Schulenberg im Oberharz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.83611111111110.435490Koordinaten: 51° 50′ 10″ N, 10° 26′ 6″ O

Schulenberg im Oberharz
Berg- und Universitätsstadt
Clausthal-Zellerfeld
Wappen von Schulenberg im Oberharz
Höhe: 490 m ü. NHN
Fläche: 1,75 km²
Einwohner: 285 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 163 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahlen: 38707, 38678 (Oberschulenberg)
Vorwahlen: 05323, 05329
Schulenberg im Oberharz (Niedersachsen)
Schulenberg im Oberharz

Lage von Schulenberg im Oberharz in Niedersachsen

Schulenberg im Oberharz ist ein Ort der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld im Harz im niedersächsischen Landkreis Goslar. Von 1972 bis 2014 gehörte die ehemals eigenständige Gemeinde der Samtgemeinde Oberharz an. Seit 2015 ist Schulenberg im Oberharz zusammen mit der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld, der Bergstadt Altenau und der Bergstadt Wildemann Teil der neu gebildeten Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld.[1] Seitdem bilden Schulenberg im Oberharz und die Bergstadt Altenau eine gemeinsame Ortschaft Altenau-Schulenberg im Oberharz mit nur einem Ortsrat.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Schulenberg liegt im Oberharz im Naturpark Harz. Sein Kernort befindet sich etwa 8 km (Luftlinie) südlich der Kernstadt von Goslar, westlich oberhalb der Okertalsperre auf etwa 450 bis 505 m ü. NN. Höchste Erhebung der näheren Umgebung ist die Schalke (ca. 762 m). In Richtung Nordwesten leitet die Landschaft über den Kleinen Wiesenberg (512,5 m) zum Großen Wiesenberg (645,4 m) über. Südwestlich von Schulenberg mündet der Riesenbach in den von der Schalke gespeisten Arm des Stausees.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Da Schulenberg von allen Seiten vom gemeindefreien Gebiet Harz umschlossen ist, hat es keine unmittelbar angrenzenden Nachbarorte. In westlicher Richtung liegt Clausthal-Zellerfeld. Südlich der Okertalsperre liegt die Bergstadt Altenau, und die Stadt Goslar befindet sich mit deren Ortsteil Oker am Nordausgang des Okertals.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Zu Schulenberg im Oberharz gehören die westlich des Kernorts gelegenen kleinen Siedlungen Mittelschulenberg, Oberschulenberg und Festenburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das frühere Schulenberg war eine ehemalige Bergbau- und Hüttensiedlung aus dem 16. Jahrhundert. Der Ort gliederte sich in die Ortsteile Ober-, Mittel und Unterschulenberg.[3] Etwas oberhalb des Ortes befanden sich die Gruben des Schulenberger Reviers, gefördert wurde vor allem Silber, Kupfer und Blei. Mit der Aufgabe der Gruben, die letzte und ergiebigste war die Grube Juliane Sophia im Jahr 1904, lag der Hauptwirtschaftszweig von Schulenberg im Holzbau. Die Waldarbeitersiedlung wurde schließlich 1954 verlassen und die Gebäude bis auf die Grundmauern abgerissen, um der neu erbauten Okertalsperre Platz zu machen. Die Bürger fanden westlich ihrer alten Wohnstätte auf dem Kleinen Wiesenberg ein neues Zuhause. Dort entstand das heutige Schulenberg, zirka 60 Meter über dem Stausee gelegen. Von 1956 an wurde die Okertalsperre dann geflutet. Der Status eines Luftkurortes wurde Ende 2010 aufgegeben.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung

Schulenberg im Oberharz ist die nach Fläche und nach Einwohnern kleinste Gemeinde des Landes Niedersachsen.

Jahr Einwohner
1821 143
1848 262
1871 268
1885 282
1905 286
1925 253
Jahr Einwohner
1933 247
1939 246
1946 367
1950 407
1956 297
1961 342
Jahr Einwohner
1968 523
1970 453
1975 518
1980 502
1985 432
1990 380
Jahr Einwohner
1995 363
2000 338
2005 305
2010 290
2013 285

(Ab 1968: Stand jeweils zum 31. Dezember)[5]

Politik[Bearbeiten]

Okertalsperre mit Schulenberg

Der Rat der Gemeinde Schulenberg im Oberharz setzte sich nach der Kommunalwahl vom 11. September 2011 zusammen aus:[6]

Zwei der sieben Sitze blieben unbesetzt. Die SPD erhielt 100 % der gültigen Stimmen, da nur sie zur Gemeinderatswahl antrat. Ihre Liste umfasste jedoch nur fünf Bewerber.

Seit der Eingemeindung bildet der Ortsteil Altenau zusammen mit Schulenberg im Oberharz die Ortschaft Bergstadt Altenau-Schulenberg im Oberharz mit einen gemeinsamen Ortsrat. Dieser wurde am 26. April 2015 erstmals gewählt.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister war Detlef Henke.

Wappen[Bearbeiten]

Das Schulenberger Wappen zeigt unterhalb einer blauen, konkav geformten Fläche ein 12-endiges, blaues Geweih auf goldenem Grund.

Religion[Bearbeiten]

In Schulenberg befindet sich die evangelisch-lutherische St.-Petrus-Kapelle, sie wurde 1956 errichtet und gehört zur Kapellengemeinde Schulenberg im Kirchenkreis Harzer Land.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Okertalsperre mit Brücken der L 517 (links) und B 498 (mittig)

Sport[Bearbeiten]

Auf der Okertalsperre können Sportler segeln, surfen, Kanutouren unternehmen, schwimmen und Tretboot fahren. Im Ort kann man Tennis spielen, in einer Übungsanlage Golfen, zudem Klettern und Wandern. Auf dem Großen Wiesenberg finden Mountainbiker (Bike-Alpinum) und Wintersportler (Ski-Alpinum) mit zwei Schleppliften[7] gute Möglichkeiten, Skilangläufer finden in der gesamten Region ein weitläufiges Loipennetz.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Östlich von Schulenberg verläuft die Landesstraße 517, die am Okerstausee von der Bundesstraße 498 abzweigt und von dort erst vorbei an Schulenberg und dann an den Ortsteilen Mittel- und Oberschulenberg etwa in Richtung Südwesten nach Clausthal-Zellerfeld führt; dorthin besteht eine Busverbindung. Von der Landesstraße 517 ist Schulenberg von zwei Seiten aus über die Kreisstraße 71, im Ort Wiesenbergstraße genannt, zu erreichen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Haus Schulenberg ist ein Bildungszentrum der Volkswagen AG, es verfügt über 101 Gästebetten. 1964 wurde es als Erholungsheim für Volkswagen-Mitarbeiter in Betrieb genommen und von 1983 bis 1985 zum Bildungszentrum umgestaltet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schulenberg im Oberharz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesetz über die Neubildung der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld, Landkreis Goslar vom 22. Oktober 2014. In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr.  21 vom 30. Oktober 2014
  2. http://www.samtgemeinde-oberharz.de/media/custom/219_6073_1.PDF?1411718155
  3. Schauplätze der Umweltgeschichte: Werkstattbericht, Bernd Herrmann und Christine Dahlke, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek, Seite 95 online unter [1]
  4. Niedersächsischer Landtag, 16. Wahlperiode, Drucksache 16/3359: Kleine Anfrage Welchen Stellenwert haben Prädikate wie „staatlich anerkannter Luftkurort“ speziell für den Heidetourismus und die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen? (PDF; 102 kB), abgerufen am 23. März 2011
  5. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen. Abgerufen am 19. Mai 2013.
  6. http://www.samtgemeinde-oberharz.de/media/custom/219_4633_1.PDF
  7. Ski-Alpinum Schulenberg bei bergfex.de