Schwäbische Rezat

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Schwäbische Rezat
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Heiligenbrücke in Ellingen

Heiligenbrücke in Ellingen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 24212
Lage Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen und Roth; Mittelfranken, Bayern (Deutschland)
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rednitz → Regnitz → Main → Rhein → Nordsee
Quelle auf der Fränkischen Alb bei Dettenheim
48° 59′ 16″ N, 10° 57′ 37″ O
Quellhöhe ca. 480 m ü. NHN[1]
Zusammenfluss mit der Fränkischen Rezat zur Rednitz in GeorgensgmündKoordinaten: 49° 11′ 17″ N, 11° 1′ 20″ O
49° 11′ 17″ N, 11° 1′ 20″ O
Mündungshöhe 341,7 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 138,3 m
Länge 33,3 km[2]
Einzugsgebiet 284,99 km²[2]
Abfluss am Pegel Mühlstetten
(88,9 % des Einzugsgebiets)[3]
NNQ
MNQ
MQ
MHQ
HHQ (1994)
370 l/s
660 l/s
2,02 m³/s
25,6 m³/s
55,4 m³/s
Linke Nebenflüsse siehe unten
Rechte Nebenflüsse siehe unten
Kleinstädte Weißenburg in Bayern
Gemeinden Ellingen, Pleinfeld, Röttenbach, Georgensgmünd
Einwohner im Einzugsgebiet 39.000
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Die Schwäbische Rezat ist der 33,3 km[2] lange, rechte und südliche Quellfluss der Rednitz in Mittelfranken. Er fließt in den bayerischen Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen und Roth.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Rezat kommt wie auch der Flussname Rednitz vom keltischen Radantia, was Fluss bedeutet. Im Jahr 793 wurde der Fluss erstmals als Radentia erwähnt, 1327 bezeichnete man ihn als Redentz, 1387 als Retzend, 1500 als Regnizwesserli, 1503 als Rednitz, 1571 als Retzet, im 16. Jahrhundert als Bairisch oder Ober Retzach, 1715 erstmals als Schwäbische Rezat und 1726 als Ober Rezat.[4]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwäbische Rezat entspringt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen am Fuß der südlichen Fränkischen Alb und im Naturpark Altmühltal. Ihre Quelle liegt etwa 900 m östlich von Dettenheim, einem südlichen Ortsteil von Weißenburg in Bayern, auf etwa 480 m ü. NHN.

Anfangs durchfließt die Schwäbische Rezat Dettenheim und wird dort seit der Kanalisierung 1962/1963 unterirdisch bis zum westlichen Ortsausgang geleitet. Danach wird sie vom Abfluss einer Kläranlage gespeist. Von dort aus verläuft der Fluss in Richtung Norden, durch das Ried und passiert die Weißenburger Kernstadt im Westen, wo er vom Felchbach, seinem längsten Zufluss, gespeist wird. Der weitere Verlauf führt durch Ellingen und Pleinfeld nordwärts. Anschließend nimmt sie den vom Großen Brombachsee kommenden Brombach auf und passiert mehrere Mühlen und die im Landkreis Roth gelegenen Dörfer Mühlstetten und Niedermauk.

Schließlich vereinigt sich die Schwäbische Rezat zwischen Georgensgmünd und dessen Ortsteil Petersgmünd auf 341,7 m Höhe mit der dort von Südwesten kommenden Fränkischen Rezat zum Main-Zufluss Rednitz.

Einzugsgebiet und Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Schwäbischen Rezat ist 285,0 km²[2] groß. Ihre bedeutendsten Zuflüsse sind nacheinander:

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwäbische Rezat entspringt an der Grenze des Naturraums Südliche Frankenalb zum Nachbarraum Vorland der Südlichen Frankenalb, das sie durchfließt bis unterhalb von Ellingen. Dort wechselt sie ins Mittelfränkische Becken, in dem sie mündet.[5][6]

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaften an der Schwäbischen Rezat sind:

Mühlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lauterbrunnmühle zwischen Ellingen und Pleinfeld

Mühlen an der Schwäbischen Rezat waren oder sind unter anderem:

Sehenswert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landschaft im Quellgebiet der Schwäbischen Rezat ist geschichtlich und touristisch durch die Fossa Carolina bekannt geworden. Bereits Karl der Große wollte der Überlieferung nach die Europäische Hauptwasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Donau und Rhein, die unter anderem über die Höhenzüge zwischen Schwäbischer Rezat und Altmühl verläuft, durch einen Kanal überwinden.[7]

Hochwasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie bei allen langsam fließenden Flüssen gibt es entlang der Schwäbischen Rezat ein akutes Hochwasserrisiko, das im Winter durch Schneeschmelze oder langanhaltende Niederschläge besonders hoch ist. Der höchste jemals gemessene Abfluss betrug am 13. April 1994 55,4 m³/s, was einer Jährlichkeit von weit mehr als 50 Jahren entspricht.[8] Ab 60 m³/s spricht man bei der Schwäbischen Rezat von einem 100-jährlichen Hochwasser.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner A. Widmann: Fränkische + Schwäbische Rezat: Flusstäler in Franken. Majer, Leutershausen 1989, ISBN 3-922175-28-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. a b c d Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 3,3 MB)
  3. Hochwassernachrichtendienst Bayern (Stand 6. September 2011), auf hnd.bayern.de
  4. Gewässernamen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Mfr., in: Blätter für oberdeutsche Namenforschung, 44. Jhg., S. 94, München 2007
  5. Franz Tichy: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 163 Nürnberg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1973. → Online-Karte (PDF; 4,0 MB)
  6. Ralph Jätzold: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 172 Nördlingen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1962. → Online-Karte (PDF; 3,9 MB)
  7. Grandioses Scheitern: Der «Karlsgraben» zwischen Rhein und Donau, Neue Zürcher Zeitung, 24. Juli 2014
  8. Hochwasserereignisse (an Rednitz und Rezat), auf hopla-main.de
  9. Hochwassercharakteristik (von Rednitz und Rezat), auf hopla-main.de