Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr

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Schule für Feldjäger
und Stabsdienst der Bundeswehr
— SFJg/StDstBw —
SFJg-StDstBw.jpg
Verbandsabzeichen
Aufstellung 1956
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Militärischer Organisationsbereich Bundeswehr Logo Streitkraeftebasis with lettering.svg Streitkräftebasis
Typ Streitkräftegemeinsame Ausbildung
Unterstellung Wappen KdoFJgBw.jpg Kommando Feldjäger der Bundeswehr
Standort Sonthofen (1956–2009)
Hannover (seit 2009)
Kommandeur
Kommandeur Oberst Dirk Waldau
Feldjägerschule in der Emmich-Cambrai-Kaserne in Hannover

Die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr (SFJg/StDstBw) ist eine Ausbildungseinrichtung der Streitkräftebasis (ehemals Schule des Heeres). Nachdem sie über fünfzig Jahre in Sonthofen stationiert gewesen war befindet sie sich seit 2009 in Hannover. Es findet hier insbesondere die Ausbildung des Feldjägerwesens und des Stabsdienstes statt.

Auftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie bildet seit 1. Juli 2009 im Rahmen der zentralen streitkräftegemeinsame Stabsdienstausbildung Soldaten aus, die in Stabsfunktionen eingesetzt sind oder eingesetzt werden sollen. Darunter fallen beispielsweise die Lehrgänge „Personalstabsoffizier/Personaloffizier der Streitkräfte“, „Kompaniefeldwebel der Streitkräfte“, „Personalunteroffizier der Streitkräfte“, „Stabsdienstsoldat der Streitkräfte“ und andere. Außerdem werden an dieser Ausbildungseinrichtung die Feldjäger (Militärpolizei) der Bundeswehr ausgebildet.

Zur Durchführung ihres Lehrauftrags verfügt die Schule neben dem Übungszentrum der Feldjäger über zwei Lehrgruppen. In der Lehrgruppe A werden Laufbahnlehrgänge, Verwendungs- und Weiterbildungslehrgänge für Offiziere und Unteroffiziere der Feldjägertruppe durchgeführt. In der Lehrgruppe B werden Fach- und Verwendungslehrgänge für Soldaten aller Dienstgradgruppen der Streitkräftebasis, des Heeres und des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr angeboten. Ferner werden Lehrgänge auf dem Gebiet Alarmierung und Mobilmachung angeboten und Offizieranwärter des Militärfachlichen Dienstes zum Stabsmanager ausgebildet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Standort der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr in der Generaloberst-Beck-Kaserne in Sonthofen

Gemäß Aufstellungsbefehl des Bundesministeriums für Verteidigung vom 7. Juni 1956 wurde die Feldjägerschule am 23. Juni 1956 in Sonthofen im Allgäu aufgestellt.[1] 1959 wurde ein Lehrgang zur Führung gemischter Verbände eingerichtet. 1972 erfolgte die Erweiterung der Schule um den Stabsdienst. 1975 wurde die Schule um die Fachschule des Heeres für Wirtschaft erweitert und in Schule für Feldjäger und Stabsdienst und Fachschule des Heeres für Wirtschaft (SFJg/StDst/FAKWiH) umbenannt.[1] Ein Jahr später folgte eine erneute Umbenennung: Schule für Feldjäger und Stabsdienst und Fachakademie des Heeres für Wirtschaft.[1] Von 1975 bis 1982 verfügte sie über eine dritte Lehrgruppe, in der Fachlehrgänge Betriebswirtschaft durchgeführt wurden. 1978 wurde an der Schule eine erste NATO-Tagung abgehalten.

Nach der Verlegung der Fachakademie des Heeres für Wirtschaft nach Darmstadt wurde die Schule in Schule für Feldjäger und Stabsdienst umbenannt.[1] 1991 wurden neue Internatsgebäude eingeweiht. 1992 ging man eine Partnerschaft mit der Ecole D’application Du Train in Tours ein.[1] 2001/02 wurden die Feldjägertruppe und die Schule vom Heer (unterstand dem Heeresamt) in die Streitkräftebasis überführt und 2003 in Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr (SFJg/StDstBw) umbenannt.[2] 2006 wurden erste Lehrgänge für Zivil-militärische Zusammenarbeit eingeführt.[2] Seit dem 20. Februar 2013 untersteht die Schule dem Kommando Feldjäger der Bundeswehr (KdoFJgBw) in Hannover.

Bis zu dem Umzug im Jahr 2009 in die Emmich-Cambrai-Kaserne, der früheren Heeresoffizierschule I bzw. später der Offizierschule des Heeres, in Hannover war die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr 53 Jahre lang in Sonthofen in der Generaloberst-Beck-Kaserne (GOB) untergebracht.[3]

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Verbandsabzeichen als Schule des Heeres

Von 1998 bis 2002 war der Schulkommandeur zugleich General der Feldjägertruppe.[4]

  • Oberst Julius Wölfinger (1956–1958)
  • Oberst Helmuth Ballhorn (1958–1963)
  • Oberst Werner Elfering (1963–1967)
  • Oberst Erwin Koch (1967–1970)
  • Oberst Ernst Ross (1970–1974)
  • Oberst Wigbert Hackenbuchner (1974–1977)
  • Oberst Helmut Meitzel (1977–1979)
  • Oberst Günther Wohlgemuth (1979–1984)
  • Oberst Oskar Ritter von Waechter (1984–1988)
  • Oberst Siegfried Schlolaut (1988–1993)
  • Oberst Reinhard Herzog (1993–2000)
  • Oberst Götz-Dieter Helms (2000–2002)
  • Oberst Detlef-Holger Müller (2002–2008)
  • Oberst Hubert Katz (2008–2013)
  • Oberst Eckart Keller (2013–2016)
  • Oberst Dirk Waldau (seit 2016)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf-Günter Stein, Enrico Döring (Red.): 50 Jahre Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr: Festschrift: 50 Jahre Generaloberst Beck-Kaserne. Hrsg. durch die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr, WEKA-Info-Verlag, Mering 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Rolf-Günter Stein, Enrico Döring (Red.): 50 Jahre Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr: Festschrift: 50 Jahre Generaloberst Beck-Kaserne. Hrsg. durch die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr, WEKA-Info-Verlag, Mering 2006, S. 17.
  2. a b Rolf-Günter Stein, Enrico Döring (Red.): 50 Jahre Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr: Festschrift: 50 Jahre Generaloberst Beck-Kaserne. Hrsg. durch die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr, WEKA-Info-Verlag, Mering 2006, S. 18.
  3. Vivien-Marie Drews: Neue Feldjägerschule in Hannover nimmt den Betrieb auf. HAZ. 18. Oktober 2009.
  4. Rolf-Günter Stein, Enrico Döring (Red.): 50 Jahre Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr: Festschrift: 50 Jahre Generaloberst Beck-Kaserne. Hrsg. durch die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr, WEKA-Info-Verlag, Mering 2006, S. 14.

Koordinaten: 52° 25′ 25″ N, 9° 44′ 18″ O