Schutterwald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schutterwald
Schutterwald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schutterwald hervorgehoben
Koordinaten: 48° 27′ N, 7° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 151 m ü. NHN
Fläche: 21,04 km2
Einwohner: 7141 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 339 Einwohner je km2
Postleitzahl: 77746
Vorwahl: 0781
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 122
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 2
77746 Schutterwald
Webpräsenz: www.schutterwald.de
Bürgermeister: Martin Holschuh
Lage der Gemeinde Schutterwald im Ortenaukreis
Ill (Elsass)Ill (Elsass)FrankreichLandkreis RastattBaden-BadenLandkreis CalwLandkreis EmmendingenLandkreis FreudenstadtRheinau (Baden)Lauf (Baden)SasbachLandkreis RastattLandkreis RottweilSchwarzwald-Baar-KreisAchernAchernAchernAppenweierBad Peterstal-GriesbachBerghauptenBiberach (Baden)DurbachEttenheimFischerbachFriesenheim (Baden)GengenbachGutach (Schwarzwaldbahn)Haslach im KinzigtalHausachHofstetten (Baden)HohbergHornbergKappel-GrafenhausenKappel-GrafenhausenKappelrodeckWillstättKehlKehlKippenheimKippenheimKippenheimLahr/SchwarzwaldLauf (Baden)Lauf (Baden)Lautenbach (Ortenaukreis)MahlbergMahlbergMahlbergMeißenheimMühlenbach (Schwarzwald)Neuried (Baden)NordrachOberharmersbachOberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)OberwolfachOffenburgOhlsbachOppenauOrtenberg (Baden)Ottenhöfen im SchwarzwaldRenchenRenchenRingsheimRingsheimRust (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (gemeindefreies Gebiet)SasbachSasbachSasbachSasbachwaldenSchuttertalSchutterwaldSchwanauSeebach (Baden)Seelbach (Schutter)Steinach (Ortenaukreis)WillstättWillstättWolfachZell am HarmersbachRheinKarte
Über dieses Bild

Schutterwald ist eine Gemeinde des Ortenaukreises in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutterwald liegt in der Oberrheinischen Tiefebene, im Naturraum mittlere Oberrheinebene. Der Ort liegt auf dem Schwemmfächer der Kinzig und zirka 1,5 km von der namensgebenden Schutter entfernt. Die nächste größere Stadt ist Offenburg (zirka 6 km entfernt).

Schutterwald aus südöstlicher Sicht (vorn die St.-Jakobus-Kirche, hinten links im Nordwesten das Straßburger Münster, etwa 17 km Luftlinie entfernt)

Die Größe der Gemarkung beträgt 2103 Hektar, davon sind 698 Hektar Wald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Marlen und Hohnhurst, im Osten an die Kreisstadt Offenburg, im Süden an Hofweier und Niederschopfheim und im Westen an Dundenheim, Altenheim und Müllen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Schutterwald gehören die Ortsteile Schutterwald, Höfen und Langhurst. Im Gemeindegebiet liegt die abgegangene Burg Mörburg.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutterwald wurde im Jahre 1268 erstmals urkundlich erwähnt. Es gab häufig wechselnde Herrschaftsverhältnisse, bis der Ort 1806 endgültig zum Großherzogtum Baden kam. Wobei das Interesse der damaligen Herrschergeschlechter weniger dem Dorf, als vielmehr dem Wald, mit seinem Holzreichtum, den Weide- und Zehntrechten galt. Über die Jahrhunderte bis heute ist Schutterwald ein beliebtes Touristenziel.

Am Ende des 19. Jahrhunderts, als sich Textil- und Glasindustrie im nahen Offenburg ansiedelte, gab es auch für Schutterwälder Bauern neue Erwerbsmöglichkeiten. In Baden gehörte Schutterwald lange zum Landkreis Offenburg, mit dem es 1973 im neuen Ortenaukreis aufging. Heute ist Schutterwald eine Arbeiter- und Angestelltensiedlung, bietet vielfältige Arbeitsplätze im Ort in zwei großen Gewerbegebieten und dem interkommunalen Gewerbegebier H3. Die Landwirtschaft wird von vier Familien betrieben. Dabei steht Viehwirtschaft, Obst- und Sonderkulturen (Erdbeeren etc.) sowie Maisanbau im Vordergrund. Freizeitgestaltung, in mehr als 60 sportlich und kulturell orientierten Vereinen ist in einem großen Waldstadion sowie in zwei Sport- und Mehrzweckhallen möglich.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1316 ist für Schutterwald eine Pfarrkirche nachgewiesen, die zum Bistum Straßburg gehörte. Da die Reformation an Schutterwald vorbeiging, ist die Gemeinde noch heute vorwiegend römisch-katholisch geprägt. Neben der katholischen Gemeinde, die über zwei Kirchen verfügt, darunter die stattliche, den Ortskern überragende und weit sichtbare Kirche St. Jakobus, gibt es, nachdem die Protestanten, bisher in Diaspora von Offenburg aus betreut worden waren, seit 1995 auch eine evangelische Gemeinde. In der Kirche St. Jakobus soll die österreichische Kaiserin Maria Theresia auf ihrer Durchreise mit ihrer Equipage übernachtet haben. Die St. Jakobuskirche wurde im Jahr 1784 von Joseph Hirschbühl, aus der Vorarlberger Baumeistersippe stammend, erbaut.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Offenburg an.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 54,71 % folgendes Ergebnis:

4
3
4
7
Insgesamt 18 Sitze
  • SPD: 4
  • Neues Ökologisches Bündnis: 3
  • FWU: 4
  • CDU: 7
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
37,8 %
22,9 %
14,6 %
24,8 %
NÖB
FWU
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-1,8 %p
+8,5 %p
-4,2 %p
-2,4 %p
NÖB
FWU

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1975–1995 Rudolf Heuberger
  • 1996 bis 2011 Jürgen Oßwald
  • ab 2012 Martin Holschuh

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutterwald unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung Schutterwalds wird von der Landstraße 98 (L98) durchquert. Über diese sind in wenigen Kilometer Entfernung die Bundesstraßen 3, 33 und die Landstraße 75 (L75) sowie die Anschlussstelle 55 der Bundesautobahn 5 zu erreichen.

Die Busanbindung geschieht durch die SWEG mit den Linien 301, 106, R2 und R9.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Mörburgschule verfügt Schutterwald über eine Grund- und Werkrealschule[3]. Langhurst hat eine eigene Grundschule. Außerdem gibt es vier Kindergärten (zwei im Hauptort und je einen in Langhurst und Höfen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutterwald ist mit seiner St.-Jakobus-Kirche Etappenpunkt des Kinzigtäler Jakobusweges, eines Pilgerweges, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Mit dem Bunker-Theater gibt es in Schutterwald ein Ensemble, das in der Turnhalle der Mörburgschule auftritt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesweit bekannt ist der Ort durch die Handballspieler des TuS Schutterwald, die seit Mitte der 1980er Jahre wiederholt in der Bundesliga spielten, sich allerdings bislang nicht etablieren konnten.

Der Fußballverein FV Schutterwald spielt ab der Saison 2014/2015 in der siebtklassigen Landesliga 1 Südbaden.

Schutterwald ist seit 1999 der Austragungsort der Baden-Württembergischen Meisterschaften im Reitsport.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Köhler (* 1942 in Pilsen; † 2015 in Schutterwald), Maler, Fotograf und Autor; hatte sein Atelier in Schutterwald
  • Arnulf Meffle (* 1957 im Ortsteil Langhurst), Handball-Nationalspieler, Weltmeister 1978.
  • Martin Heuberger (* 1964 in Schutterwald), ehemaliger Trainer der Handball-Nationalmannschaft
  • Mark Joggerst (* 1971 in Offenburg), Filmkomponist, Arrangeur und Pianist; wuchs in Schutterwald auf
  • Christian Heuberger (* 1984 in Schutterwald), Handballspieler

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 399–400
  3. Internetauftritt der Mörburgschule, abgerufen am 17. Januar 2011
  4. www.bwm-schutterwald.de/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schutterwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien