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 10. September 2006 lag die Wahlbeteiligung bei 42,6 %.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeisterwahl 2004

Derzeitiger Bürgermeister von Schortens ist der parteilose Gerhard Böhling. Er löste im November 2004 als erster hauptamtlicher Bürgermeister den vorherigen Bürgermeister Herbert Lahl (CDU) sowie Gemeindedirektor Wolfgang Schmitz ab.

Bürgermeisterwahl
am 11. Sept. 2011
Bürgermeisterwahl
am 13. Juni 2004
Gerhard Böhling Ja 7.381 84,7 % Gerhard Böhling 4.938 61,0 %
Gerhard Böhling Nein 1.334 15,3 % Carsten Feist 2.688 33,2 %
Ewald Eden 467 5,8 %
Wahlbeteiligung 8.870 von 17.138 Wahlbeteiligung 8.253 von 17.097
51,8 % 48,3 %

Vertreter in Land- und Bundestag[Bearbeiten]

Landtagsabgeordneter Olaf Lies

Bei den Wahlen zum Niedersächsischen Landtag gehört Schortens zum Landtagswahlkreis 070 Friesland, der den gesamten Landkreis Friesland umfasst. Das Direktmandat wurde im Januar 2013 durch Olaf Lies von der SPD gewonnen. Am 19. Februar 2013 wurde Lies zum niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr gewählt.[16] Die Wahlperiode endet 2018.

Bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag gehört Schortens zum Bundestagswahlkreis 026 Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund. Er umfasst die Landkreise Friesland und Wittmund sowie die Stadt Wilhelmshaven.[17] Bei der Bundestagswahl 2013 wurde Karin Evers-Meyer von der SPD direkt gewählt. Ihr Gegenkandidat Hans-Werner Kammer von den Christdemokraten zog über die niedersächsische Landesliste der CDU in den Bundestag ein.[18]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Schortens

Das Wappen der Stadt Schortens enthält ein rotes, springendes Pferd mit aufgerichtetem Schweif auf weißem Grund, ähnlich dem niedersächsischen Wappen (weißes Pferd auf rotem Grund und hängender Schweif, siehe Sachsenross), lediglich mit vertauschen Farben. Das Wappen geht wahrscheinlich auf die Pferdezucht der Oestringer im Mittelalter zurück, die schon damals international bekannt war. Eine andere Begründung geht davon aus, dass ein einzelnes „Wunderpferd“, mit dem ein Schortenser Bürger im Mittelalter quer durch Europa reiste, Grundlage für das Wappen ist. Dies ist auch die offizielle Begründung des Gemeindeausschusses, der am 21. April 1948 das springende Pferd als Gemeindesiegel vorgeschlagen hat.

Das springende Pferd kam auch schon im Gemeindesiegel der Gemeinde Oestringen von 1933 bis 1945 vor.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Schortens unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Accumer Mühle mit der Mühlenscheune

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische St.-Stephanus-Kirche im Ortsteil Schortens wurde von 1153 bis 1168 auf einer künstlichen Warft gebaut. Das Kirchengebäude ist die älteste sicher datierbare Steinkirche auf der ostfriesischen Halbinsel.[19] Aus der Zeit vor der Reformation stammt der im Laufe des 15. Jahrhunderts erbaute dreibogige Lettner, dessen beide äußeren Bögen zum Aufstellen von Seitenaltären dienten. Der 564 Zentimeter breite und 210 Zentimeter hohe, spätgotische Flügelaltar ist der wertvollste Einrichtungsgegenstand der Kirche. Die Orgel aus dem Jahr 1686 stammt vom bekannten Orgelbauer Joachim Kayser.

Die evangelisch-lutherische St.-Florian-Kirche im Stadtteil Sillenstede wurde vermutlich im Jahre 1233 fertiggestellt. Die auf einer Warf stehende Kirche ist mit einer Länge von 44 Metern und einer Breite von 13 Metern die größte und bedeutendste Granitquaderkirche Frieslands. Der Chor der Kirche wurde äußerlich ohne besondere architektonische Ausformung gestaltet und wird innen durch einen aufwendig gestalteten Triumphbogen vom langgestreckten Apsissaal der Kirche getrennt. Sehenswert ist der Taufstein aus dem Jahre 1250, der aus Eichenholz geschnitzte Passionsaltar von 1515/1520 sowie die Johann-Adam-Berner-Orgel aus dem Jahre 1757.[20]

Die 1746 errichtete Accumer Mühle im Stadtteil Accum ist eine voll funktionsfähige Galerieholländerwindmühle. Die Windmühle misst bis zur Oberkante der Kappe rund 18 Meter und der Durchmesser des Flügelkreuzes beträgt rund 22 Meter. Die Mühle wird durch den Arbeitskreis Accumer Mühle e. V. erhalten und betrieben.

Ebenfalls in Accum steht die evangelisch-reformierte St. Willehad Kirche. Die denkmalgeschützte Kirche ist ein schlichter, schmuckloser Rechteckbau aus dem Jahr 1719 und die einzige reformierte Kirche in der sonst lutherischen oldenburgischen Landeskirche. Im Inneren der Kirche befindet sich das Grabmal für den Häuptling Tido von In- und Kniphausen und seine Frau Eva von Renneberg. Das Doppelgrab ist in schwarzem Marmor ausgeführt und stammt von einem flämischen Künstler aus der Zeit der Renaissance.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind:

  • Klosterpark Oestringfelde mit Klosterruine und Klostergarten
  • Forst Upjever
  • Regionales Umweltzentrum (RUZ) im Klosterpark
  • Nachbau der alten Heidemühle in Heidmühle
  • Olympia-Ausstellung des Heimatvereins Schortens auf dem Gelände des Technologie Centrum Nordwest (TCN)
  • 100 Jahre alte Horizontalgattersäge des Vereins „Gattersäge Upjever e. V.“ im Forst Upjever

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Schortenser Veranstaltungskalender sind die folgenden regelmäßigen Veranstaltungen mit großer regionaler bzw. überregionaler Bekanntheit erwähnenswert:

Sport[Bearbeiten]

Der 1950 ursprünglich als reiner Fußballverein gegründete Heidmühler Fußballclub e. V. ist mit seinen rund 2500 Mitgliedern nicht nur der größte Verein der Stadt, sondern auch des Landkreises Friesland. Der Sportverein bietet die Sparten Badminton, Bowling, Fußball, Handball, Judo, Karate, Kegeln, Leichtathletik, Männerfreizeit, Schwimmen, Sport & Gesundheit, Tischtennis, Turnen und Volleyball.[23]

Der im Stadtteil Roffhausen ansässige Sportverein Grün-Gelb Roffhausen von 1919 e. V. hat rund 500 Mitglieder. Der SV GG Roffhausen bekennt sich zum Breitensport und bietet die Sparten Badminton, Handball, Freizeitsport, Volleyball, Tischtennis, Turnen, Basketball sowie Gesundheitssport.[24]

Der am 2. Februar 1977 gegründete Fußballverein FC Middelsfähr fusionierte noch im gleichen Jahr mit dem seit 1966 bestehenden Tus Mariensiel. Die Fusion beider Vereine zum neuen Verein Schwarz-Weiß Middelsfähr/Mariensiel erfolgte zum 31. Mai 1977. Rund ein Jahr später stellte die Gemeinde Schortens die heutige Sportanlage am Pappelweg in Middelsfähr zur Verfügung. Der Verein betreibt im wesentlich die Sparte Fußball.

Der Turn- und Sportverein Oestringen wurde 1913 als „Männer-Turnverein Ostiem“ gegründet und ist mit über 1000  Mitgliedern der zweitgrößte Sportverein der Stadt Schortens. Seit Februar 2004 besitzt der Verein eine neu gebaute Sportanlage mit Sporthalle und Außengelände an der Straße “Zum Huntsteert”. Traditionell werden im Verein besonders die turnerischen Disziplinen gepflegt. Hier werden Eltern-Kind-Turnen, Kinderturnen, Geräteturnen für Mädchen, Jungen und Männer, Trampolinturnen, Frauenturnen, Seniorensport, Tanz und Aerobic und Gesundheitssport angeboten. Mit den Sparten Ballspiele (Basketball, Tischtennis, Badminton), Kampfsport (effektive Selbstverteidigung), Leichtathletik und Geräte-Fitness bietet der Verein weitere Sportarten an.[25]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte sich die Olympia Werke AG in den ehemaligen Hallen der Wilhelmshavener Marinewerft in Roffhausen an. Das Unternehmen beschäftigte hier zeitweilig über 12.000 Mitarbeiter. Der Standort musste allerdings 1992 aufgrund wirtschaftlicher Probleme endgültig geschlossen werden. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Olympia-Gelände das Technologie Centrum Nordwest, auf dem sich inzwischen 63 verschiedene Unternehmen mit rund 2600 Mitarbeitern niedergelassen haben.[26]

Im Schortenser Gewerbegebiet befindet sich außerdem die Zentrale der Nordfrost-Gruppe, einem 1975 gegründeten Unternehmen, das insgesamt 1.200 Mitarbeiter an 29 Standorten in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden beschäftigt.

Bis zum Jahre 2008 befand sich in Schortens der BahnCard-Service der DB Fernverkehr AG.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Tourismus nimmt in Schortens seit einigen Jahren langsam aber stetig zu. Die Übernachtungszahlen im Beherberungsverkehr stiegen von 24.818 Übernachtungen im Jahr 2004 auf 41.266 Übernachtungen im Jahr 2009. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 8,2 Übernachtungen. Fast die Hälfte aller Übernachtungen erfolgte in den Monaten Juli (= 23,1 %) und August (= 22,4 %).[27]

Seit 2008 wurden einige Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftszweigs durchgeführt, so z. B. die Eröffnung einer Tourist-Information mit Übernachtungsvermittlung sowie die Erstellung eines touristisches Entwicklungskonzepts im Jahr 2010.[27] 2011 wurde der Stadt für die Ortsteile Schortens, Heidmühle, Ostiem, Oestringerfelde und Grafschaft offiziell das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ verliehen.[2]

Bereits im Jahr 2005 wurde der Vier-Sterne-Campingplatz Friesland Camping eröffnet. Der von der Stadt Schortens und der Stadt Jever gemeinsam betriebene Campingplatz liegt westlich der Stadt direkt am Naturfreibad von Schortens. Der Platz verfügt über 80 Touristik- und 15 Saisonstellplätze.[28] Die Nutzungszahlen stiegen seit der Eröffnung von 3051 auf 10.935 Übernachtungen in 2009.[27]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Eingang zum Fliegerhorst, 1986

Seit dem 1. Mai 1936 existiert der Fliegerhorst Jever. Er wurde während des Zweiten Weltkrieges von den verschiedenen Einheiten der Luftwaffe und des Heeres genutzt. Nach Kriegsende wurden dort zunächst ehemalige Zwangsarbeiter einquartiert, anschließend wurde der Fliegerhorst von dänischen Einheiten sowie der britischen Royal Air Force genutzt. 1961 wurde der Fliegerhorst dann an die Bundeswehr übergeben, die hier ab 1964 wieder regelmäßigen Flugbetrieb durchführte.[29]

Zum 31. August 2005 wurde das seit 1983 dort stationierte Jagdbombergeschwader 38 „Friesland“ aufgelöst. Am 30. Juni 2006 wurde das Objektschutzbataillon der Luftwaffe aufgelöst und stattdessen das Objektschutzregiment „Friesland“ auf dem Fliegerhorst in Dienst gestellt. Außerdem verbleibt die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 21 auf dem Standort.

Am 26. September 2013 wurde der Flugbetrieb auf dem Fliegerhorst Jever eingestellt. Die Entwidmung des Fliegerhorstes wurde bereits beantragt.[30]

Bildung[Bearbeiten]

Die Orientierungsstufe Schortens wurden im Schuljahr 2004/2005 aufgelöst und das Gebäude wurde zu einer Außenstelle des Mariengymnasiums Jever. In Schortens gibt es eine Förderschule mit dem Schwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung, eine Hauptschule und eine Realschule in einem gemeinsamen Schulzentrum sowie sieben über die Stadtteile verteilte Grundschulen.

Im Sommer 2009 wurde in Schortens die IGS Friesland gegründet, die inzwischen drei Jahrgänge mit je 180 Schülern umfasst.[31] Die Integrierte Gesamtschule befindet sich an der Beethovenstraße und wird zukünftig in der Sekundarstufe I die Klassen 5 – 10 anbieten. Daran wird sich die gymnasiale Oberstufe anschließen.

Verkehr[Bearbeiten]

Schortens ist über die Bundesstraße 210 von Emden nach Wilhelmshaven an die Bundesautobahn 29 angebunden. Das Autobahnkreuz Wilhelmshaven, an dem sich B 210 und A 29 kreuzen, liegt im Stadtgebiet von Schortens.

Im zweiten Halbjahr 2012 wurde westlich des Schortenser Stadtteils Ostiem ein neuer Verkehrskreisel als Zubringer zur neuen Bundesstraße 210 gebaut. Es ist die einzige Schortenser Anbindung an die neue im Dezember 2012 fertiggestellte Ortsumgehung. Die alte Bundesstraße 210, die bisher direkt durch den Ortsteil führte, wurde abgebunden und führt nun als Kreisstraße nach Sande.[32]

Der Bahnhof Schortens–Heidmühle liegt an der Nebenstrecke Wilhelmshaven–Sande–Esens (Ostfriesische Küstenbahn) und wird von der NordWestBahn angefahren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Stadt verbunden sind[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Brune (Hrsg.): Wilhelmshavener Heimatlexikon. 3 Bände. Brune Druck- und Verlagsgesellschaft, Wilhelmshaven 1986
  • Bürgerverein Accum (Hrsg.): 100 Jahre Bürgerverein Accum. Die Wahrheit wird besteh’n Lug und Trug werden zu Grunde geh’n. 1. Aufl. Heiber Druck & Verlag, Schortens 2004, ISBN 3-936691-25-8
  • Heimatverein Schortens (Hrsg.): 75 Jahre Heimatverein Schortens – Heimatbuch und Festschrift. 1. Aufl. Heiber Druck & Verlag, Schortens 2004, ISBN 3-936691-22-3
  • Ingeborg Nöldeke: 1153–2003. 850 Jahre St.-Stephanus-Kirche in Schortens. „Und gelobten, eine Kirche zu bauen zur Ehre von St. Stephan zu Schortens“. Verlag Hermann Lüers, Jever 2002, ISBN 3-9806885-6-9
  • Ingeborg Nöldeke, Almut Salomon, Antje Sander: Schortens. Heimatgeschichtliches vom Mittelalter bis zur Neuzeit. NORA Verlagsgemeinschaft Dyck & Westerheide OHG, Berlin 2006, ISBN 3-86557-097-6
  • Ingeborg Nöldeke: Siehe, es ist alles neu geworden. Der Schortenser Altar ist restauriert. Verlag Hermann Lüers, Jever 2003, ISBN 3-9809226-0-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schortens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. a b c Stadt Schortens staatlich anerkannter Erholungsort, abgerufen am 7. Dezember 2011
  3. Friedrich Wilhelm Riemann: Geschichte des Jeverlands, Band 1. Wittmund 1896. S. 161.
  4. Eilert Springer, Fr. W. Riemann: Die Chronica Jeverensis, geschreven tho Varel Anno 1592. Jever 1896. S. 34
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 275.
  7. 75 Jahre Heimatverein Schortens (s. u.), S. 117, 120f.
  8. Wilhelmshavener Heimatlexikon (s. u.), Bd. 3, S. 77.
  9. a b c Bevölkerungsfortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik
  10. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 7. November 2011
  11. Stadt Schortens: Mandatsträger Wahlperiode 2011–2016, abgerufen am 4. November 2011
  12. Stadtrat Schortens: konstituierende Sitzung, abgerufen am 14. November 2011
  13. a b Stadt Schortens – Stadtratswahl 2011, abgerufen am 14. September 2011
  14. In 2006 noch als Das Linksbündnis angetreten
  15. www.ndr.de: Abwärtstrend bei Wahlbeteiligung gestoppt, abgerufen am 14. September 2011
  16. Olaf Lies: Über mich, abgerufen am 20. Juni 2013
  17. Wahlkreiseinteilung beim Bundeswahlleiter, abgerufen am 5. November 2011
  18. Jeversches Wochenblatt: Karin Evers-Meyer nicht zu schlagen, abgerufen am 23. September 2013
  19. Info-Flyer der ev.-luth. Kirchengemeinde Schortens, Schortens 2012
  20. St. Florian Kirche, Sillenstede (ev. - luth. Kirche), abgerufen am 7. Januar 2013
  21. Schortens feiert Jubiläums-Kramermarkt, abgerufen am 8. Januar 2013
  22. Kenianer enteilen Konkurrenz, abgerufen am 8. Januar 2013
  23. Herzlich Willkommen beim Heidmühler FC, abgerufen am 7. Januar 2013
  24. Sportverein Grün-Gelb Roffhausen von 1919 e. V., abgerufen am 30. Dezember 2012
  25. Turn- und Sportverein Oestringen, abgerufen am 28. November 2013
  26. TCN – Technologie Centrum Nordwest, abgerufen am 9. Januar 2013
  27. a b c Touristisches Entwicklungskonzept der Stadt Schortens 2010, abgerufen am 13. Januar 2013
  28. Campingplatz „Friesland-Camping“ – Der Platz, abgerufen am 13. Januar 2013
  29. Fliegerhorst Jever, abgerufen am 23. Januar 2011
  30. Mike Sommer: Letzter Flugtag auf dem Fliegerhorst Upjever. www.luftwaffe.de, 26. September 2013, abgerufen am 9. Dezember 2013.
  31. Internetpräsenz der IGS Friesland, abgerufen am 9. März 2012
  32. Alte B 210 bei Schortens wird für Kreisel-Bau gesperrt, abgerufen am 29. Dezember 2012
  33. Friesische Heimat. jeversches-wochenblatt.de, abgerufen am 10. Februar 2013.
  34.  Roland Hanewald: Ein armer Heidmühler Müllerbursche. 24.01.2013, S. 1.
  35. nwzonline: CDU Schortens will Straße für Heinz Sauermann, abgerufen am 7. Januar 2013
  36. CDU Schortens: Straße für Heinz Sauermann, abgerufen am 23. Januar 2011