Schulunterricht

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Unterricht im 15. Jahrhundert; Mönch und Schüler
Unterricht in der 1. Klasse, 1949

Schulunterricht nennt man Unterricht an einer Schule – eine Organisationsform von Lehrveranstaltungen, die einen Austausch von Wissen, Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, also das Lernen ermöglichen soll.

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterricht soll einen Lernzuwachs bewirken und erfolgt daher in der Regel strukturiert und mit verschiedenen Methoden (siehe Liste der Unterrichtsmethoden). Ein geschickter Einsatz und Wechsel der Methoden soll zu einem besseren Lernerfolg der Schüler führen, durch einen Wechsel soll der Unterricht abwechslungsreicher und es sollen unterschiedliche Lerntypen angesprochen werden (siehe: Heterogenität).

Der Unterricht muss nicht unbedingt vom Lehrer geleitet werden, sondern kann auch in darauf trainierten Klassen von den Schülern selbst vorbereitet und durchgeführt werden (OU = Offener Unterricht, LdL = Lernen durch Lehren, EVA = Eigenverantwortliches Arbeiten). Der Unterricht kann obligatorisch oder fakultativ sein.

Unterricht findet vorwiegend in einer Schule statt. Wissen und Kenntnisse können auf unterschiedliche Weise transferiert werden, beispielsweise durch Vormachen und Erklären. Diese Art des praktischen Unterrichts ist nicht an eine Schule gebunden. Auch in Deutschland gibt es zunehmend mehr Familien, die sich entscheiden, ihre Kinder in Form des Hausunterrichts zu Hause selbst zu unterrichten bzw. nicht zu unterrichten (Unschooling). In Schulversuchen werden neue Modelle erprobt.

An einer Universität findet der Unterricht hauptsächlich in Vorlesungen und Seminaren statt.

Die Wissenschaft der Didaktik liefert dabei dem Lehrer Begründungen für den Einsatz bestimmter Themen (Kurz: Was? und Warum das?), während die Methodik die Wirkung des Einsatzes verschiedener Lehrmethoden erforscht (Kurz: Wie? und Warum so?).

Die häufigste Methode ist der Frontalunterricht (der Lehrer steht/ sitzt vorne und redet zur/ mit der Klasse), aber auch Projekte, Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten sowie Referate und Präsentationen haben, je nach Lehrer und Fach, mehr oder weniger Platz. Es wird unterschieden zwischen den Sozialformen (Einzel-, Partner-, Gruppen- und Klassenunterricht) und den Methoden, mit denen die Sozialform kombiniert wird.[1]

„Standardunterricht“ ist meistens nach folgendem Muster aufgebaut:

  • Formulierung des Stundenthemas – oft mit einer Problemstellung, die der Motivation dienen soll.
  • Erarbeitungsphase: z. B. in Einzel- oder Partnerarbeit. Durch diese Sozialform wird es dem Lehrer ermöglicht, individuelle Hilfen zu geben; dieser wird zudem von Steuerungsaufgaben entlastet.
  • Sammlungsphase: Unterrichtsgespräch, Dokumentation der Ergebnisse (Tafel, Projektor)
  • Ergebnissicherung
  • Übungsphase
  • Hausaufgabe, die den Stoff der Stunde aufgreift und zur Festigung beitragen soll

Die Schulstudien PISA und TIMSS stellen Forderungen über eine zu verändernde Unterrichtskultur auf.

Schulablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schulzweige unterscheidet man in:

Schultypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Schultypen gibt es in öffentlicher oder privater Trägerschaft in Deutschland:

Schulunterricht (theoretischer Unterricht)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Früher wurden Jungen und Mädchen meist getrennt unterrichtet. Häufig gab es auch eine räumliche Trennung z. B. durch Unterricht an Jungen- und Mädchenschulen.

In Deutschland wurde nach 1960 flächendeckend der Unterricht koedukativ gestaltet. Mädchen und Jungen werden nun, bis in wenigen Dutzend Schulen, gemeinsam unterrichtet. Gerade in den 1990ern kamen allerdings, belegt durch Studien, Zweifel auf, ob die angestrebte Chancengleichheit dadurch wirklich erreicht wird. Das Sozialverhalten der Jungen wirke sich demnach hemmend auf die Mädchen aus, gerade in naturwissenschaftlichen Fächern ergäben sich für die Mädchen Nachteile. Neuere Untersuchungen bestätigen diese Annahme allerdings auch umgekehrt in den (fremd-)sprachlichen Fächern. In der Lehrer(fort)bildung wird nun deshalb, auch durch den integrativen Gedanken, mehr Wert auf Heterogenität und deren Umgang im Unterricht gelegt um diese gegenseitigen Benachteiligungen entgegenzutreten. Eine zeitweise Abkehr von der Koedukation hat sich allerdings bei der Sexualkundeerziehung bewährt, da durch gleichgeschlechtliche Gruppen dieses sensible Thema besser und intensiver besprochen werden kann.

Unterricht in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An deutschen staatlichen Regelschulen dauert eine Unterrichtseinheit häufig 45 Minuten, in Österreich sind Unterrichtseinheiten 50 Minuten lang. Die Unterrichtszeit besteht in der Regel aus 6 Einheiten à 5 Tage.

Zur Wertung wird unterteilt in

  • Hauptfächer sind Fächer mit drei oder mehr Unterrichtsstunden pro Woche (z.B. Deutsch, Englisch und Mathematik).
  • Nebenfächer sind alle übrigen Unterrichtsfächer.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Zeugnissen:

  • Zeugnisvergabe Zwischenzeugnis: 31. Januar (in einigen Bundesländern stattdessen vor den Winterferien) und Blauer Brief
  • Zeugnisvergabe Versetzungszeugnis: Vor den Sommerferien

Unterricht in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Unterrichtsstunde in Österreich dauert 50 Minuten. (5 Minuten länger als in Deutschland) Über 12 Jahre gerechnet sind das 1,2 Schuljahre, somit ist das 13. Schuljahr in Deutschland eingearbeitet. In Österreich gibt es offiziell keine Haupt- und Nebenfächer, Schularbeitsgegenstände sind offiziell gleich wichtig wie alle anderen Fächer. Nur umgangssprachlich ist die Terminologie "Haupt-" und "Nebenfach" üblich. Nach dem ersten Semester gibt es im Winter eine Schulnachricht mit den Noten, am Jahresende ein Jahreszeugnis. In Österreich sind die Schulstunden oftmals unregelmäßig über die Woche verteilt, sodass es möglich ist, dass an einem Tag 8-10, an einem anderen nur 4 Stunden gehalten werden. Es gibt Schulen mit 5- und 6-Tage-Unterrichts-Woche, wobei letztere schon sehr selten sind.

In vielen Gymnasien oder auch AHS (Allgemeinbildende Höhere Schulen) – so werden in Österreich die allgemeinbildenden Schulen genannt, die mit Matura (Abitur) abschließen, gibt es sogenannte Schulzweige:

  • Gymnasium mit sprachlichem Schwerpunkt – Latein, Französisch usw.
  • Humanistische Gymnasien werden die wenigen AHS Langformen genannt (8 Jahre) die Latein und Griechisch anbieten. Es sind meist Katholische Privatschulen.
  • Realgymnasium mit zeichnerischem Schwerpunkt (geometrisches Zeichnen, auch computerunterstützt), Computergrafik-Design
  • Gymnasium mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt
  • Oberstufen-Realgymnasien (vierjährig) werden ORG (meist bei katholischen Privatschulen) oder BORG (Bundes Oberstufen Realgymnasium) genannt. Dabei können Schüler nach einer Hauptschule die Oberstufe an einem BORG (ORG) besuchen und die Matura machen.

Neben der AHS kennt das Österreichische Schulsystem eine Reihe von berufsbildenden höheren Schulen, die eine fünfjährige Oberstufe auszeichnet. Somit schließt eine Schülerin, ein Schüler seine Ausbildung in diesen Schulen nach dem 13. Schuljahr ab. Diese berufsbildenden höheren Schulen schließen ebenfalls mit Matura (Abitur) ab.

  • HTL (Höhere Technische Lehranstalt) bzw.
  • HLW (Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe) und
  • HAK (Handelsakademie)

Der Unterricht in den HTLs dauert bis zu 48 Wochenstunden und kennt Praktika, Werkstätten und Labors. Der Schwerpunkt liegt in einer hochqualitativen Berufsausbildung. Die Absolventen einer HTL (für Maschinenbau, Elektrotechnik, Meß- und Regeltechnik, Bauwesen/Hochbau/Tiefbau, EDV, Chemie, usw.) können sich nach mindestens 2 Jahren (4 Jahren) fachlicher Beschäftigung in diesem Beruf offiziell in allen amtlichen Ausweisen Ingenieur "Ing." (vor dem Namen) nennen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur – Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. P. Ginsburg, S. F. Jacobs, L. S. Lopez: Teacher’s Guide to Flexible Interviewing in the Classroom – Learning What Children Know About Math. Allyn & Bacon, Boston 1998, ISBN 0-205-26567-7.
  • Hans Glöckel: Vom Unterricht. Lehrbuch der Allgemeinen Didaktik. 4. Auflage. Bad Heilbrunn/Obb. 2003, ISBN 3-7815-1254-1.
  • Helmut Heid: Qualität in der Unterrichtspraxis. (Memento vom 25. Dezember 2005 im Internet Archive) (Schulentwicklungsportal Mittelfranken, 2004).
  • H.-U. Grunder u. a.: Unterricht - verstehen - planen - gestalten - auswerten. Baltmannsweiler 2007, ISBN 978-3-8340-0258-7.
  • Ingo Hoffmann, Ingo Nickel: Traumberuf Lehrer? Berichte aus dem Schulalltag. Berlin 2007, ISBN 978-3-00-022191-0.
  • Peter Menck: Unterricht - Was ist das? Eine Einführung in die Didaktik. BoD Verlag, Norderstedt 2006, ISBN 3-8334-4871-7.
  • Ruth Rustemeyer: Einführung in die Unterrichtspsychologie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, ISBN 3-534-16262-5.
  • Thomas Unruh, Susanne Petersen: Guter Unterricht - Handwerkszeug für Unterrichts-Profis. 8. Auflage. AOL-Verlag, 2007.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meyer, UnterrichtsMethoden, s. Def. Sozialform

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Schulunterricht – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen