Schrägaufzug

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Schrägaufzug Hohenwerfen in Österreich
Schrägaufzug an der Schattenbergschanze in Oberstdorf
Im Vordergrund der Schrägaufzug der Grube Berzelius um 1880

Ein Schrägaufzug ist allgemein ein Personen- und Lastenaufzug mit geneigter Fahrbahn, eingerichtet für die Überwindung einer Höhendistanz. Der Begriff wird in technischer und in rechtlicher Hinsicht unterschiedlich verwendet:

  • nach den Europäischen Normen (europäische Norm für Schrägaufzüge – EN 81–22) ist der Schrägaufzug ein Spezialfall des Aufzugs, dessen Führungsschienen sowohl gegenüber der Senkrechten wie auch gegenüber der Waagrechten mehr als 15° geneigt sind;
  • Schrägaufzüge, die Gebäude und Bauten dauerhaft bedienen, unterstehen der Aufzugsrichtlinie (ab 2015: Richtlinie 2014/33/EU des europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Februar 2014 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Aufzüge und Sicherheitsbauteile für Aufzüge);
  • im allgemeinen Sprachgebrauch werden als Schrägaufzüge im weiteren Sinne auch andere Aufstiegshilfen mit unterschiedlichsten Einsatzzwecken und entsprechenden sicherheitstechnischen Anforderungen (z. B. Bau- und Möbelaufzüge, Schiffshebewerke, Treppenlifte etc.), aber auch Standseilbahnen bezeichnet.

Juristische Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juristisch gesehen liegt der wesentliche Unterschied zwischen der Aufzugs-Form und der Standseilbahn-Form des Schrägaufzugs in der jeweils anzuwendenden Richtlinie:

  • Ein Aufzug (auch Schrägaufzug) dient nach der Aufzugsrichtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. Juni 1995 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Aufzüge dazu, Gebäude und Bauten dauerhaft zu bedienen.
  • Eine Standseilbahn (auch Schrägaufzug) dient nach der Seilbahnrichtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. März 2000 über Seilbahnen für den Personenverkehr der öffentlichen Personenbeförderung.

Für den Benutzer ist oft kaum erkennbar, ob er rechtlich gesehen mit einem (Schräg-)Aufzug oder mit einer Standseilbahn fährt. Im allgemeinen Sprachgebrauch bleibt weiter der Schrägaufzug außerhalb von Gebäuden eine Sonderform der Standseilbahn. Dies gilt vor allem auch für historische Standseilbahnen.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewisse Bauformen erleichtern den Benutzenden das Stehen, indem der Neigungswechsel mittels Niveauregelungen, die den Fußboden stets waagrecht halten, ausgeglichen wird. Dabei wird der Boden während der Fahrt elektrisch oder hydraulisch verstellt – oder die Kabine fährt auf zwei versetzten Schienen, so dass durch die Lage der Räder die waagrechte Neigung der Kabine auch über Neigungsänderungen beibehalten wird (siehe Minifunic).

Um den Strombedarf dieser Systeme möglichst niedrig zu halten wird bei Schrägaufzügen meist ein Gegengewicht eingesetzt. Die Anordnung des Antriebes kann sowohl oben wie auch unten erfolgen.

Listen von Schrägaufzügen (unvollständig)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baden-Württemberg

Bayern

Berlin

Hamburg

Hessen

Mecklenburg- Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Schrägaufzug in der Stadtbahn Bochum

Rheinland-Pfalz

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

  • Frei zugänglicher Schrägaufzug im Augustinum in Mölln. Fahrgeschwindigkeit 2,5 m/s

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerhalb Europas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schrägaufzug in Deva (Rumänien)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schrägaufzüge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liftdatenbank
  2. Zürich Hauptbahnhof Tiefbahnhof Gleis 31/32 - Gleis 4/5. Abgerufen am 8. Oktober 2015.
  3. Blue Mountain – Erlebniswelt. In: Australien Journal :: Reisen – Abenteuer – Wissen. Abgerufen am 20. September 2009.