Schottenkloster
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Als Schottenklöster werden diejenigen Klöster auf dem europäischen Kontinent bezeichnet, die im Hochmittelalter um 1200 überwiegend im süddeutsch-österreichischen Raum von Mönchen oder für Mönche der iroschottischen Kirche gegründet wurden.[1] Eine wichtige Quelle für die Frühgeschichte der Schottenklöster ist die Vita Mariani Scotti.
Iroschottische Klöster und Schottenklöster
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bereits seit dem Frühmittelalter war von Irland eine erste Welle reger Missionstätigkeit ausgegangen (siehe iroschottische Mission). Bei Klöstern, die schon im 6. bis 10. Jahrhundert von iroschottischen Mönchen gegründet wurden, spricht man in der Regel von iroschottischen Klostergründungen und nicht von Schottenklöstern.
Bekannte Schottenklöster und Schottenkirchen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Schottenkloster Eichstätt
- Schottenkloster St. Jakob in Erfurt mit der Schottenkirche (Erfurt) (um 1136)
- Schottenkloster Kelheim
- Schottenkloster Kiew (2. Hälfte 12. Jahrhundert)
- Schottenkloster Konstanz (1142)
- Schottenkloster Memmingen (1178/81)
- Schottenkloster Nürnberg (1140)
- Schottenkloster St. Jakob (Regensburg) mit der Schottenkirche St. Jakob (Regensburg)
- Kloster St. Peter (Regensburg) (um 1100)
- Schottenstift in Wien mit der Schottenkirche (Wien) (1155/56)
- Schottenkloster Würzburg (1138)
- Priorat Ross Carberry (1218?) in Irland zur Rekrutierung von Novizen für die Klöster auf dem Festland
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ludwig Hammermayer: Deutsche Schottenklöster, schottische Reformation, katholische Reform und Gegenreformation in West- und Mitteleuropa (1560–1580). In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 26 (1963) 131–255.
- Ludwig Hammermayer: Die irischen Benediktiner-„Schottenklöster“ in Deutschland und ihr institutioneller Zusammenschluß vom 12.–16. Jh. In: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens 87 (1976), S. 249–339.
- Helmut Flachenecker: Schottenklöster. Irische Benediktinerkonvente im hochmittelalterlichen Deutschland, Paderborn [u. a.] 1995 (Digitalisat).
- Ludwig Hammermayer: Die „Schottenkongregation“. Der irische und spätere schottische Matrikular- und Generalkapitelsverband im Reich und die Versuche zu seiner Reform und Erneuerung vom 12. bis 17. Jh. In: Die Reformverbände und Kongregationen der Benediktiner im deutschen Sprachraum, bearb. v. Ulrich Faust/Franz Quarthal, St. Ottilien 1999, S. 153–93.
- Ludwig Hammermayer: Zwischen Irland, Deutschland und Rom. Die Schottenklöster im Reich vom 11. bis 14. Jh. In: Von Sachsen bis Jerusalem. Menschen und Institutionen im Wandel der Zeit, Festschrift für Wolfgang Giese zum 65. Geburtstag, hrsg. v. Hubertus Seibert/Gertrud Thoma, München 2004, S. 207–20.
- Helmut Flachenecker: Der Verband der Schottenklöster – Eine kulturell-europäische Klosterlandschaft? In: Klosterlandschaften. Methodisch-Exemplarische Annäherungen, hrsg. v. Heinz-Dieter Heimann [u. a.], München 2008, S. 101–12.
- Stefan Weber: Iren auf dem Kontinent. Das Leben des Marianus Scottus von Regensburg und die Anfänge der irischen „Schottenklöster“, Heidelberg 2010.
Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Ingeborg Meyer-Sickendiek: Gottes gelehrte Vaganten. Auf den Spuren der irischen Mission und Kultur in Europa. Seewald, Stuttgart 1980, ISBN 3-512-00591-8, S. 278.