Schreyahn

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Schreyahn
Koordinaten: 52° 56′ 12″ N, 11° 4′ 25″ O
Höhe: 22 m ü. NN
Postleitzahl: 29462
Vorwahl: 05843
Schreyahn (Landkreis Lüchow-Dannenberg)
Schreyahn

Lage von Schreyahn in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Künstlerhof Schreyahn

Schreyahn im Süden des niedersächsischen Landkreises Lüchow-Dannenberg ist ein Teilort der Stadt Wustrow (Wendland).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rundlingsdorf liegt im Wendland etwa acht Kilometer südwestlich der Kreisstadt Lüchow (Wendland), etwa sieben Kilometer östlich von Clenze und circa drei Kilometer westlich der Kernstadt Wustrow.

Nachbarort im Norden ist Lensian, dessen Rundlingsform bereits in früheren Jahrhunderten eine durchschneidende Straße störte. Südlich von Schreyahn, etwas einen Kilometer entfernt, liegt das Dorf Nauden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schreyahn wurde als Screy oder Screye erstmals um das Jahr 1360 erwähnt.[1]

Für das Jahr 1848 wird angegeben, dass Schreyahn 25 Wohngebäude hatte, in denen 140 Einwohner lebten.[2] Eingepfarrt war der Ort zu der Zeit nach Satemin.[2] Am 1. Dezember 1910 hatte Schreyahn 134 Einwohner.[3]

Nahe dem noch heute landwirtschaftlich geprägten Ort gab es mit dem Schacht Rudolph ein Kali-Bergwerk, das nach dreijährigem Aufschluss im Sommer 1908 den Betrieb aufnahm. Da die Ausbeute nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr rentabel war, wurde es am 12. Juni 1926 offiziell stillgelegt.[4]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in das Rundlingsdorf, 1904
Etwa dieselbe Perspektive, 2012

Schreyahn gilt mit seinen zehn Vierständerbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit abwechslungsreich gezimmerten Giebelgliederungen als eines der am besten erhaltenen Rundlingsdörfer im Wendland. Es ist mehrfach im niedersächsischen Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ zum Sieger erklärt worden. Das imposante Fachwerksgebäude der Gaststätte am Ortseingang stammt ebenso wie die beiden noch erhaltenen Wohnhäuser am Weg nach Wustrow aus dem frühen 20. Jahrhundert, als die örtliche Kaliindustrie für Wohlstand sorgte.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schreyahn wird vom Land Niedersachsen seit 1979 eine Stipendiatenstätte Künstlerhof Schreyahn betrieben, in der Künstler aus Musik und Literatur zeitlich befristet als Stipendiaten wohnen können. Angeboten werden für Schriftsteller und Komponisten drei-, sechs- oder neunmonatige Stipendienaufenthalte.

Bis zum Jahr 2007 fand in Schreyahn jährlich im September das Literatur- und Musik-Festival Schreyahner Herbst statt.

Schreyahn ist regelmäßig auch Veranstaltungsort bei der Kulturellen Landpartie und beim Lüchow-Dannenberger Bücherfrühling.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßig brütet ein Storchenpaar auf dem Dach eines Schreyahner Hauses. Wenige hundert Meter südöstlich von Schreyahn liegt das 25 Hektar große Naturschutzgebiet Salzfloragebiet bei Schreyahn.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schreyahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ortsteile/Dörfer. Samtgemeinde Lüchow (Wendland), abgerufen am 9. Dezember 2018.
  2. a b Friedrich W. Harseim (Hrsg.): Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. 1848, S. 458 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. In: www.gemeindeverzeichnis.de. Abgerufen am 23. Februar 2021.
  4. Ulrich Brohm, Elke Meyer-Hoos: Kali und Leinen: Industrialisierungsansätze im Raum Wustrow 1874 bis 1928. November 2005.