Schröpfkopf

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Schröpfköpfe im Museum von Asomatos (Kreta)

Ein Schröpfkopf ist ein alter Begriff aus der Medizin. Er stammt ab von Mittelhochdeutsch (mhd.) schreffen, schrepfen „ritzen, zur Ader lassen“ und mhd. kopf „Schale, Trinkgefäß, Hirnschale“. Der Schröpfkopf oder das Schröpfglas (lateinisch ventosa) ist ein kleines, kugelförmiges Glasgefäß, das als Hilfsmittel zum Erzeugen eines Unterdruckes beim Schröpfen verwendet wird. Der Durchmesser beträgt 3 bis 8 cm.

Es besitzt eine Öffnung mit einem abgerundeten, oft auch flach nach außen zurückgebogenen Rand. Damit wird ein schmerzhafter Druck des Randes auf die Haut vermieden und eine gute Abdichtung erreicht.

Eine Bauform hat außerdem ein angesetztes Glasrohr, durch das mit Hilfe eines aufgesteckten Gummibalges die Luft abgepumpt werden kann.

Schröpfköpfe waren bereits in der römischen Antike bekannt unter dem Namen Cucurbitula und häufig als ein Symbol der Ärzte bildlich dargestellt worden.

Es gab zwei Bauarten von Schröpfköpfen

  • bronzene Schröpfköpfe in Pilzform, in denen zum Erzeugen des Unterdruckes Scharpie verbrannt wurde. Hier gibt es archäologische Fundstücke.
  • Schröpfköpfe aus Horn (Hörnlein)[1] oder anderem Material, in denen das Vakuum durch Aussaugen der Luft durch ein kleines Loch erzeugt wurde, das danach mit Wachs verschlossen wurde. Diese sind nur schriftlich überliefert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Bachmann und Friedrich Pecker: Die Schröpfkopfbehandlung. Saulgau 1952.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Schröpfkopf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Gleinser: Anna von Diesbachs Berner ‚Arzneibüchlein‘ in der Erlacher Fassung Daniel von Werdts (1658), Teil II: Glossar. (Medizinische Dissertation Würzburg), jetzt bei Königshausen & Neumann, Würzburg 1989 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, 46), S. 153.