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Schottenkapelle St. Jakob (Konstanz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die Schottenkapelle im Frühjahr 2019

Die Schottenkapelle St. Jakob ist eine katholische ehemalige Friedhofskapelle aus dem Jahr 1589 am Rande des Schottenplatzes und in der Nähe des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Konstanz. Das Gebäude ist denkmalgeschützt.

Die Gebäude und Kirche der irischen Mönche („Scoti“) auf dem Gelände des einstigen Schottenklosters St. Jakob von 1142 waren im 15. Jahrhundert baufällig geworden und wurden während der Periode der Reformation in Konstanz abgerissen.[1] Die Schottenkapelle wurde auf Beschluss des Rats der Stadt Konstanz als Friedhofskapelle 1589 für den seit 1541 bestehenden Begräbnisplatz neu gebaut. Von 1784 bis 1870 war der „Friedhof zu den Schotten“ der Friedhof für Konstanz. Wegen der Inbetriebnahme des neuen Hauptfriedhofs im rechtsrheinischen Konstanz wurde der Schottenfriedhof aufgegeben und die Gräber wegen des Baus des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums und seiner Turnhalle eingeebnet.[2]

Wegen der Nichtnutzung und Baufälligkeit wurde die mehrmals vom Abriss bedrohte Kapelle von der Vincentius-Haus-AG, die das Gelände erworben hatte, in den Jahren 1974 bis 1980 außen renoviert und an die katholische Gesamtkirchengemeinde Konstanz übergeben. Diese führte anschließend die Innenrenovierung aus.

Im Innenraum sind mehrere Wandmalereien von 1733. Die bunten Glasfenster wurden von Albert Birkle 1980 geschaffen. Ein hölzerner Jakobus von Brigitta Hemmer stammt aus dem Jahr 1994.[2] 2025 wurde bekannt, dass ein Glasfenster zwei SA-Männer zeigt und ein Hakenkreuz jahrelang überklebt war.[3]

Kirchliche Nutzung

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Nachdem zuletzt die evangelisch-lutherische Markusgemeinde Konstanz der SELK und die örtliche Serbisch-orthodoxe Gemeinde in der Schottenkapelle St. Jakob ihre Gottesdienste gefeiert hatten, nutzt seit 2024 die Citypastoral der katholischen Kirche dieses Gotteshaus unter dem Leitwort Tankstille: Gebet – Stille – Musik.[4]

  • Albert Birkle: Fenster in der Schottenkapelle in Konstanz. In: Das Münster. Schnell & Steiner, Regensburg, ISSN 0027-299X, Bd. 35 (1982), S. 41.
  • Inno C. Rapp: Die Schottenkapelle wird wieder Gotteshaus: ein wertvolles Baudenkmal blieb erhalten. In: Konstanzer Almanach. Hrsg.: Stadt Konstanz. Bd. 27. Stadler, Konstanz 1981, S. 32–35.
  • Gernot Blechner: Die Konstanzer Schottenkapelle. In: Die Kulturgemeinde. Volksbühne, Konstanz 1978, S. 2–4.
Commons: Schottenkapelle St. Jakob – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Josef Hecht: Zur Geschichte des Schottenplatzes. In: Alexander-von-Humboldt-Gymnasium (Hrsg.): Bürgerschule, Zeppelin-Oberrealschule, Alexander-von-Humboldt-Gymnasium 1830–1980. Die Schrift zum Jubiläum der Schule am Schottenplatz in Konstanz. Redaktion: Franz Eberhard Bühler, Ulf Göpfrich, Erich Keller, Walter Lehn, Wilhelm Leonhard, Dieter Städele. Konstanz: Verlag Friedrich Stadler, 1980, 311 S., ISBN 3-7977-0060-1. S. 61–64.
  2. a b Albrecht Wick: Schottenkapelle St. Jakob
  3. Badische Zeitung: Was hat es mit der Hitler-Darstellung in einer Konstanzer Kapelle auf sich? 17. Oktober 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025.
  4. Antje und Stefan Willi: Neues Leben für die Schottenkapelle, abgerufen am 6. November 2025.

Koordinaten: 47° 39′ 58,6″ N, 9° 10′ 23,9″ O