Schuders

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Schuders
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Prättigau-Davos
Kreis: Schiers
Gemeinde: Schiersi2w1
Postleitzahl: 7228
Koordinaten: 774952 / 20707646.9916659.7388941272Koordinaten: 46° 59′ 30″ N, 9° 44′ 20″ O; CH1903: 774952 / 207076
Höhe: 1'272 m ü. M.
Karte
Schuders (Schweiz)
Schuders
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Schuders, im Ortsdialekt Schuudersch [ˈʃuːdərʃ] ausgesprochen, ist ein walserisches, als Hangsiedlung angelegtes Dorf in 1272 m Höhe im bündnerischen Prättigau.

Verwaltung[Bearbeiten]

Seit 1878 gehört Schuders politisch zu der Vorderprättigauer Zentrumsgemeinde Schiers.

Geographie und Geologie[Bearbeiten]

Salginatobelbrücke

Von Schiers aus ist Schuders über eine kurvenreiche Strasse erreichbar, welche die 1930 von Robert Maillart konstruierte Salginatobelbrücke passiert.

Schuders im Winter, Aquarell von 1918

Bei Schuders befindet sich mit einer Breite von 1200 m und einer Höhe von 600 m eines der grössten Rutschgebiete der Alpen. Nachdem schon 1887/88 ein ganzer Teil des Dorfes infolge Schieferrutschungen aufgegeben werden musste, zeigten sich ab 1910 erneute Rutschungen, die 1935 in raschere Bewegungen mündeten und neue, bislang nicht betroffene Gebiete mit einbezogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die erst 1928–1934 erbaute Strasse mehrmals verlegt werden, und um 1960 war ein Drittel des einst landwirtschaftlich genutzten Bodens verloren. Die mittlere Geschwindigkeit der Rutschungsbewegung im eigentlichen Rutschgebiet betrug im Zeitraum zwischen 1942 und 1964 184 cm pro Jahr. 1956/57 wurde erwogen, alle Einwohner umzusiedeln, doch ab 1960 stabilisierten sich die Hänge wieder.

Geschichte[Bearbeiten]

Ersturkundlich bezeugt ist das Dorf 1256 als «Schuder». Bis 1851 unterstanden die Ländereien rund um die Siedlung dem Domkapitel in Chur, während Schuders selbst eine eigenständige Nachbarschaft in Anlehnung an die Gerichtsgemeinde Schiers bildete.

Kirche[Bearbeiten]

Schuders, das seit 1508 im Besitz einer eigenen Dorfkirche ist, nahm 1593 die Reformation an. Die reformierte Kirche Schuders ist eine ehemalige Knappenkapelle. Lange Zeit von einem eigenen Pfarrer betreut, steht Schuders heute in wechselnden Pastorationsgemeinschaften mit anderen Prättigauer Kirchgemeinden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Früher eine Bergbaugemeinde, lebt Schuders heute von der Landwirtschaft und dem Sommertourismus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Clavuot: Schuders im Historischen Lexikon der Schweiz
  • Josias G. Flury, Markus Weidmann: Ein Tal in Bewegung. Erosion, Wald und Bachverbau im Schraubachtal (Prättigau, GR), hg. vom Bündner Forstdienst, 2., überarbeitete Ausgabe Chur 2005 (Faktenblatt 1).