Schrozberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schrozberg
Schrozberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schrozberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 21′ N, 9° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Schwäbisch Hall
Höhe: 455 m ü. NHN
Fläche: 105,21 km²
Einwohner: 5669 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74575
Vorwahlen: 07935, 07936, 07939
Kfz-Kennzeichen: SHA, CR
Gemeindeschlüssel: 08 1 27 075
Adresse der
Stadtverwaltung:
Krailshausener Straße 15
74575 Schrozberg
Webpräsenz: www.stadt-schrozberg.de
Bürgermeister: Jacqueline Förderer
Lage der Stadt Schrozberg im Landkreis Schwäbisch Hall
Bayern Hohenlohekreis Landkreis Heilbronn Main-Tauber-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis Ostalbkreis Rems-Murr-Kreis Blaufelden Braunsbach Bühlertann Bühlerzell Bühlerzell Crailsheim Fichtenau Fichtenberg Frankenhardt Gaildorf Gerabronn Ilshofen Ilshofen Kirchberg an der Jagst Kreßberg Langenburg Mainhardt Michelbach an der Bilz Michelfeld Oberrot Obersontheim Rosengarten (Landkreis Schwäbisch Hall) Rot am See Satteldorf Schrozberg Schwäbisch Hall Stimpfach Sulzbach-Laufen Untermünkheim Vellberg Wallhausen (Württemberg) WolpertshausenKarte
Über dieses Bild

Schrozberg ist eine Stadt im Landkreis Schwäbisch Hall im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schrozberg liegt auf der Hohenloher Ebene am Oberlauf des Vorbachs und ist die nördlichste Gemeinde im Landkreis Schwäbisch Hall.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Westen an Mulfingen im Hohenlohekreis, im Norden an die Städte Niederstetten und Creglingen im Main-Tauber-Kreis, im Osten an die bayerische Stadt Rothenburg ob der Tauber im Landkreis Ansbach und im Süden an Blaufelden.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Schrozberg besteht aus sieben ehemals selbstständigen Gemeinden, heute Stadtteilen, und umfasst neben der Kernstadt Schrozberg 53 Dörfer, Weiler, Höfe und Einzelhäuser. Darüber hinaus gibt es im Gemeindegebiet von Schrozberg einige Wüstungen, das heißt heute nicht mehr bestehende Siedlungen.[2]

Die Stadtteile und ihre Siedlungen:

Bartenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • die ehemalige Residenzstadt Bartenstein mit Schloss
  • der Weiler Klopfhof
  • das Gehöft Wengertshof
  • die Wüstung Maisenwinkel

Ettenhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • das Dorf Ettenhausen,
  • die Weiler Ganertshausen, Hirschbronn, Mäusberg und Wittmersklingen
  • die Wohnplätze Mittelmühle und Walkersmühle
  • die Wüstung Höfleinswiesen

Leuzendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • das Dorf Leuzendorf
  • die Weiler Bossendorf, Funkstatt, Gemmhagen, Hechelein, Kleinbärenweiler, Spindelbach, Standorf, Windisch-Bockenfeld und Wolfskreut

Riedbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • das Dorf Riedbach
  • die Weiler Eichholz, Eichswiesen, Gütbach, Heuchlingen, Hornungshof und Reichertswiesen
  • die Wohnplätze Fallhaus und Zollhaus
  • die Wüstungen Burg Altbartenstein, Burg Eichholz, Leopoldsweiler und Speckhartshof

Schmalfelden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • das Dorf Schmalfelden
  • die Weiler Großbärenweiler, Lindlein und Speckheim
  • die Wüstungen Deutenhofen, Flinshof, Konnenweiler, Ringertsweiler und Ruthmannsrot

Schrozberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • die Stadt Schrozberg
  • die Weiler Kälberbach, Könbronn, Krailshausen, Kreuzfeld, Reupoldsrot, Sigisweiler und Zell
  • die Wohnplätze Berghaus, Obere Mühle und Schrozberg im Tal
  • die Wüstungen Murrental, Ölmüschel, Steinrugel und Untere Mühle

Spielbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • das Dorf Spielbach
  • die Weiler Böhmweiler, Bovenzenweiler (Bonifaziusweiler), Enzenweiler, Heiligenbronn, Hummertsweiler, Obereichenrot und Untereichenrot
  • die Höfe Keitelhof und Schöngras.
  • die Wüstungen Molkenbiegel und Seehöfle (Fischhaus)

Wappen der ehemaligen Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bartenstein
Bartenstein
Ettenhausen
Ettenhausen
Leuzendorf
Leuzendorf
Riedbach
Riedbach
Schmalfelden
Schmalfelden
Spielbach
Spielbach

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel zur Stadterhebung

Der Ort Schrozberg wurde erstmals 1249 urkundlich erwähnt. Bartenstein war seit 1686 Residenzstadt der Grafschaft und des späteren Fürstentums Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein. Zwischen 1500 und 1806 war Hohenlohe ein Teil des Fränkischen Reichskreises, somit auch Schrozberg. Die heutige Stadt Schrozberg entstand im Zuge der Verwaltungsreform in Baden-Württemberg durch mehrere Eingemeindungen. Am 1. Januar 1972 wurden zunächst Riedbach und Schmalfelden eingemeindet, am 1. April 1972 folgte Spielbach. Am 1. Januar 1973 wurde dann neben Leuzendorf auch die Stadt Bartenstein eingemeindet, woraufhin die Gemeinde Schrozberg selbst zur Stadt erhoben wurde. Am 1. Januar 1974 erfolgte noch die Eingemeindung von Ettenhausen.

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Der Weiler Windisch-Bockenfeld gehört mit seinem Namenszusatz Windisch zu den westlichsten Orten, deren Name auf eine frühmittelalterliche slawische Besiedelung hindeutet. Auch der Name von Böhmweiler (4 km nördlich und etwas östlich) lässt eine slawische Vergangenheit vermuten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Schrozberg

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl vom 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:[4]

Partei Liste Stimmenanteil G/V Sitze G/V
CDU 32,5 % + 1,2 8 − 1
SPD 13,6 % + 1,0 3 ± 0
FWV 40,6 % + 0,7 9 − 3
Wahlgemeinschaft für Jedermann 13,4 % − 2,7 3 − 1
G/V = Gewinne oder Verluste im Vergleich zur vorigen Wahl 2009

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Philipp Ernst Wolf (geb. am 8. April 1798) vom Dezember 1835 bis 2. Mai 1867
  • Johann Paul Dallinger (geb. am 28. Juni 1883, verst. am 9. April 1900) vom 2. Mai 1867 bis 9. April 1900
  • Friedrich Scheuermann (geb. am 28. März 1866) vom 26. Mai 1900 bis 15. August 1917
  • Friedrich Gottert (geb. am 19. Februar 1882) vom 15. Dezember 1917 bis 31. Dezember 1927
  • Wilhelm Hirschburger (geb. am 27. Oktober 1901) vom 2. Januar 1928 bis 1945
  • Max Kunert (geb. am 3. September 1905, verst. am 5. Februar 1946) von 1945 bis 5. Februar 1946
  • Rudolf Neu (geb. am 9. Mai 1921, verst. am 27. September 2011) vom 30. März 1946 bis 21. Februar 1986
  • Klemens Izsak (geb. am 14. Dezember 1954) vom 1. März 1986 bis 30. Juni 2016
  • Jacqueline Förderer (geb. 1988) seit 1. Juli 2016

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Gold über einem grünen Berg eine blaue Kornblume.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Schrozberg

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Schrozberg
Im Hauptort selbst ist das über mehrere Jahrhunderte entstandene Schloss Schrozberg sehenswert. Das Schloss ist heute Sitz der Stadtverwaltung Schrozberg. Weiterhin beherbergt es einen Veranstaltungssaal, die Stadtbücherei sowie gewerblich genutzte Räume.

Evangelische Kirche Schrozberg
Die evangelische Kirche wurde in den Jahren 1614 bis 1618 erbaut. Der Innenraum ist mit einem schwarzweißen und dreidimensional wirkenden Roll- und Beschlagwerk aus der Renaissancezeit ausgemalt. Dabei handelt es sich in großen Teilen um die ursprüngliche Ausmalung, die bei einer Innenrenovierung 1961/1962 wieder freigelegt, teilweise auch ergänzt und rekonstruiert wurde.

Epitaph von Christian Ludwig Moritz von Hohenlohe. Am Bildrand ist das Roll- und Beschlagwerk erkennbar

In der Kirche befinden sich sechs Epitaphe der Herren von Berlichingen und des Hauses Hohenlohe, die überwiegend noch aus der Vorgängerkirche stammen. Weiterhin verfügt die Kirche über eine denkmalgeschützte, 1962 von Helmut Bornefeld entworfene und durch die Gebrüder Link erbaute Orgel in einem historischen Prospekt von Johann Anton Ehrlich aus dem Jahr 1779.

Orgel in der evangelischen Kirche Schrozberg


Schrozburg
Am Ortsrand befinden sich Reste der ehemaligen Schrozburg.

Bartenstein
Der Teilort Bartenstein ist in Deutschland ein einmaliges Beispiel einer geplanten, rein barocken Kleinresidenz, bestehend aus der historischen Stadtanlage mit dem Schloss der Fürsten zu Hohenlohe-Bartenstein.

Riedbach
Bei dem Stadtteil Riedbach befinden sich auf einem Bergsporn noch geringe Reste der mittelalterlichen Burg Alt-Bartenstein und an der Riedbacher Straße Reste der Burg Riedbach.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zu erwähnen ist das alljährlich im Juli stattfindende traditionelle Jacobifest.
  • Rund um das Schloss findet immer am dritten Adventswochenende der Weihnachtsmarkt statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schrozberg ist über die Bundesstraße 290 (TauberbischofsheimWesthausen) und mehrere Landes- und Kreisstraßen an das Straßennetz angebunden. Außerdem liegt die Stadt an der eingleisigen Taubertalbahn von Crailsheim nach Wertheim. Im Stunden-Takt verkehren die Züge nach Aschaffenburg und Crailsheim. Bei dem Eisenbahnunfall von Schrozberg, einem Zusammenstoß zweier Personenzüge auf dieser Bahnstrecke nahe Schrozberg, wurden am 11. Juni 2003 sechs Menschen getötet, 25 weitere verletzt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schrozberg ist das Automobil-Zulieferunternehmen Koninklijke Nedschroef Holding B.V. (vormals Whitesell Germany GmbH & Co. KG, Ruia Global Fasteners und zuvor Acument, ursprünglich SÜKOSIM) mit einem Produktionsstandort vertreten. Dort werden hauptsächlich Muttern für den Kraftfahrzeugbereich hergestellt.

Die in Schrozberg ansässige Molkereigenossenschaft Hohenlohe-Franken eG stellt mit dem Markennamen Schrozberg aus Biomilch in Demeterqualität eine große Anzahl an Milchprodukten her.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht die Grund-, Haupt- und Realschule mit Werkrealschule Schrozberg mit etwa 670 Schülern.

In der Stadtbücherei können neben Büchern auch Zeitschriften, Hörbücher, DVDs und CDs ausgeliehen werden. Der Medienbestand umfasst 8.600 Medien; 2012 wurden 24.000 Ausleihen erreicht.[5]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Schrozberg besteht aus den sieben Abteilungen Schrozberg, Bartenstein, Ettenhausen, Leuzendorf, Riedbach, Schmalfelden und Spielbach. Rund 170 Feuerwehrleute sind in den Abteilungen aktiv. Außerdem gibt es eine Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie eine Altersabteilung.

Der Turn- und Sportverein TSV Schrozberg wurde 1864 als Turngemeinde Schrozberg gegründet und besteht heute aus den Abteilungen Fußball, Leichtathletik, Turnen, Tischtennis, Tennis, Badminton und Volleyball.

Der Gesangverein Liederkranz Schrozberg wurde 1856 gegründet und besteht momentan aus zwei Chören: dem seit dem Gründungsjahr bestehenden Männerchor sowie dem zu einem späteren Zeitpunkt gegründeten Gemischten Chor, der gleichzeitig Kirchenchor der evangelischen Kirchengemeinde ist. Der Liederkranz unterhält seit 1992 eine Chorpartnerschaft mit dem französischen Chorale du Trion aus der Nähe von Le Mans.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Gemarkung der Gemeinde befindet sich das Fuchslabyrinth, die viertlängste Höhle Deutschlands.[6]

Von Juli 1947 bis 1953 befand sich die Württembergische Landwirtschaftliche Genossenschaftsschule in Schrozberg. Sie war der Vorläufer der heutigen Geno-Akademie (Bildungszentrum des Württembergischen Genossenschaftsverbands) in Stuttgart-Hohenheim. Die Schule wurde auf Initiative des damaligen Verbandspräsidenten Eugen Grimminger eröffnet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Kellermann
  • Rudolf Neu

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jakob Hüfner (1875–1968), wohnte und starb in Bartenstein, Konstrukteur und Erfinder

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 750 Jahre Schrozberg. Stadt Schrozberg, Schrozberg 1999, ISBN 3-00-004713-1 (Veröffentlichungen zur Ortsgeschichte und Heimatkunde in Württembergisch Franken. Band 15).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schrozberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 524–532
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Schrozberg.
  4. www.statistik.baden-wuerttemberg.de und CDU Schrozberg
  5. gem. Deutscher Bibliotheksstatistik
  6. Statistik der Arbeitsgemeinschaft Höhle & Karst Grabenstetten e.V.