Schrammelharmonika

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Die Schrammelharmonika

Die Schrammelharmonika ist ein chromatisches Akkordeon mit drei Knopfreihen in B-Lage. Sie ist meist zweichörig und mit zwölf diatonischen Bässen ausgestattet.

Klanglich hebt sich die Schrammelharmonika durch den weicheren Klang vom modernen chromatischen Knopfakkordeon ab. Der Grund dafür kann zum Teil in den relativ kleinen Abmessungen und dem geringen Gewicht des Instruments gesehen werden, aber auch die handgemachten Stimmplatten und die Art der Stimmung tragen zu dessen besonderen Klangcharakter bei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung findet das Instrument im Jahr 1854, als der Wiener Harmonikamacher Matthäus Bauer auf der Industrieausstellung in München neben einem Instrument mit Klaviertasten (Patent erstmals 1851) auch eines „mit halben Tönen, versehen mit dreireihiger Maschine“ und eben nicht wechseltönig, präsentierte. Laut Walter Maurer soll die ersten Ideen dazu ein Musiker namens Franz Walther entwickelt haben. Das älteste zurzeit bekannte und erhaltene Instrument stammt von 1874, nach 1954 bis 1970 wurden in Wien Schrammelharmonikas nur noch vereinzelt gebaut.

Alfred Mirek erwähnt das Instrument mit dem „Wiener System“ als Vorbild für die Entwicklung des heutigen Bajan ab 1870. In der Sowjetära wurde das Griffmuster als „Moskauer“ bezeichnet, im Gegensatz zum „Petersburger“, das diatonisch war.

Die meisten erhaltenen Instrumente stammen aus den 1920er- und 1930er-Jahren.

Erwähnung im Amtlicher Bericht über die Allgemeine Deutsche Gewerbe-Ausstellung zu Berlin im Jahre 1844. "II. Harmonikas [...] August Schopp, in Wien, zeigte durch die Einsendung einer Harmonika zu 30 Nthlrn. 20 Sgr., wie sehr auch dieses Instrument in den kürzen Jahren seines Entstehens sich hat vervollkommnen lassen, indem das Vorliegende, auf welchem von geübter Hand recht artige Musikstücke hervorzubringen sind, einen Umfang von etwa 4 Oktaven hat. Das Aeußere des Instruments ist mit Perlmutter und sonstigen Verzierungen höchst elegant ausgestattet."[1]

Zitat: "Hier arbeiteten zwischen 1815 und 1833 insgesamt 572 Instrumentenbauer, von denen mindestens sieben auch Harmonikas fertigten.1852 firmierten schon 59 Wiener Gewerbetreibende unter der Bezeichnung „Harmonikamaeher“, 16 weitere als „Harmonika-Stimmer“. Zum führenden Produzenten avancierte das 1834 gegründete Unternehmen Wilhelm Thie, das um 1890 mehrere hundert Arbeiter beschäftigte und wegen seiner Qualität ein weltweites Renommee genoss. Außerhalb Wiens entstanden in den 1820er Jahren vier weitere Produktionszentren, die allesamt in strukturschwachen ländlichen Regionen lagen: Graslitz im böhmischen und Klingenthal im sächsischen Erzgebirge, Knittlingen im würltemhergischen Oberamt Maulbronn und zeitlich am spätesten Trossingen. Diese Standorte deuten bereits darauf hin, dass der Harmonikabau als eine Nischenbranche existentiell auf Bedingungen relativer Unterentwicklung und agrarisehe Komplementärstrukturen angewiesen war." [2]

Bekannte Harmonikabauer in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Generationen Reisinger, Edmund Hochholzer, Josef Trimmel, Pospischil, Bauer, Forster Johann, Pick, Adolf, Regelstein, Franz Kuritka, Rudolf Barton sind neben Karl Budowitz (1882–1925) die wesentlichen Hersteller, dazu eine unbekannte Zahl von Handwerkern, die vermutlich aus gewerberechtlichen Gründen ihre Namen geheim hielten.

Die folgenden Angaben sind unvollständig und stammen aus dem Buch: Eine Wiener Knopfharmonika entsteht von Lisl Waltner,[3] und sind nur im Buch weil sich Karl Macourek bei seinen Erzählungen auf diese Firmen bezog. Diese Angaben wurden aber zusätzlich in den noch vorhandenen Gewerbebüchern recherchiert.

  1. Matthäus Bauer: Firmeninhaber Karl Bauer, geb. 1883 gest. 1946, Gegründet 1836 (Angabe gemäß Inserat), Gewerbeschein 1911–1950 (Geschäfirtttsführer Josef Reisinger), Wien VI Mariahilfer Straße 19/21
  2. Albert Trimmel, geb. 1880 gest. 1953; Gewerbeschein 1910;
  3. Emanuel Napravnik, geb. 1874 gest. 1951, Gewerbeschein seit 1912, Wittwenfortbetrieb (Maria, geb. 1887) seit 10. April 1952, Geschäftsführer Franz Napravnik, geb. 1909, Gewerbeschein 1954–1967, Wien XVI Habichergasse 4; Sohn Franz Napravnik; Harmonikatischler
  4. Reisinger Josef geb. 1885, Gewerbeschein 1919–1958 Wien XV Oelweingasse 3
  5. Josef Sagat, geb. 1895; Gewerbeschein 1927 Meisterprüfung 1935, Gewerberücklegung 1959; gestorben 1968.
  6. Regelstein Adolf geb. 1876, Gewerbeschein 1931–1938, Wien XVI Liebhergasse 44
  7. Wenzel Rudolf, geb. 1895, Gewerbeschein 1933–1966; Nachfolger von Zwirsch; Wien Ottakrinerstraße 164, Erzeugte noch bis 1966 Stimmplattenrohmaterial.
  8. Kuritka Franz, geb. 1908, Gewerbeschein 1938–1965, Wien Liebhergasse 44 Nachfolger von Regelstein &Raab
  9. Rudolf Pospischil, Gewerbeschein 1952–1998; Wien Benedikt Schellingergasse 11
  10. Karl Macourek, geb. 22. Januar 1928; Meisterprüfung am 26. November 1951; Gewerbeschein 19. Mai 1952–1998; Josefine Macourek Gewerbeschein für Handel mit Musikinstrumenten von 1957 bis 1998

Unvollständige Auflistung von 1873[4][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harmonikamacher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bimüller Karl, Mundharmonika Fabrikant, VII. Kaiserstr 91
  2. Bruckbauer Georg, k.k. privil. Mundharmonika Fabrik, VII. Westbahnstraße 27
  3. Brunnbauer Filipp, k.k. ausschl. privil. Harmonika Fabrik, VII. Hermanngasse 12
  4. Endl Karl, Harmonika-Fabrikant, Verkauf en gros et en detail zu den billigsten Preisen, VII. Kaiserstraße 32
  5. Friedl L., Harmonikamacher, VII. Schottenfeldgasse 33
  6. Jenisch Josef, Mundharmonikamacher, VII. Bandgasse 36
  7. Kuhn Karl, Harmonika-Erzeuger, Gründungsjahr 1843 k.k. Privilegium auf ein neu erfundenes Musikinstrument "Pianon"; dieses Instrument hat vier Oktaven und ist sehr empfehlend für Gesangvereine zur Productions Begleitung, VII. Kaiserstraße 79
  8. Raith Wilhelm, Harmonika-Fabrikant, VII. Kaiserstraße 64
  9. Rapp M. & Sohn, Mundharmonika-Fabrik, VII. Neubaug 41
  10. Schattera A. Mundharmonika-Fabrik, VI. Bürgerspitalg 29 (siehe Inserate)
  11. Titz Peter, k.k. Hof-Harmonium-Fabrikant und Orgelbauer Preßgasse 28
  12. Troppitz J., Mundharmonika-Fabrikant, VII. Kaiserstraße 22
  13. Wodjansky S., Harmonika-Erzeuger und Lehrer, VI Gumpendorferstraße 47
  14. Zidek Josef, Harmonikamacher, übernimmt alle Gattungen Platten- Vorstimmarbeiten, Neufünfhaus, Pelzgasse 22
  15. Zettl Wilhelm, Harmonika-Fabrikant, VII. Neustiftgasse 96

Unvollständige Auflistung von 1863[5][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harmonikafabrikanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bauer Matthäus Harmonikafabrikant hält ein gut sortirtes Lager von allen Gattungen Concertinos Clavier- Damen- und Physharmonikas sowie alle in dieses Fach eingreifende musikalische Instrumente Schottenfeld Kaiserstraße 30
  2. Steinkellner Christian k.k. landesbef. Harmonika Fabrikant Schottenf. Rauchfangkehrergasse 445

Harmonikamacher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bartsch Karl, Altlerchenf. Kaiserstraße 25
  2. Bimüller Karl, Schottenfeld Fuhrmannsgasse 182
  3. Brukbauer Georg, Schottenfeld Fuhrmannsgasse 178
  4. Brunnbauer Fil., Mundharmonikam., Rauchfangkehrergasse 451
  5. Dorsch Gg., Schottenf. Fuhrmannsg. Wieden Lange Gasse 741
  6. Dürr Josef, Physharmonikamacher, Wieden Lange Gasse 741
  7. Emes Karl, Neubau Hauptstraße 222
  8. Endl Karl, Schottenfeld Kaiserstr. 185
  9. Erbs Anton, Spittlberg Burgg. 137
  10. Fichtner Karl Mundharmonikamacher, Wieden Wehrgasse 858
  11. Forstner's Josef Wwe. Neubau 316
  12. Friedl Lorenz, Schottenf. Feldg. 232
  13. Fritzl's Tob Wwe. Schottenf 299
  14. Ganzbiller Josef, Schottenfeld Stadlergasse 99
  15. Gerzabek Georg, auch Stimmer, Hermannsgasse 316
  16. Grätz Ignaz Schottenfeld Halbgasse 82
  17. Haenlein Theodor, prot. Fa. Th. Haenlein, stiller Gesellschafter ist Moritz Rretschmar, arbeitet alle Sorten Akkordeons oder Handharmonikas, Flutinas, Trembleurs, Concertinos, Melodions, clarinetten u. Mundharmonikas, Niederlage Josefstadt am Glacis 214 neben dem Czerninischen Palais
  18. Heigel Georg Schottenf. Stadlg. 69
  19. Hentschel Karl, Schottenf Feldg. 251
  20. Hoepfl Jakob, neue Wieden Leopoldsgasse 845
  21. Homole Joh. alte Wied. Hauptstr. 446
  22. Illy Karl Friedrich, Altlerchenf. Stolzenthalergasse 251
  23. Kaden Franz, St. Ulrich Luftschg. 147
  24. Karl Josef, Schottenfeld Halbgasse 120
  25. Karner Franz, Altlerchenfeld Stolzenthalergasse 246
  26. Klein Johann, Schottenf. Zieglerg. 344, Gewölb am Hof 419
  27. Klein M. Schottenfeld Zieglerg. 482
  28. Koretzky Jos., Wieden Salvatorg,
  29. Krügel Alois, Schottenf. Feldg. 287
  30. Kuhn Karl, Schottenfeld Kaiserstr. 41
  31. Kühnl Ferd, Schottenf. Kandelg. 484
  32. Mayer Ferd, Spittlbg. Kandelg. 128
  33. Mayer Franz, Schottenf. Herreng. 388
  34. Müller Josef, Altlerchenfeld Neug. 156
  35. Pasensky Jos, Schottenf. Kaiserstr. 105
  36. Pazaut Frz., Gumpendorf Roseng. 517
  37. Perreck Jos., Gumpend. Dorotheerg. 41
  38. Pick's Rudolf Wwe., Alservorst. Schlösselgasse 27
  39. Pitsch Karl, Mundharmoniken, Zieglergasse 307
  40. Pottocco Josef, Neubau Hermansgasse 315
  41. Rapp Math, Mundharmoniken, Schottenfeld Kandelgasse 481
  42. Rosendorf Florian, Schottenf Kaisergasse 11
  43. Rüger Karl Mundharmonikam.,Wieden Lumpertsgasse 924
  44. Schabata Joh., Schottenfeld Herreng. 418
  45. Schaden Joh., Mundharmonikamacher, Neubau Wendelgasse 123
  46. Schaller Friedrich, Neubau Hermannsgasse 311
  47. Schopp August, auch Holzhändler, Gumpoldsdorf Hauptstraße 396
  48. Semrad Johann, neue Wieden Hauptstraße 1065
  49. Siegel Franz, Mundharmonikamacher Gumpendorf Bürgerspitalgasse 432
  50. Stangl Anna, Laimgrube Kothg. 139
  51. Suchan Albert, Schottenf Seilerg. 261
  52. Thie Wilhelm, Mundharmonikamacher, Mariahilf Mondscheingasse 95
  53. Weilhammer Wolfgang, Schottenfeld Feldgasse 253
  54. Zettl Wilh., Schottenfeld Stadelg 75
  55. Vieba Franz, Ottakring 180
  56. Dahms Karl, Hernals Ottakringerstraße 307
  57. Lechner Jos., Hernals Veronikag. 271
  58. Losert Paul, Neulerchenf. Gärtnerg. 5
  59. Lüth Heinrich, Ottakr. Hubertsg. 401
  60. Müller Franz, Mundharmoniken, Wilhelmsdorf Hauptstraße 54
  61. Pippich Leop, Mundharmonikamacher, Hauptstraße 286
  62. Tiralla August, Neulerchenfeld 5
  63. Wagner Josef, Ottakring am Schanzl.

Harmonika Gestelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vader Mich., Schottenf. Kaiserstr. 61
  2. Bartsch Karl, Altlerchenf. Kaiserstr. 25
  3. Eisenkolb Joh., Ottakring Josefig. 246
  4. Falkner Marie, Währing 226
  5. Fiala Jgn., Tischler, Spittlberg Kirchberggasse 144
  6. Gmell August, Tischler, Schottenfeld Strohmanergasse 496
  7. Gruber Martin, Schottenfeld Halbgasse 489
  8. Hamel Stefan, Harmonikatischler, Altlerchenfeld Neuegasse 138
  9. Herzog Franz, Laimgrube Mariahilferhauptstraße 169
  10. Heß Ignaz, Drechsler (Harmonikafrüchte) Schottenfeld Stadelgasse 270
  11. Jüttner Joh., Harmonikatischler, Altlerchenfeld Kaiserstraße 33
  12. Konopitzky Bartholomäus, Schottenfeld Rauchfangkehrergasse 484
  13. Korb Georg, Schottenfeld Kandlg. 151
  14. Magazin der vereinigten Harmonikatischler, alle Gattungen Bestandtheile, Schottenfeld Rauchfangkehrergasse 433, Verwalter Karl Schwantner
  15. Spindler Jos., Neulerchenf Feldg. 131
  16. Biz Anton, Magdalenagrund Hauptstraße 22
  17. Vogler Adolf, Harmonikatischler Schottenfeld Feldgasse 290
  18. Wlasaty Josef, Schottenfeld Badhausgasse 493
  19. Wodiczka Mathias, Tischler, Schottenfeld Zieglergasse 407
  20. Zimmermann Josef, Harmonikagestelle, Schottenfeld Kaiserstraße 103

Harmonika Plattenmacher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hentschel Gabr., Schottenf. Kaiserstr. 37
  2. Gerhart Jos., Schlosser, verfertigt alle Gattungen Akkordion- Zink- und Messingplatten, Schottenfeld Feldgasse 309, im eigenen Hause

Harmonika Stimmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holley Math., Gumpend. Kaserng. 508
  2. Lauer Mathias, Altlerchf. Kaiserstr. 33
  3. Steinkellner Thomas, Schottenfeld Rauchfangkehrergasse 445

Harmonika Tischler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hammel Stefan, Altlerchenfeld 156

Unvollständige Auflistung von 1856[6][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harmonikamacher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bartsch Karl, Altlerchenfeld Kaiserstraße an der Linie 49
  2. Bauer Joh., Schottenfeld Feldg. 253
  3. Bauer Matthäus, Harmonikafabrikant, alle Gattungen Concertinos und Physharmonika, Fabrik und Nierderlage Schottenfeld Kaisergasse 30
  4. Beer Josef, St Ulrich Neudeggerg 85
  5. Bimüller Karl, Schottenfeld Fuhrmannsgasse 170
  6. Breinesl Martin, Schottenfeld Fuhrmannsgasse 178
  7. Brunnbauer Fil, Schottenfeld Rauchfangkehrergasse 451
  8. Dahms Johann Karl, Blasbalg-Harmoniken Schottenfeld Kaiserstraße 36
  9. Emes Karl, Schottenfeld Stadelg. 76
  10. Endl Matthäus, Schottenfeld Fuhrmannsgasse 178
  11. Fichtner Karl, Wieden Langegasse 743
  12. Forstner's Josef Wwe. Neubau Hermannsgasse 316
  13. Gerzabek Georg, auch Stimmer, Schottenfeld Kaiserstraße 33
  14. Glaßl Heinr., Mundharmoniken, Schottenfeld Zieglergasse 348
  15. Grätz Ignaz, Schottenfeld Halbgasse 82
  16. Gürtler Benedikt, Schottenfeld Herrengasse 402
  17. Hellermann Lorenz, Wieden Gemeindegasse 328
  18. Hentschel Karl, Schottenfeld Kandelgasse 145
  19. Hoepfl Jakob, Wieden Leopoldsg. 833
  20. Homole Job, a. Wieden Hauptstr. 446
  21. Iasenske Josef, Schottenfeld Strohmeiergasse 499
  22. Illy Karl Friedrich, Schottenfeld Stadelgasse 79
  23. Karl Josef, Schottenfeld Feldgasse 501
  24. Klein Heinrich, k.k. ausschl. priv. Blas-Physharmonika und musikalischer Instrumenten Fabrikant, Schottenfeld Herrengasse 428
  25. Koretzky Jos., Wieden Salvatorg. 528
  26. Kuhn Eduard, Laimgrube Gärtnerg 81
  27. Kühn Ferd., Schottenfeld Kandela 484
  28. Maschek Johann, Gumpendorf Mariahilfer Hauptstraße 334
  29. Müller Franz, Mundharmoniken, Gumpendorf Wallstraße 239
  30. Müller Josef, Altlerchenfeld Neug. 138
  31. Pawel Jos., Gumpendorf untere Annagasse 87
  32. Pazaut Frz., Gumpendorf Roseng. 517
  33. Rapp Math., Mundharmoniken, Schottenfeld Kandelgasse 481
  34. Reinisch Jos., Mariahilf Schiffg. 152
  35. Reminka Joh., Breitenfeld Magazingasse 86
  36. Rüger Karl, Wieden Lumpertsg. 925
  37. Salzer Joh., Altlerchenfeld Alleeg. 124
  38. Schabata Johann, Schottenfeld Herrengasse 418
  39. Schaden Joh., Neubau Wendelg. 123
  40. Schaller Friedrich, Neubau Hermannsgasse 311
  41. Scheufter Fr., Schottenfeld Feldg. 280
  42. Schopp Aug., Mariahilf Schiffg. 154
  43. Schuenbek Eduard (auch Harmonikastimmer) Schottenfeld Radelgasse 139
  44. Schulz Franz, Schottenfeld Feldg.253
  45. Semrad Johann, neue Wieden-Hauptstraße 667
  46. Sigel Franz, Gumpendorf Bürgerspitalgasse 432
  47. Stok Franz, Gumpendorf Millerg. 462
  48. Stangl Anna, Laimgrube Kothg. 139
  49. Steinkellner Christian k.k. landesb. Harmonika-Fabrikant protok. Fa. Christian Steinkellner, bronzene Medaille der Gew. Ausst. in Wien 1845 Schottenfeld Rauchfangkehrergasse 445
  50. Thie Wilhelm, Mariahilf Mondscheingasse 95 zum ABC
  51. Wimmer Lorenz, Schottenfeld Feldgasse 285
  52. Woracek Anton, Altlerchenfeld Kaiserstraße 17
  53. Zettl Karl, St, Ulrich am Platzl 53
  54. Zettl Wilh., Schottenfeld Halbg. 120
  55. Zwettler Jak., Schottenfeld Kaiserstr. 8
  56. Zwoneczek Jos., Schottenf. Feldgasse 260
  57. Bieber Franz, Ottakring 156
  58. Czinek Joh., Ottakring Reinhartsg. 239
  59. Dorn Johann, Fünfhaus Hauptstraße nach Schönbrunn 45
  60. Fank Georg, Hernals Bräuhausgasse
  61. Hengel Paul, Ottakring Hauptstr. 292
  62. Henschel Gabriel, Neulerchenfeld mittlere Gasse 76
  63. Spindler Josef, Neulerchenfeld 62

Harmonika Buchbinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gab Ferdinand, Ottakring 211

Harmonika Gestelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Annisch Theodor, bf. Tischler Neubau Hauptgasse 218
  2. Blaha Aug., Schottenfeld Ritterg. 115
  3. Bottotschek Jos., Ottakr Langeg. 236
  4. Couard Christian, Gumpendorf Bürgerpitalgasse 432
  5. Czaller Ferdinand, Neulerchenfeld zu den 3 Bindern
  6. Dostalek Josef, Altlerchenfeld Kaiserraße 7
  7. Ebensperger Joh., Ottakring Hauptstraße 94
  8. Ehrlich Joh., Laimgrube Wienstr. 108
  9. Eigel Josef, Tischler, Gumpendorf Wallstraße 257
  10. Eissenkolb Joh., Ottakring Josefig. 246
  11. Fedra Mathias, Tischler, Neulerchenfeld Gärtnergasse 174
  12. Fiala Jgn., Tischler, Spittlberg Kirchberggasse 144
  13. Freyberger Felir, Schottenfeld Mariahilfer Hauptstraße 219
  14. Gmell August, bf. Tischler, Schottenfeld Strohmeiergasse 493
  15. Göbel Georg, Schottenfeld Mariahilfer Hauptstraße 331
  16. Gottwalt Josef, Tischler, Ottakring Reinhartsgasse 145
  17. Gruber Mart., Schottenf Halbg. 489
  18. Harnak Vincenz, Tischler Gumpend Liniengasse
  19. Heß Ignaz, bf. Drechsler Schottenfeld Stadelgasse 271
  20. Jung Benjamin, Harmonika-Tischler Ottakring Josefigasse 124
  21. Karel Wenzel, Schottenfeld Halbg. 86
  22. Karner Franz, bf. Tischler Strohmeiergasse 500
  23. Klostermann Andreas, bf. Neubau Neustiftgasse 90
  24. Konopitzky Bartholomäus, Schottenfeld Rauchfangkehrergasse 484
  25. Kupka Joh., Harmonika-Plattenmacher Schottenfeld Fuhrmannsgasse 430
  26. Laba Franz, bf. Tischler Neubau Neustiftgasse 50
  27. Magazin der vereinigten Harmonikatischler, alle Gattungen Bestandtheile Schottenfeld Rauchfangkehrergasse 433, Verwalter Karl Schwantner
  28. Raber Franz, Tischler Altlerchenfeld Hauptstraße 1
  29. Rutz Josef, auch Galanterietischler Margarethen der Kirche gegenüber
  30. Rilasch Franz, Gumpendorf Wallstr. 1
  31. Rharzik Wenzel, Schottenfeld Kaiserstr. 52
  32. Rosendorf Florian, Schottenfeld Kaiserstr. 11
  33. Schenk Ignaz, Tischler Schottenfeld Zwerchgasse 325
  34. Schön Leopold, bf. Tischler Gumplodsdorf 276
  35. Streit Ignaz, Harmonika-Tischler, Hernals Sterngasse 206
  36. Teichmann Johann, Hauptstraße 79
  37. Weigang Josef, bf. Altlerchenfeld Hauptstraße 95
  38. Wezulek Karl, Neulerchenfeld Gärnergasse 31
  39. Wlasaty Josef, bf. Schottenfeld Badgasse 493
  40. Wodiczka Mathias, bf. Tischler, Schottenfeld Zieglergasse
  41. Zimmermann Josef, Harmonikagestelle, Schottenfeld Kaiserstraße 103

Harmonika Stahlarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ditl Franz, bf. Schlosser Mariahilf Schiffgasse 151
  2. Gemmel Josef, Schottenf. Feldg. 261
  3. Kerhart Jos., Harmonikaplatten, Schottenfeld Feldgasse 309
  4. Kupka Johann, Harmonika Plattenmacher, Stahlarbeiter, Schottenfeld 85
  5. Lauer Mathias, Harmonika-Stimmer, Ottakring lange Gasse 236
  6. Pitsch Johann, bf. Harmonikabestandtheile von Metall, Neubau Zieglerg 307
  7. Skock Franz, Harmonikaplatten, Gumpendorf Millergasse 462
  8. Stocklassa Mathias, bf. Harmonikaklappen, und Beschläge Schottenfeld Kaiserstraße 20

Harmonika Stimmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Emes Karl, Schottenfeld 119
  2. Fell Adam, Roßau Serviteng. 166
  3. Kliegl Alois, Schottenfeld Rauchfangkehrergasse 433
  4. Liemert Caspar, Schottenfeld Strohmeimergasse 498
  5. Losos Andreas, Neubau Neustiftg. 89
  6. Schuenbeck Eduard, (auch Harmonikamacher) Schottenfeld Halbgasse
  7. Steinkellner Thomas, Schottenfeld Rauchfangkehrergasse 445
  8. Steiter Johann, Altlerchenfeld 76
  9. Suchan Alb., Schottenfeld Feldg. 502

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit sind nur zwei selbständige Harmonikabauer bekannt, die auch einzelne Schrammelharmonikas bauen. Der gelernte Harmonikabauer Herfried Zernig aus Sebersdorf in der Steiermark fertigt auf Wunsch Schrammelharmonikas, die sich weitgehend an historischen Instrumenten orientieren, im Detail sind diese aber keine Kopie von Original-Instrumenten. Zernig weicht zumindest in den bis jetzt gefertigten Instrumenten in wesentlichen Details vom Original ab. Er verwendet heute erhältliche Stimmplatten und wachst diese auf. Früher war es generell üblich, diese auf Leder zu legen. Auch die Holzverbindungen wurden früher mit Warmleim ausgeführt, was heute auch möglich wäre und auch nicht schwieriger zu handhaben ist als synthetischer Weissleim. Die Bassmechanik orientiert sich eher an der diatonischen Harmonika als am historischen Original, wobei die Anordnung der Basstasten und die Tastenbelegung davon nicht beeinflusst wird. Basstasten sind zumindest in den bekannten Erzeugnissen nicht am Bassboden, sondern an der Vorderseite des Bassteils, wie das heute beim Akkordeon üblich ist. Der Balg ist nicht traditionell, sondern nach der Art einer traditionellen steirischen Harmonika. Musiker, die sich eine Harmonika heute nach historischen Vorbild anfertigen lassen, könnten aber auch diese Details einfordern. Ein Unikat wird aber jedes heute kopierte Instrument immer bleiben, bei dem sich erst im Nachhinein zeigen wird, ob es den Erwartungen einigermaßen gerecht wird. Jedoch sind die bekannten von Zerwig gefertigten Instrumente schöne Beispiele dafür, dass auch heute traditionelle Handwerkskunst im Harmonikabau möglich ist. Bemerkenswert ist auch, dass diese Instrumente bis auf einige Spritzgussgelenke für die Bassmechanik den Stimmplatten, Perlmuttknöpfen, Balgecken und Balgkartonfalten komplett bis auf die Rohmaterialien wie Holz, Draht, Schrauben, Leder, Filz und Leinen vom Harmonikabauer gefertigt werden. Neben Herfried Zernig fertigt auch Gerhard Grübel aus St. Martin am Tennengebirge unter dem Markennamen EDLER Harmonikas auf Bestellung Schrammelharmonikas.

Ursprung der Bezeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schrammelquartett um 1890

Seit 1870 spielten die Geiger Johann und Josef Schrammel in Georg Dänzers Quartett zusammen mit Anton Strohmayer an der Kontragitarre. Dänzer war in Wien berühmt als Virtuose der G-Klarinette, es wurden Ländler, Polkas und die legendären „alten Tanz“ gespielt. Nach 1873, dem Jahr des großen Börsenkrachs und einer darauf folgenden weitreichenden „Zurück zur Natur“-Bewegung, hieß die exakt selbe Besetzung Die Schrammeln – nachdem die beiden Geiger ihre Studien beendet und den Wunsch nach Karriere in der Hochkultur aufgegeben hatten. Sie bereisten ganz Europa und näherten durch ihre Virtuosität und den strengen mehrstimmigen Satz die Volksmusik der „Klassik“ an. Johann Strauß (Sohn) und Kronprinz Rudolf waren bekennende Fans. Die Aufführungen der Schrammeln waren ausverkauft; sie erfanden den Musiktourismus in seiner heutigen Form: was heute der Buschauffeur in Grinzing, waren damals die Fiaker.

1890 starb Georg Dänzer, aus Mangel an guten Klarinettisten ersetzte ihn Anton Ernst, ein Cousin von Johann Schrammels Frau. Das war der erste bekannte „Schrammel“-Harmonikaspieler. Von ihm sind mehrere sehr gute Quartettarrangements und eine Harmonikaschule erhalten.

In kürzester Zeit etablierte sich diese Besetzung (zwei Geigen, Harmonika, Kontragitarre) als Schrammel-Quartett und ist mit der dazugehörigen Schrammelmusik bis heute in Wien kammermusikalische Tradition.

Die Bassknopfkombinationen für Dur
Die Bassknopfkombinationen für Moll
Schrammelharmonika Diskant B-Griff alte Knopfanzahl, neuere haben um drei tiefe Töne mehr. (G-b'''), Schwebung 0.25Hz-6Hz.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtlicher Bericht über die Allgemeine Deutsche Gewerbe-Ausstellung zu Berlin im Jahre 1844, Band 3, K. Reimarus, 1845, S. 214–215. (online)
  2. Hartmut Berghoff: Zwischen Kleinstadt und Weltmarkt: Hohner und die Harmonika 1857–1961. Schöningh, Paderborn / München / Wien / Zürich 2006, ISBN 3-506-72984-5, S. 67.
  3. Lisl Waltner: Eine Wiener Knopfharmonika entsteht. Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie Universität für Musik und darstellende Kunst Wien 2014, ISBN 978-3-902153-03-6.
  4. C. Neumayer [1]: Wiener Firmenbuch für Industrie, Handel und Gewerbe: für das Jahr 1874. Hrsg.: C. Neumayer. Jahrgang 1874. Im Selbstverlage des Herausgebers Josefstadt Lerchenfelderstraße Nr 76, Wien 1874.
  5. A. Heinrich Secretär des nieder österreichischen Gewerbe Vereines: Handels Gewerbe Adressenbuch für die kk Reichshaupt und Residenzstadt Wien und die angrenzenden Ortschaften mit alphabetisch geordnetem Namens Register. In: [2]. Handels Gewerbe Adressenbuch für die kk Reichshaupt und Residenzstadt Wien und die angrenzenden Ortschaften mit alphabetisch geordnetem Namens Register 1863, 1863, abgerufen am 15. August 2018.
  6. B. F. Gottfried Sekretär und Expeditor des kaiserlich königlichen privilegirten Großhandlungs Gremiums: Handels und Gewerbe Adressenbuch österreichischen Monarchie. Hrsg.: Nieder-österreichischen Gewerbe Vereine. Jahrgang 1856, Nr. 13. Wien 1856, S. 163 ([ https://books.google.at/books?id=cslcAAAAcAAJ&dq=preis&hl=de&pg=PA163#v=onepage&q=preis&f=false]).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lisl Waltner: Eine Wiener Knopfharmonika entsteht. Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien 2014, ISBN 978-3-902153-03-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]