Schreufa

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Schreufa
Koordinaten: 51° 5′ 12″ N, 8° 47′ 55″ O
Höhe: 274 m ü. NHN
Fläche: 7,69 km² [LAGIS]
Einwohner: 1183 (2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 35066
Vorwahl: 06451
Schreufa von Süden
Schreufa von Süden

Schreufa ist eine Ortschaft etwa 3 km nördlich von Frankenberg (Eder) im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Hessen. Es ist heute ein Ortsteil von Frankenberg (Eder).

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wehr beim Fluss Nuhne in Schreufa

Schreufa liegt an der Nuhne, in die am nordwestlichen Ortsrand die Nienze einmündet. Unterhalb von Schreufa, am südöstlichen Ortsrand, mündet die Nuhne in die Eder. Zwischen etwa 1590 und etwa 1820 wurde bei Schreufa Kupfermergel abgebaut, vornehmlich wegen dessen Silbergehaltes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkkirche von Schreufa (1690)
Wettermuseum "Alte Schule" und Fachwerkkirche Schreufa

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort als „Scroufi“ in einer Urkunde aus dem Jahr 850. Weitere Erwähnung findet der Ort im Jahr 1016 und in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1107, als ein Graf Kunimund verschiedene Besitzungen, unter anderem bei Schreufa, an die Reichsabtei Hersfeld schenkte. Ursprünglich bestanden zwei Ortschaften, nämlich Ober- und Niederschreufa. 1576 wurde Niederschreufa zu einer Wüstung, als die letzten dortigen Bewohner nach Oberschreufa zogen. Oberhalb von Niederschreufa befand sich einst auch der Nuhnehof der Herren von Nona. Kirchlich war Schreufa ursprünglich eine Filiale von Geismar, danach von Viermünden, wo die Familie von Dersch Lehensbesitz hatte, so dass Schreufa zur Zeit der Reformation und auch noch im 17. Jahrhundert vom häufigen Konfessionswechsel der Familie Dersch und deren Willkür betroffen war, wenngleich den Dersch das Patronatsrecht in Schreufa auch versagt blieb. Aufgrund eines Rechtsstreits trat die Mehrzahl der Schreufaer Hausväter 1685 zur reformierten Religion über. 1690 erbaute die reformierte Gemeinde als Filialgemeinde von Frankenberg die heute noch erhaltene Kirche in Schreufa, während die zahlenmäßig geringeren Lutheraner die alte Butzkirche zwischen Schreufa und Sachsenberg (abgerissen 1817) zugesprochen bekamen.

Wenige Kilometer nördlich von Schreufa im Tal der Nuhne stiftete Konrad von Itter im Jahre 1242 das Nonnenkloster Butzebach, in einem abgelegenen Waldstück, dem sogenannten „Butzebach“. Schon 1249 wurde das Kloster jedoch vor die Tore der 1233/1234 vom hessischen Landgrafen Konrad von Thüringen gegründeten Stadt Frankenberg verlegt, an die Stelle der Wüstung Hadebrandsdorf.

Am 31. Dezember 1970 wurde Schreufa in die Stadt Frankenberg (Eder) (damalige Schreibweise Frankenberg-Eder) eingegliedert.[2]

Im Jahre 2000 beging der Ort mit einer Festwoche seine 1150-Jahr-Feier.

Die alte Dorfschule in Schreufa wurde in ehrenamtlicher Arbeit mustergültig saniert und zum "Wettermuseum Alte Schule Schreufa" und Dorftreffpunkt für kulturelle Veranstaltungen umgestaltet. Das Museum zeigt Erinnerungsstücke an Conrad Liese, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Lehrer in Schreufa war und sich sehr darum bemühte, Elemente der Wetterkunde in den Schulunterricht einzubeziehen. Im Jahr 2016 wurde das Museum eröffnet.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeitig ist Ortsvorsteher Henning Scheele

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schreufa sorgt die Freiwillige Feuerwehr für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe. Im sportlichen Bereich besteht ein 1925 als TSV 1925 Viermünden gegründeter und 1977 in „TSV Viermünden/Schreufa e.V.“ umbenannter Sportverein. Ferner besteht ein Landfrauenverein. Der Männergesangverein fusionierte im Januar 2015 mit dem MGV Frankenberg zur „Liedertafel Frankenberg 1902/Schreufa 1875“. Des Weiteren existiert ein Schützenverein, der seine Schießanlage in der Gaststätte zur Mühle hat. In der jüngsten Vergangenheit gegründet wurden der Elternverein „Nuhne-Gänse“ und die Theatergruppe "GanS anders" Schreufa.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Schreufa lag außerhalb des Ortes an der Bahnstrecke Korbach-Marburg. Inzwischen ist er nicht mehr in Betrieb. Nächstgelegene Station ist Frankenberg-Goßberg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einblicke in die Geschichte Schreufas, Schreufa 1990

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Zahlen, Daten, Fakten“ im Internetauftritt der Stadt Frankenberg, abgerufen im Juli 2016.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 389.
  3. Wettermuseum Schreufa

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schreufa – Sammlung von Bildern